Web3 ist ein Schlagwort, das seit einiger Zeit nicht nur Interesse und Neugier, sondern oft auch eine starke Abwehrhaltung hervorruft. Aber was verbirgt sich tatsächlich hinter diesem Begriff?  

Wirklich trennscharf ist das (noch) nicht definiert, und so sieht jeder etwas anderes darin. Viele Enthusiasten möchten dort ansetzen, wo das ursprüngliche konstruktive und kooperative Web 2.0 aufgehört hat, bevor es von der Plattformökonomie der großen sozialen Netzwerke und anderen Web-Giganten gekapert wurde. Andere wiederum sehen hier neue Chancen für das Finanzwesen, weswegen auch der Begriff „New Finance“ häufig im Zusammenhang mit Web3 genannt wird. Ausdrücke wie „NFT“ und „Metaverse“ sind nicht nur für Web-Glücksritter und Eskapisten interessant, und die Buzzwords „Blockchain“ und „dezentral“ sind auch oft mit von der Partie, wenn von Web3 gesprochen wird.  

In diesem Artikel werden wir besprechen, was Web3 ausmacht, wo die Chancen und wo die Nachteile liegen, und welche möglichen Auswirkungen es auf zukünftige Entwicklungen auch außerhalb der IT-Welt haben kann.  Bevor wir uns allerdings Web3, NFT, DApp, Blockchain und anderen verwandten Begriffen widmen, lohnt es sich, einen Blick zurückzuwerfen. Das hilft, die ganze Thematik besser einzuordnen und bewerten zu können. 

Am Anfang war Web 1.0, aber das wusste damals noch keiner 

Das, was heute als Web 1.0 bezeichnet wird, hat sich hierzulande etwa von Mitte der 90er-Jahren bis 2004/2005 abgespielt. Viele empfinden diese Zeit im Rückblick als statisch und eintönig, weil es nicht so viel Auswahl und vielseitige Angebote wie heute gab. Diese Zeit ist geprägt von sehr langsamen Netzgeschwindigkeiten und hohen Internetkosten. Gepaart mit hoher Skepsis gegenüber dem neuen Medium resultierte das in einem deutlich geringerem Webangebot, als wir es heute kennen und gewohnt sind. 

Dennoch gab es auch damals viel interessanten und unabhängigen Content. Beliebt waren in der Tech-affinen Szene zum Beispiel die Newsgroups, die an E-Mails in reinem Textformat erinnerten, aber handfeste Vorteile hatten. Man fand dort Antworten zu diversen Themen, und da sie nur aus Text bestanden und keine Medien enthielten, konnte man diese Informationen auch in einer annehmbaren Zeit und einem erschwinglichen Kostenrahmen genießen. 

Auch im Web gab es vielfältigen Content. Webbasierte Forensysteme und unabhängige, kleine Websites sprossen wie Pilze aus dem Boden, und auch die ersten kleinen Webshops etablierten sich. Dennoch war schon ab 2001 und spätestens 2003 der Wunsch nach Wandel zu spüren. Es hat schon seine Gründe, dass Wikipedia im Jahr 2001 und WordPress 2003 „geboren“ wurden. Immer mehr Menschen bekamen Internetzugang, der auch schneller und dank Flatrates günstiger wurde. All dies machte es möglich, den nächsten Schritt zu gehen. 

Web 2.0 war ein großes Versprechen von einer neuen Web-Welt 

Bereits im Dezember 2003 wurde der Begriff Web 2.0 verwendet, aber richtig bekannt wurde er erst im Herbst 2005 durch einen Artikel von Tim O’Reilly. Web 2.0 versprach, demokratischer und vielfältiger zu werden und noch mehr Menschen eine aktive Teilhabe zu ermöglichen. Aus passiven Konsumenten sollten Produzenten werden. Und das passierte tatsächlich. Viel mehr Menschen wurden aktiv, und die Weblogs nahmen eine zentrale Rolle ein. Vor allem dank WordPress, aber auch einigen anderen Systemen, wurde es einfacher, einen Blog oder Website einzurichten. Die Rolle von WordPress und Weblogs kann bei der Entstehung des Web 2.0 nicht hoch genug eingeschätzt werden. 

