Anstatt Geld, regiert seit einiger Zeit Storytelling die Marketingwelt. Größte Herausforderung beim Social Media Storytelling: Die meisten Marketer scheinen 2008 hängen geblieben zu sein. Denn in 2018 geht es um Micro Moments Storys und nicht um aufwändig produzierte Social-Media-Formate. Erfahren Sie, warum das Leben die besten Geschichten erzählt und es auf den richtigen Kontext ankommt.

Dabei gilt es, Ihren Usern in wenigen Sekunden Mehrwert liefern, der sie dazu bewegt, Ihren Content zu lesen. Auch wenn sich das Storytelling an sich nicht verändert hat, es werden andere Medien konsumiert. Ihre Kunden switchen nicht mehr im Fernsehen, sondern zwischen Social-Media-Kanälen. Das heißt, Sie haben für Ihre Geschichte nur sechs bis 60 Sekunden Zeit und nicht mehr 60 bis 90 Minuten. Die Herausforderung: Gute Micro Moments Storys zu entwickeln, die Ihre User von der ersten Sekunde an fesseln, in der sie ihr Handy rausholen. Denn sie werden sekündlich mit Informationen und Storys bombardiert.

Have a Break, have a Post!

Wir leben in einer On-Demand-Kultur. Wir sind schon genervt, wenn uns jemand anruft. Denn dann entscheiden wir nicht selbst, ob wir mit ihm reden möchten. Wir schicken lieber WhatsApps oder SMS. Das Ziel von Social Media Storytelling ist deshalb, es zu schaffen, eine Reaktion bei Ihren Usern hervorzurufen! Wer es in einer Welt mit enorm viel sozialem Content nicht schafft, seine User bei dem, was sie gerade tun, zu unterbrechen, hat verloren.

Social Media Storytelling – auf den Kontext kommt es an

Dabei zählt vor allem der Kontext. Wenn Sie zum Beispiel Blumen verschenken, ist es ein Unterschied, ob Sie Ihre Liebste oder Ihren Liebsten überraschen oder ob Valentinstag ist. Genauso kommt es bei Storys auf den Kontext an. Die Geschichten können gleich sein. In einem anderen Rahmen erzählt, funktionieren sie nicht. Es ist ein Unterschied, eine Geschichte in der Kneipe unter Freunden zu erzählen oder sie vor einem großen Publikum zu präsentieren. Erwartet es Special Effects, weil es 100 Euro für eine Karte bezahlt hat? Oder sind Ihre User von einer 60-Sekunden-Geschichte so begeistert, dass sie sie von ihrem Büroalltag ablenkt?

Leidenschaft und Pragmatismus verkuppeln

In Hollywood werden Blockbuster-Storys in drei Stunden erzählt. Im Social Storytelling ist die Kunst, User innerhalb von 30 Sekunden zu faszinieren. Dabei gilt es, die richtige Mischung zwischen Empathie für den Kunden und dem Verkauf des Produkts zu finden. Denn Hand aufs Herz: Letztlich geht es darum, die Leute dazu zu bewegen, die Marke zu lieben oder ein Produkt zu verkaufen. Kreativität muss im Marketing immer eine Intention haben. Die muss zwar nicht finanziell motiviert sein, aber ein Ziel haben: zu unterhalten, zu informieren, zu überraschen oder Freude zu bringen. Das Ziel: Leidenschaft und Pragmatismus zu verknüpfen.

Hauptsache Content kreieren!

Es gibt noch einen Unterscheid zwischen Film- und Social Storys: Nicht jede Story muss ein Kracher sein. In Wahrheit knallt nur ein Prozent richtig rein. Allerdings bietet Social Media die Möglichkeit, unendlich viel Content zu produzieren. Dieser muss nicht bis zum „letzten Quadratzentimeter ausgeleuchtet“ sein. Natürlich ist dies erst möglich, seit es digitale Tools und Plattformen gibt. Wo es früher zigtausend gekostet hätte, guten Content zu produzieren, kostet dieser heute fast nichts mehr. Die Digitalisierung demokratisiert die Kreation von Inhalten. Wir können heute mehr Geschichten denn je erzählen und mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt treten. So erzählen wir vielleicht die gleiche Story wie schon vor Jahren, aber wir verfügen über andere Tools, sie bekannt zu machen und mehr Menschen damit zu erreichen.

Lassen Sie das Leben täglich Geschichten erzählen!

