Mit der Digitalisierung und ihren zahlreichen Chancen kommen auf mittelständische Unternehmen auch neue Herausforderungen zu. Insbesondere fordert die fortschreitende Vernetzung von IT-Systemen, Geschäftsprozessen und Marktteilnehmern neue Sicherheitsstrategien. In unserem kleinen 1 x 1 der IT-Sicherheit für mittelständische Unternehmen zeigen wir, wie man sich vor Datenklau und Co. schützen kann.

Vernetzung – das ist, neben Big Data, eindeutig der ausschlaggebende Vorteil der Digitalisierung. Denn erst, wenn Daten in einen Kontext gesetzt, verknüpft und intelligent ausgewertet werden, können sie sinnvoll genutzt werden. So kann wohl gesagt werden, dass das Geheimnis erfolgreicher Digitalisierung eine konsequente nahtlose Verknüpfung ist. Doch, wie erreicht man diese, ohne die IT-Sicherheit gleichzeitig aufs Spiel zu setzen?

Sicherheitsmaßnahmen bei KMU rückläufig

Schauen wir uns erst einmal die Fakten an: Obwohl also die Digitalisierung ständig fortschreitet, ist der Einsatz von Sicherheitsmaßnahmen bei mittelständischen Unternehmen sogar rückläufig. Das ergab eine Studie der Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN). So nahmen zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen in puncto E-Mail-Verkehr um sieben auf 43 Prozent ab. Jedes vierte Unternehmen ergreift gar keine Maßnahmen und versendet seine E-Mails gänzlich ohne Verschlüsselung. Auch dem „Unsicherheitsfaktor” Mensch schenkten nur wenige Betriebe Beachtung. 28 Prozent ergreifen demnach überhaupt keine Maßnahmen in Richtung Mitarbeiter. Lediglich 28 Prozent der befragten Firmen verfügen über dokumentierte Sicherheitsrichtlinien. Dabei kann alleine durch einen bewussteren Umgang mit
IT-Sicherheit die Gefahr von IT-Stillstand, Datenklau und Datenmanipulation um bis zu 80 Prozent reduzieren werden.

1 x 1 der IT-Sicherheit für KMU

Auch wenn IT-Abteilungen in mittelständischen Unternehmen meist nur aus einem Mann bestehen, sollte IT-Sicherheit nicht als letzter Punkt auf der Todo-Liste stehen. Wir haben hier ein paar Tipps aufgezählt, die zum Teil einfach in die Tagesroutine eingebaut werden können.

  • Nutzen Sie Virenscanner und Firewalls und machen Sie regelmäßige Updates!
  • Setzen Sie Angriffserkennungsprogramme und Verschlüsselung ein!
  • Organisieren Sie Ihre Sicherheits-Tools!
  • Bauen Sie auch das physikalische Zugangsmanagement aus!
  • Erstellen Sie einen Notfallplan!
  • Unterschätzen Sie Ihre Mitarbeiter als Gefahrenquelle nicht! Ihre Mitarbeiter sind die wichtigsten Firewalls Ihres Unternehmens. Sensibilisieren Sie diese für das Thema Sicherheit und schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig!
  • Datenbestände ändern sich heute viel schneller als früher. Richten Sie eine automatische, intelligente Echtzeitsicherung ein und schützen Sie die Sicherungsdatenströme.
  • Wichtig ist auch die Verfügbarkeit. Die Herausforderung: Halten Sie Daten und Anwendungen verfügbar, um Prozesse zu gewährleisten, aber schützen Sie diese gleichzeitig ausreichend.
  • So bedeutend Big Data für den Vertrieb und Marketing auch ist, dieser Bereich ist extrem sensibel. Achten Sie hier besonders auf Datenschutz und -sicherheit, da persönliche Daten mit Wissen verknüpft werden!
  • Durch Mobile Business und das Internet der Dinge wächst der Datenverkehr stark an. Aufgepasst: In Endgeräte-Datenströmen verstecken sich gerne ungebetene Gäste aus dem Cyberspace. Nutzen Sie hier zum Beispiel eine UTM-Firewall (Unified Thread Management)! Diese hat einen Inhaltsfilter, der durchgängig neue Inhalte checkt und prüft, ob diese zulässig sind. Ein Virenschutz ist inklusive.
  • Zudem ist ein VPN-Zugang (Virtual Private Network) sicherer als ein normaler Port-Zugang. Nutzen Sie diesen „privaten Tunnel“ zwischen Unternehmensnetzwerk und mobilen Endgeräten!
  • Die Lösung für verlorene mobile Endgeräte: Über ein Mobile-Device-Management können vom Administrator alle Daten gelöscht werden.
  • Holen Sie sich bei Bedarf einen externen Berater!

Fazit:

Studien zeigen: In punkto IT-Sicherheit sollten mittelständische Unternehmen rasch handeln, insbesondere kleine Betriebe. Ganzheitliche IT-Sicherheitskonzepte, sensibilisierte und geschulte Mitarbeiter sowie moderne Sicherheitstechnologien sind auch hier gefragt.

Tipp: IT-Security gehört in die Hände von Profis. Hersteller und Betreiber von Rechenzentren gewährleisten nicht nur Zugriffssicherheit, sondern auch Ausfallsicherheit, Datenkonsistenz und Sicherheit gegen Datenverlust. Nur so bleiben Sie als Unternehmen bei den rasanten
Veränderungen durch die Digitalisierung auf dem Laufenden und erhalten jederzeit den passenden
Schutz. Dabei gibt es kein Patentrezept für die IT-Sicherheitsstrategie. Jedes Konzept muss individuell auf Ihr Unternehmen angepasst werden. Allerdings:

Ganz sicher ist: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema IT-Sicherheit für mittelständische Unternehmen? Schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: Host Europe

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

One thought on “Das 1 x 1 der IT-Sicherheit für mittelständische Unternehmen

  1. Super alles angerissen – doch leider ist es wie immer bei diesen Informationen, dass alles immer sehr generisch formuliert wird. Wo giibt es Pläne, to-do-Listen, wer berät welche Systeme (Window-Mac …)
    Fragen sie ihren Fachmann oder wen auch immer … ist dann ja nur eine „wir haben es dir ja gesagt“-Rechtfertigung.
    … Alles nicht vorwurfsvoll gemeint. Aber die meisten sind doch Technik-Legasteniker. Und die sind doch das größte Leck im System.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.