Sicherlich, nicht alles was publiziert wurde, war preisverdächtig, aber viele Weblogs wurden zu einer wertvollen Wissensquelle und trugen so zu der Vielfalt im Web bei. Die Blogger vernetzten sich untereinander. Hierbei leisteten RSS bzw. Newsfeeds und die Ping- und Trackbacks eine wertvolle Aufgabe. Durch diese Vernetzung kam es auch zu diversen Veranstaltungen, die man heute noch kennt: Webmontage und Barcamps. 

Diese großen und schnellen Umwälzungen fanden in den Jahren 2004 und 2005 statt. Danach war das Web ein ganz anderer Ort – das Web von Mitte 2003 und das Web von Ende 2005 trennten Welten. Von 2010 an, durch noch schnellere Leitungen und den Siegeszug der Smartphones, übernahmen die großen sozialen Netzwerke das Ruder. Diese brachten zwar einige interessante Funktionen und Konzepte mit sich, aber auch viele Schattenseiten: Datenschutzprobleme, Verschwörungstheorien, Hetze, Desinformationen, falsches Körperempfinden und noch einiges mehr.  

Web 3.0 ≠ Web3 

Im Sommer 2006 hat Tim Berners-Lee den Begriff Web 3.0 ins Spiel gebracht. Mit Web 3.0 war damals das semantische Web gemeint, und zum Teil wird auch heute noch Web 3.0 als Synonym für das semantische Web verstanden. Das Ziel des semantischen Webs ist es, dass durch den Einsatz von semantischen Metadaten die Maschinen einfacher die Bedeutung (Semantik) hinter den Inhalten und Verknüpfungen erkennen und verarbeiten können. Damit soll der Informationsaustausch im Web verbessert werden.              

Web3 = World Wide Blockchain? 

Wenn man den Web3-Anhängern zuhört und deren Beiträge liest, dann wird in der Regel damit argumentiert, dass sie sich das Web so wünschen, wie es eigentlich ursprünglich mal für Web 2.0 gedacht war. Es soll unabhängig von den großen Plattformen wie Facebook oder Google sein, vielfältiger, dezentraler. Das Dezentrale wird in vielen Aspekten hervorgehoben: nicht nur für Plattformen, auf denen die Nutzer ihren Content generieren können, sondern auch in Bezug auf die Finanzen – das Stichwort hierbei ist  “Decentralized Finance (DeFi)”. Als Werkzeuge, um dieses Vorhaben auch umzusetzen, werden die Blockchain, Kryptowährungen und NFT genannt. 

Hinweis: Die Blockchain (deutsch Blockkette) kann man sich als ein digitales Kassenbuch vorstellen. Es ist eine kontinuierlich wachsende dezentrale Datenbank oder Liste von Datensätzen, die auf vielen Rechnern verteilt vorliegt. Neue Datensätze bzw. Blöcke werden nach einem Konsensverfahren erstellt und an die bestehende Kette angehängt. Die erste und immer noch aktive Blockchain ist die Blockchain von Bitcoin. Sie ist allerdings nicht die einzige. So besitzen zum Beispiel Ethereum und Litecoin eine eigene Blockchain. Die Blockchain ist dabei nicht als Synonym für Kryptowährungen zu verstehen, so ist der Einsatz von Blockchain für Projekte möglich, die keine Verbindungen zu Kryptowährungen haben. 

Dass viele Befürworter des Web3 den Internet-Giganten zumindest skeptisch – wenn nicht sogar feindlich – gegenüberstehen, ist nicht überraschend und hat auch seine Gründe.  

Viele Kritiker der jetzigen sozialen Netzwerke, wie etwa die Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa oder eine ehemalige Produktmanagerin von Facebook, Frances Haugen, sehen in Facebook eine große Gefahr für die Demokratie, da die Algorithmen der Plattform eher polarisierende Inhalte streuen, als Fakten zu verbreiten. Jenseits der wichtigen politischen und sozialen Themen hat die Plattformökonomie einige andere Probleme mit sich gebracht. 