Sie müssen auch nicht das Rad neu erfinden. Denn das Leben schreibt immer noch die besten Geschichten. Die Menschen sind neugierig auf Ihr Leben. Deshalb: Dokumentieren Sie. Kreieren Sie nicht. Nur so können Sie den nötigen Output produzieren, um sich erfolgreich in der Timeline Ihrer User abzuheben. Nutzen Sie Ihr Team, entwickeln Sie einen Workflow, der es Ihnen ermöglicht so viel Content wie möglich pro Tag zu produzieren. Fünf bis sieben Postings sollten es auf Facebook, Instagram, Snapchat usw. sein.

Ihre User entscheiden, was gut ist

Erst wenn Sie diese Philosophie verinnerlicht haben, werden Sie Ihre Ängste über schlechten Content und Fails über Bord werfen. Erzählen Sie der Welt, was bei Ihnen oder bei Ihrem Kunden abgeht. Beschreiben Sie die Reise Ihres Unternehmens, Ihrer Mitarbeiter, jeden Tag einen Schritt weiter in Richtung Erfolg! Zeigen Sie Ihre Vision, erzählen Sie von Ihren Gedanken, Ideen, Aktionen, Gewinnen und Verlusten. Erzählen Sie davon, was für Sie oder Ihr Unternehmen wichtig ist, was Sie bewegt. Überlassen Sie es Ihrem Publikum zu entscheiden, was interessiert. Denn Content kann noch so kreativ oder schön sein, es liegt letztlich im Auge des Betrachters, ob er es auch so empfindet.

Jedes Social Network tickt anders

Normalerweise nutzen wir die sozialen Plattformen in E-Mail-Manier zum Verteilen von Content. Dabei ist es uns im ersten Schritt fast egal, welches Netzwerk wir nutzen. Aber um in der Social-Media-Welt zu gewinnen, müssen wir anfangen, die unterschiedlichen Nuancen der Plattformen zu verstehen. Wenn Sie die Reichweiten und Engagements eines Posts auf den Plattformen vergleichen, werden Sie schnell merken, dass der gleiche Post anders performt. Facebook zum Beispiel ist ein All-inclusive-Social-Network, weil Sie dort viele Formate nutzen und zahlreiche Themen posten können. Die Psychologie hinter Pinterest ist wiederum eine ganz andere. Die User haben eine klare Kaufintention.

Deshalb müssen Sie unterschiedliche Geschichten und Bildwelten nutzen, um die Bedürfnisse Ihrer Follower zu erfüllen. Wer nicht wirklich versteht, warum jemand auf Instagram oder Snapchat ist, verliert auf ganzer „Social-Media-Linie“.

Romantik ist nicht gefragt!

Hören Sie deshalb auf, romantisch zu sein. Verstehen Sie, wie die Welt heute funktioniert. Und vor allem akzeptieren Sie sie! Wenn Zeit der Hebel ist, ist die einzige Frage: Wie können Sie eine Social-Media-Geschichte erzählen, die Ihre User schnell und einfach konsumieren können? Zeit ist der einzige Fokus, den Sie setzen müssen. Denn keiner hat mehr Zeit. Das ist der gemeinsame Nenner!

Und noch ein Tipp: Wie sinnvoll ist es, zigtausende von Euros in Außenwerbung zu investieren, wenn alle nur noch auf Ihr Smartphone starren? Es findet gerade ein großer kultureller Wandel statt. Das ist es, was es zu verinnerlichen gilt. Ziel ist schon lange nicht mehr, von potenziellen Kunden wahrgenommen zu werden. Wichtig ist, ein Gefühl zu erzeugen.

Die Fragen dabei sind:

  • Bringen Sie Ihren Followern Mehrwert?
  • Reden Sie mit Ihnen über das, was sie interessiert und in dem Umfeld, in denen sie sich gerade bewegen?

Es geht nicht um Werbung, sondern darum, Mehrwert in den richtigen Kontext zu bringen.

Social Media Storytelling – Fazit

Wenn wir Storytelling auf den sozialen Plattformen nicht verstehen, werden wir nicht erfolgreich damit sein. Alles, was nötig ist, ist, den Wandel zu akzeptieren und offen für das Storytelling von Micro Moments zu sein. Wenn Sie eine Geschichte erzählen, realisieren Sie bitte, wie sinnlos es ist, das gleiche Bild auf Instagram, Facebook, Twitter und Tumblr zu nutzen. Verstehen Sie, dass Social Media Storytelling eine Wissenschaft für sich ist – es ein wahres Storytelling Battle auf diesen Plattformen gibt. Der Kontext ist der Schlüssel – die Geschichte ist die gleiche Geschichte, aber das Umfeld entscheidet darüber, wie sie ankommt.

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

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