WordPress ist schon lange nicht mehr eine reine Blog-Software. Dieses sehr einfach zu bedienende Content Management System eignet sich auch hervorragend für die Erstellung von Landingpages, Microsites bis hin zu Businesswebseiten, Online-Shops, Informationsportalen und Magazinen. Welche Form der Internet-Präsenz Sie auch wählen: immer häufiger erfolgen die Seitenaufrufe über mobile Endgeräte. Bei vielen WordPress-Seiten beträgt der Anteil mobiler Aufrufe mittlerweile weit über 33% – bei manchen Webseiten stellen mobile Besucher bereits die Mehrheit. Doch WordPress-Seiten haben (wie viele andere CMS-basierten Webseiten auch) einen großen Nachteil: der Pagespeed lässt häufig zu wünschen übrig. Ein Nachteil, der sich insbesondere bei mobilen Seitenaufrufen besonders negativ bemerkbar macht. Sorgen Sie für ein besseres Benutzererlebnis Ihrer WordPress-Seiten durch mobile Besucher – AMP für WordPress macht es möglich.

AMP (Accelerated Mobile Pages) ermöglicht schnellere Ladezeiten bei mobilen Seitenaufrufen – auch bei WordPress

Google hat mit Accelerated Mobile Pages ein Open-Source-Projekt gestartet, durch das die Inhalte von mobil aufgerufenen Webseiten bis zu viermal schneller aufrufen werden können. AMP basiert auf einem neuen, sehr performanten HTML-Code (Google AMP HTML) sowie einer eigenen JavaSkript-Bibliothek (AMP JS Library) – das zu übertragende Datenvolumen bei mobilen Seiten kann dadurch auf ein absolutes Minimum reduziert werden. AMP konforme Beiträge erscheinen zudem in der Google Suche auf mobilen Endgeräten in einem gesonderten Bereich an der Spitze der Suchergebnisse und erhalten dadurch mehr Sichtbarkeit.

Wenn Sie AMP für Ihre WordPress-Website nutzen möchten, brachen Sie lediglich das kostenlose Plug-In AMP – Accelerated Mobile Pages Project installieren.

Zum Download des WordPress-Plug-Ins AMP (kostenlos)

Alternativen zu AMP sind Facebook Instant Articles & Google AMP Pages by PageFrog und Custom AMP, die wir allerdings noch nicht gestestet haben.

Zum Download von Facebook Instant Articles & Google AMP Pages by PageFrog (kostenlos)
Zum Download von Custom AMP (kostenlos)

Wie zuverlässig ist das Plug-In AMP für WordPress?

Selbstverständlich haben wir das WordPress-Plug-In AMP auch selbst mit unserem Blog getestet. Im Großen und Ganzen hat die Implementierung sehr gut geklappt. Abhängig von dem gewählten WordPress-Theme sowie eigenen Programmierungen, die Sie gegebenenfalls vorgenommen haben, sind eventuell kleinere Anpassungen erforderlich. Wir empfehlen Ihnen, einige Tage nach der Implementierung zu überprüfen, ob Accelerated Mobile Pages auf Ihrer WordPress-Seite korrekt funktioniert.

AMP-Test mit dem Structured Data Testing Tool von Google

Mit dem Struktured Data Testing Tool von Google können Sie einfach und bequem testen, ob Ihre WordPress-Beiträge AMP-konform an mobile Besucher ausgeliefert werden. Das Structured Daten Testing Tool besitzt einen Filter für „AMP Artikel“, der Ihnen detaillierte Fehlermeldungen zu nicht-konformen Aspekten anzeigt.

Klicken Sie auf den Link URL abrufen und geben Sie dort die URL des Beitrags ein, den Sie überprüfen möchten.

Hinweis:
Bitte vergessen Sie nicht, bei der Eingabe Ihrer URL die Endung amp hinzuzufügen.
www.IHRE-DOMAIN.de/ARTIKEL/amp

Eine „Kinderkrankheit“ des Plug-Ins AMP für WordPress ist es, dass es einige Felder nicht automatisch erkennt bzw. anlegt. Bei der Implementierung im Host Europe-Blog erhielten wir zum Beispiel folgende Fehlermeldungen.

Für die korrekte Funktion benötigte das AMP-Plug-In das Feld Publisher, das im AMP-Template angelegt werden musste. Dazu haben wir in der Datei wp-content\plugins\amp\includes\class-amp-post-template.php folgendes Feld ergänzt:

publisher

Im Code sieht das folgendermaßen aus:

'publisher' => array(
'@type' => 'Organization',
'name' => get_bloginfo( 'name' ),
'logo' =>array(
'@type'  => 'ImageObject',
'url'    => $url,                        
),
),

Weitere Felder, die Sie unter Umständen im AMP-Template anlegen müssen, sind zum Beispiel:

  • datePublished
  • headline
  • name
  • dateModified
  • mainEntityOfPage
  • etc.

Leider benötigen Sie für diese oder ähnliche Anpassungen einige HTML- bzw. Programmierkenntnisse. Doch der Aufwand lohnt sich.