Eines der Versprechen des Web 2.0 war die Demokratisierung des Webs. Mehr Menschen sollten sich an seinem Ausbau beteiligen. Von 2004 bis etwa 2010 mag das auch so gewesen sein. In den unzähligen Weblogs wurde nicht nur viel Inhalt publiziert, sondern in den Kommentaren auch viel diskutiert. Ab 2010 hat sich das dann in großen Teilen in die sozialen Netzwerke verlagert.  Allerdings ist die kritische Beurteilung von Facebook & Co keine alleinige Domäne der Web3-Anhänger, auch Menschen, die dem Begriff Web3 sogar ablehnend gegenüber stehen, würden nichts dagegen haben, dass man den Internet-Giganten strenger auf die Finger schaut. 

Wenn wir jetzt die Sympathie und den Enthusiasmus für das neue Thema einerseits und die berechtigte Kritik an der Plattformökonomie andererseits beiseitelegen, bleiben zwei Fragen offen. Ist Web3 wirklich die Lösung für die aktuellen Probleme im Web, und wie können Blockchain, Kryptowährungen und NFTs bei der Lösung helfen? 

Alles alter Hut und kalter Kaffee? 

Der Begriff Web3 hat bereits einige Jahre auf dem Buckel und wurde schon 2014 von Gavin Wood, einem der Mitbegründer von Ethereum, gebraucht und kürzlich um den Slogan „Weniger Vertrauen, mehr Wahrheit“ ergänzt.  Auch wurden einige der Konzepte bereits in die Praxis umgesetzt. So gibt es etwa seit März 2016 die Blogging-Plattform Steemit, welche die Steem-Blockchain nutzt. Die Autoren der Texte werden durch die Kryptowährungen Steem und Steem Dollars entlohnt. Wie hoch die Ausschüttung ausfällt, hängt von der Beliebtheit des Artikels ab. Die Intentionen der Macher war es, eine dezentrale Plattform zu etablieren, die gegen Zensurbestrebungen sicher ist. Somit erfüllt Steemit alle Voraussetzungen, um als eine DApp (dezentrale Applikation) klassifiziert zu werden. 

Daneben entstanden viele weitere Projekte. So gibt es ebenfalls seit 2016 das Golem Network (GNT), ein System zur dezentralen Verwaltung von Rechenleistung in der Cloud. Golem nutzt dafür die Ethereum-Blockchain. Im Jahr 2017 gab es mit CryptoKitties auch ein Spiel, das auf die Blockchain setzte. Genau wie Golem oder Augur – ein dezentraler Prognosemarkt, der seit 2015 existiert – nutzte auch CryptoKitties die Ethereum-Blockchain. 

Abbildung - Web3 - Das Interesse am Suchbegriff Web3

Interesse an dem Suchbegriff Web3 in den letzten fünf Jahren. Quelle: Google Trends.

Aber wenn Web3 eigentlich kalter Kaffee ist, woher kommt dann das gesteigerte Interesse seit Ende des letzten Jahres? Dafür gibt es mehrere Erklärungsversuche. Die einen argumentieren mit der Corona-Pandemie, da viele Leute mehr Zeit hatten, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen und auch die Prozesse in der Gesellschaft und Wirtschaft zu hinterfragen. 

Andere wiederum sehen hier die NFTs (Non-Fungible Tokens) als den zündenden Funken, der im ersten Quartal 2021 auch das Interesse auf das Thema Web3 lenkte. Allerdings muss man hierbei erwähnen, dass NFTs ebenfalls zu den alten Bekannten zählen, schließlich wurde das erste Token bereits 2012 „geschmiedet“. 

Eine weitere Erklärung, die man auch anhand von Google Trends gut herauslesen kann, ist die Ankündigung von Marc Zuckerberg am 28. Oktober zum Thema Metaverse – wobei noch nicht ganz klar ist, ob und wie man das Metaverse ins Web3 einsortieren kann. Am wahrscheinlichsten ist es allerdings, dass es mehrere Ursachen für das Interesse an Web3 gibt. Die Corona-Pandemie hat einen fruchtbaren Boden für die Thematik ermöglicht. Die NFTs haben das Interesse geweckt, und die Metaverse-Thematik hat es dann in die Höhe katapultiert. 

Aber ist Web3 die Lösung? 

Für das Web3 trifft der bekannte Ausspruch, „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, bestens zu. Zu viele Unwägbarkeiten, unterschiedliche Akteure, unausgereifte Bedienkonzepte, mangelnde Akzeptanz und einiges mehr. 

