Mail-Provider kämpfen mit Massen an Spam-Mails, große Anbieter haben inzwischen sehr gute Erkennungsraten. Laut Kaspersky Labs betrug der Spam-Anteil im Jahr 2016 unter allen verschickten E-Mails 58,31 Prozent, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Betrugs-Spam wurden besonders die großen Sportereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft ausgenutzt. Die unerwünschten Nachrichten nerven nicht nur, sie können also auch gefährlich werden. Schützen Sie Ihre Inbox auf Ihrem Rechner daher zusätzlich mit Filter-Programmen. Postfächer in Outlook, Thunderbird und anderen E-Mail-Clients bleiben mit den folgenden Tools sauber.

Vorsorge: Die eigene Adresse nicht im Web bekannt machen

Der beste Schutz gegen unerwünschte Nachrichten ist es, Ihre E-Mail-Adresse erst gar nicht im Web bekannt zu machen. Spammer sind im Netz gezielt auf der Suche nach E-Mail-Adressen, hinterlassen Sie diese daher nicht auf Webseiten, in Foren oder Chats. Nutzen Sie dafür zusätzliche Adressen. Provider setzen bei der Spam-Bekämpfung auf Bayes-Filter, die Spam nach kurzer Einarbeitungszeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent erkennen. Sie können auch manuell filtern, E-Mail-Programme wie Outlook und Thunderbird integrieren eigene Spam-Filter. Mit jeder von Ihnen als Spam-Mail markierten E-Mail lernt das Tool dazu.

Spam erkennen

Häufig lassen sich typische Spam-Mails leicht erkennen und aussortieren. Prüfen Sie die Nachrichten in Ihren Postfächern mit folgender Checkliste.

Klicken Sie Links nicht an und öffnen Sie keine Anlagen von zweifelhaften E-Mails mit:

  • unbekanntem oder seltsamen Absender
  • fehlendem Impressum
  • Werbewörtern im Betreff wie „unglaublich günstig“
  • Rechtschreib- und Grammatikfehlern
  • Doc-Dokumenten oder zip-Dateien im Anhang

Zusätzlich gibt es Spezial-Tools für die Spam-Bekämpfung. Bei den folgenden Lösungen handelt es sich um kostenlose Open-Source-Programme, Freeware oder kostenpflichtige Software. Die Tools werden meist als Proxy-Dienst installiert und sind im Systemtray zu finden. Der Zugriff auf die Mailserver erfolgt automatisch via IMAP oder POP3. Die Programme müssen anfangs trainiert werden und Sie neue E-Mails lesen und zuordnen.

Spamihilator – nicht für Webmail-Dienste

Die Software Spamihilator ist zwischen dem Provider und dem installierten Mail-Programm aktiv, Webmail-Dienste lassen sich nicht prüfen. Die Einrichtung gelingt schnell, anschließend setzt das Tool mehrere Filtermethoden ein und platziert als Spam-Mail identifizierte E-Mails im Papierkorb. Anfangs sollten Sie diesen täglich prüfen und wichtige Nachrichten gegebenenfalls aussortieren. Mit jeder Mail wird das Programm effektiver.

Der Spamihilator beseitigt 98 Prozent aller Spam-Mails bereits beim Herunterladen.

Weitere Informationen zum Spamihilator

Spamfighter

Der Dienst Spamfighter überzeugt mit guter Integration in Outlook und andere E-Mail-Programme sowie schneller Konfiguration. Die Informationen für die Filter stammen aus der Cloud, sodass Anwender von den gesammelten Erfahrungen aller anderen Nutzer profitieren. Jede Nachricht wird überprüft, anfangs müssen Sie als Spam-Mail markierte E-Mails allerdings genau prüfen und teilweise wieder aus dem Spam-Ordner entfernen. Die kostenpflichtige Pro-Version eröffnet zusätzliche Funktionen.

Spamfighter bietet innovative Produkte für mehr Schutz und Sicherheit vor Spam-Mails

Weitere Informationen zum Spamfighter

Spambayes

Auch der Dienst Spambayes arbeitet unauffällig im Hintergrund und lässt sich über eine Konfigurationsseite leicht einrichten. Das Training des Tools gestaltet sich allerdings aufwendig: Sie müssen passende Mails an eine interne Adresse schicken oder den Text der Nachricht in ein Webformular kopieren.

Spambayes ist für die führenden Mail-Programme verfügbar.



Weitere Informationen zum Spambayes

Mailwasher

Das Programm Mailwasher arbeitet nicht als Proxy und benötigt für die Arbeit im Hintergrund relativ viele Ressourcen. Es prüft die Postfächer in regelmäßigen Abständen auf Spam und kann diesen löschen. Für gute Ergebnisse ist auch hier eine Lernphase notwendig.

Mailwasher stoppt Scams, Spam und andere unerwünschte E-Mails.



Weitere Informationen zum Mailwasher

SuperSpamKiller

Der Dienst SuperSpamKiller filtert Spam-Mails, noch bevor diese vom E-Mail-Provider heruntergeladen werden. Dazu überprüft das Tool die Postfächer in regelmäßigen Abständen und löscht Spam automatisch. Zusätzlich können Sie – wie bei den anderen Tools auch – einen Pop3-Proxy zwischen Postfach und Mail-Programm schalten. In Tests war die fälschliche Erkennung von Nachrichten als Spam-Mail vergleichsweise hoch – prüfen Sie daher regelmäßig den Spam-Ordner.

SuperSpamKiller beseitigt Spam-Mails, bevor Sie diese selbst abrufen.



Weitere Informationen zum SuperSpamKiller

 

Schutz vor Spam-Mails – Fazit

Die vorgestellten Tools benötigen anfangs Training, erkennen Spam-Mails dann aber immer zuverlässiger. Wer feinere Einstellungen vornehmen möchte, hat mit dem Programm Spamihilator die meisten Möglichkeiten. Wählen Sie das Tool nach Ihren Anforderungen aus und profitieren Sie vom zusätzlichen Schutz vor unerwünschten Werbe- und Phishing-Mails.

Diese Tools sind gute Ergänzung zu den Anti-Spam-Lösungen von Host Europe, mit denen Sie Ihre Mailbox zusätzlich gegen Spam schützen können.
Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen zu den E-Mail-Lösungen von Host Europe.

Wolf-Dieter Fiege

Wolf-Dieter Fiege ist Senior Specialist für Content Marketing & SEO und Chefredakteur des Blogs der Host Europe GmbH, einem der größten Anbieter von Domain- und Webhosting sowie Serverprodukten in Europa.

2 thoughts on “Mit diesen Tools schützen Sie die Inbox auf Ihrem Rechner vor Spam-Mails

  1. Sinnvoller wäre das bei hosteurope wieder besser gefiltert wird. Es nützt in der heutigen Zeit nichts, wenn man per iMap von verschiedenen Computern, Handy usw. zugreift. Dann müsste man auf jeden Gerät einen Spamfilter einrichten.
    Im übrigen wurde SpamSieve nicht aufgezählt.

    • Hallo Herr Jahn,
      vielen Dank für die Ergänzung. SpamSieve ist ein gute Empfehlung für alle, die ein Apple-System nutzen.
      Viele Spammer haben mittlerweile Wege gefunden, um zentrale Spam-Filter auszutricksen. In Kürze werde ich dazu einen eigenen Artikel veröffentlichen, weil diese Frage natürlich viele Kunden bewegt.

      Mit besten Grüßen
      Wolf-Dieter Fiege

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