Pagespeed-Optimierung und SEO

Aber auch unabhängig von AMP sollten Sie aus SEO-Gründen die Ladezeit Ihrer WordPress-Seite z.B. für Besucher mit Desktop-PCs immer im Auge behalten, denn der Pagespeed einer Webseite ist für Google ein relevanter Ranking-Faktor.

Einen guten Anhaltspunkt zum Pagespeed Ihrer WordPress-Seite sowie detailliertere Informationen zu den Ladezeiten der eingesetzten Skripte, Tools und Elemente liefert Ihnen das WordPress-Plug-In Google Pagespeed Insights for WordPress.

Zum Download von Google Pagespeed Insights

Bitte beachten Sie, dass Ihnen das Plug-In Google Pagespeed Insights for WordPress lediglich Anhaltspunkte für Ihre Pagespeed-Optimierung liefert. Wir empfehlen Ihnen zur Optimierung, auch die Ergebnisse aus anderen Analyse-Tools wie z.B. PAGESPEED, Pingdom Website Speed Test, Seitenreport oder ähnlichen zu nutzen.

Zu Online-Check von pagespeed.de
Zu Online-Check von pingdom.com
Zu Online-Check von seitenreport.de

Ausgehend von den „Schwachstellen“ Ihrer WordPress-Seite gibt es diverse Möglichkeiten und natürlich auch die passenden Plug-Ins, um den Pagespeed Ihrer WordPress-Webseite zu optimieren. Einige dieser Tools habe ich bereits in einem Artikel vorgestellt, siehe: Die wichtigsten WordPress-Plug-Ins für die SEO-Optimierung

Zum anderen kann auch die Wahl des richtigen Hosting-Produkts großen Einfluss auf die Ladezeiten Ihrer Seite. Insbesondere bei großen Besucherzahlen oder beim Einsatz komplexer Anwendungen empfiehlt sich der Wechsel von einem günstigen WebHosting-Produkt zu einem leistungsstärkeren WebServer-Produkt.

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema AMP für WordPress oder Pagespeed-Optimierung allgemein? Schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: Host Europe

Wolf-Dieter Fiege

Wolf-Dieter Fiege ist Senior Specialist für Content Marketing & SEO und Chefredakteur des Blogs der Host Europe GmbH, einem der größten Anbieter von Domain- und Webhosting sowie Serverprodukten in Europa.

9 thoughts on “AMP für WordPress – Schnellere Ladezeiten für mobile Aufrufe Ihrer WordPress-Beiträge

  1. Verstehe ich es richtig, dass Beiträge mit /amp, wenn sie als Ergebnis von Googleabfragen aufscheinen, irgendeines fernen Tages vor den anderen Google-Ergebnissen in einem amp-Kasten erscheinen?
    Und dass auch responsive-Angaben in der WordPress-Konfiguration weiter notwendig sind?
    mit besten Grüßen
    Wolfgang

    • Hallo, gute Frage. Auf Responsive-Angaben in der WordPress-Konfiguration sollte man nicht verzichten. AMP ist in erster Linie für die Google-Suche auf mobilen Endgeräten ausgelegt. Neben Google werden aber natürlich auch weiterhin andere Suchmaschinen genutzt oder Seiten von Mobilgeräten aus direkt aufgerufen.
      Beste Grüße
      Wolf-Dieter Fiege

  2. Eigentlich ein tolles Plugin. Leider erzeugt es jedoch haufenweise Fehler in der AMP-Version (unabhängig vom verwendeten Template) , sodass diese Seiten laut Webmaster-Tools nicht gelistet werden. Schade, bleibt zu hoffen dass der Plugin-Hersteller diese noch behebt.

    • Hallo Frank, ja das stimmt. Aktuell muss man leider manuell noch einige Anpassungen vornehmen.
      Beste Grüße Wolf-Dieter

      • Ich vermute/hoffe mal, dass WordPress bald eine eigene AMP-Lösung an Bord mitbringen wird 🙂 Um den ganzen SEO-Kram googlegerecht auszuführen, braucht man ja bald 10 Mitarbeiter.

  3. Ich kann „WP AMP it up!“ empfehlen. Es ist ein neues AMP Plugin (https://wordpress.org/plugins/wp-amp-it-up/) welches ein paar zusätzliche Features bietet, wie automatisches Hinzufügen von Social-Share-Buttons und automatische Integration eines Google-Analytics-Tracking (wenn man Google-Analytics auf der eigenen Website eingebaut hat). Damit bietet dieses AMP Plugin aus meiner Sicht ein paar weitere Vorteile neben den bisher bekannten WP Plugins. Besonders die Google-Analytics-Übernahme ist ein klarer Pluspunkt für dieses Plugin. Man erhält überhaupt erstmal Nutzungsdaten zu den eigenen AMP-Seiten und das Ganze auch noch direkt in die eigenen, schon bestehenden Google-Analytics-Profilen, ohne weitere Einrichtungen!! AMP Plugin installieren und fertig, alles läuft ab dann von alleine.

    • Hallo Björn,
      werde ich gleich mal ausprobieren 🙂
      Vielen Dank für den Hinweis.
      Beste Grüße
      Wolf-Dieter

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