In großen Teilen der Bevölkerung genießt alles, was auch nur ansatzweise mit Kryptowährungen zu tun hat, einen schlechten Ruf. Viele Menschen haben in den letzten zwei bis drei Jahren ihr ökologisches Gewissen entdeckt und da gewinnt man mit Schlagzeilen wie „Studie: Bitcoin-Mining sorgt für über 30.000 Tonnen E-Schrott pro Jahr“ keine Sympathien. Dass es neben dem energiehungrigen Proof of Work auch andere energieschonenden Konzepte gibt – etwa Proof of Stake – geht in den hitzigen Diskussionen unter. 

Hinweis: Die wörtliche Übersetzung für Wallet ist “Geldbörse” oder “Portemonnaie”. Bei den Web3-Wallets handelt es sich um Aufbewahrungsorte für Kryptowährungen. 

Es gibt verschiedene Arten von Wallets, etwa Hardware- oder Software-Wallets. Auch manche Börsen wie Coinbase oder BitPanda bieten den Nutzern Wallets für die gekauften Coins an. 

Da die Wallets über eine eindeutige ID bzw. Adresse verfügen, um den Empfang von Coins zu ermöglichen, ist die Übersetzung „Konto“ aussagekräftiger als “Geldbörse”. 

Ein großes Problem sind die nicht wirklich nutzerfreundlichen Bedienkonzepte vieler Plattformen und Anwendungen. Jeder, der schon mal mit den Logins bei Steemit oder Hive.io oder den Zugängen zu Wallets hantieren musste, die aus mehreren Schlüsseln bestehen, die wiederum jeweils mehrere dutzend Zeichen beinhalten, kann den Einwand nachvollziehen.  

 

Abbildung Web3 - Twitter Tweet zu Web1 und Web 2.0

Etwas übertrieben, aber im Kern richtig.

Auch MetaMask – eine systemübergreifende Krypto-Wallet, die u. a. für den NFT-Handel notwendig ist – ist bekannt dafür, auch IT-affine Menschen zum Schwitzen zu bringen. Solche Konzepte eignen sich hervorragend dafür, den durchschnittlichen Nutzer auf Abstand zu halten, und sollte sich das nicht grundlegend ändern, werden die Nerds unter sich bleiben. 

Eine weitere noch nicht beantwortete Frage ist die nach der Sinnhaftigkeit der Blockchain-Nutzung. Auch außerhalb der Welt der Kryptowährungen gibt es Szenarien, die den Einsatz von Blockchains sinnvoll machen oder machen könnten: bei der Nachverfolgung von Lieferketten oder bei Grundbüchern zum Beispiel.  

Aber warum soll eine Social-Media- oder Blogging-Plattform auf einer Blockchain laufen? Hier sind dann gewisse Probleme vorprogrammiert. Was mache ich, wenn die Beiträge bereits in die Blockchain übertragen wurden und ich hier etwas ändern oder löschen muss? Warum das notwendig sein könnte, kann viele Ursachen haben: unbeabsichtigte Urheberverstöße, peinliche Äußerungen, die man gerne entfernen möchte usw. Ein dezentraler Schutz vor der Zensur bedeutet dann auf der anderen Seite, dass es auch kein Recht auf Vergessen gibt. All dies sind Probleme, die, auch wenn man dem Phänomen Web3 wohlwollend gegenüber steht, gelöst werden müssen.  

Ebenso gibt es viele IT-Experten, die dem Ganzen skeptisch bis feindlich gegenüber stehen. Da wird auf die Probleme beim Thema NFT hingewiesen und Web3 als Goldrausch bezeichnet. Andere gehen sogar noch einen radikalen Schritt weiter und bezeichnen alles, was mit Web3 gekennzeichnet wird als Betrug und ein riesengroßes Schneeballsystem. Dagegen hört sich die Skepsis von Tim O’Reilly fast wohlwollend an. 

Allerdings hat die Web3-Thematik viele Unterstützer und Akteure, die dieses Thema forcieren, da sie sich von dem Segment viel erhoffen. Es ist momentan in diesem Bereich viel Geld im Umlauf, und auch die üblichen Verdächtigen – Facebook, Google, Twitter & Co – strecken bereits dort ihre Fühler aus oder sind schon länger aktiv.  

Dies ist einer der Gründe, warum in diesem Bereich eine Art Aufbruchs- und Goldgräberstimmung herrscht, und das führt dazu, dass es auch einen hohen Bedarf an Entwicklern gibt.  

 

Abbildung Web3 - Gute Verdienstmöglichkeiten für Blockchain-Entwickler.

Gute Verdienstmöglichkeiten für Blockchain-Entwickler.

Da Entwickler im allgemeinen Mangelware sind, können sie auch entsprechende Gehälter und Tagessätze verlangen. Zumal hier neben den üblichen Programmier- und Skriptsprachen (Python, JavaScript etc) noch entsprechende Kenntnisse in der Blockchain-Thematik notwendig sind. So etwas spricht sich schnell herum, und wer etwa auf Twitter die Entwickler-Bubble verfolgt, weiß, dass sich dort viele für das Thema Web3 interessieren. Da viele Entwickler gut vernetzt sind, erzeugt das eine zusätzliche Sogwirkung. 

Abbildung Web3 - Die NFT-Communities

Die NFT-Communities auf Twitter und Reddit sind sehr aktiv. Stündlich werden auf Twitter bis zu knapp 13.000 Tweets abgesetzt, während der NFT-Subreddit fast 360.000 Mitglieder hat.

Ein weiterer starker Player ist die Gaming-Industrie. Sie wittert hier zusätzliche Einnahmen, entweder durch Spiele, die auf einer Blockchain laufen, oder durch Ingame-Gegenstände, die als NFTs auf Börsen angeboten werden. 

Web3 – Der Ausblick 

Die Problematik bei der Web3-Adoption wurde weiter oben bereits beschrieben: relativ hohe Ablehnung in großen Teilen der Bevölkerung, komplizierte UI und frustrierende UX, nicht beantwortete Fragen bezüglich der Sinnhaftigkeit mancher Einsatzszenarien und einiges mehr. Andererseits gibt es viele Akteure, mit hoher Motivation, aber  unterschiedlichen Interessen, die Web3 in den Mainstream bringen wollen. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass sich nicht kurzfristig, aber eher mittel- bis langfristig vieles, was man mit Web3 assoziiert, durchsetzen wird. Das wird nicht, wie im Fall von Web 2.0, etwas sein, dass sich innerhalb von eineinhalb bis zwei Jahren durchgesetzt hat. Es wird vielmehr ein schleichender Prozess sein, der nach und nach durchsickert. Dazu werden Promis beitragen, die in das NFT-Business einsteigen, wie zum Beispiel Melania Trump oder Quentin Tarantino, der seine Drehbücher als NFT anbieten möchte. Große Firmen, wie etwa Warner Music, gehen Partnerschaften mit NFT-Plattformen ein, und Twitter hat bereits NFT-Profilbilder eingeführt. Daher ist davon auszugehen, dass das Thema NFT auch in den nächsten Monaten medial begleitet und somit noch populärer wird. 

Schwieriger wird das für Blogging-Plattformen oder soziale Netzwerke, die auf Blockchain setzen. Mit Steemit und Hive gibt es schon solche Produkte, aber trotz diverser Anstrengungen kommen sie noch nicht aus der tiefsten Nische heraus. Wie und ob die Blockchain auch in der deutschen Wirtschaft Einsatz finden wird, ist bisher unklar. Es gibt eine Reihe an Test- und Pilotprojekten, unter anderem von der Telekom und der Landesbank Baden-Württemberg, aber noch keines hat die Frühphase verlassen. 

Wenn wir das Metaverse-Projekt ebenfalls zum Web3 dazu zählen, dann ist hier die Reise vergleichsweise klar. Facebook wird das Projekt weiterhin forcieren, immerhin fließt da schon jetzt viel Geld: bereits in diesem Jahr könnte mehr als eine Milliarde Dollar für virtuelle Grundstücke investiert werden. Das ist allerdings eine Wette der Investoren und Unternehmen. Es bleibt abzusehen, ob die Nutzer bei dem Projekt auch tatsächlich mitmachen werden. Zumindest momentan scheint es für Meta nicht so gut zu laufen. 

Titelmotiv: Unsplash

Vladimir Simović

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