In diesem Beitrag geht es um die „Königsdisziplin“ von Facebook-Kampagnen: das Zielgruppen-Targeting. Warum ist das Targeting so wichtig? Schließlich kann man für seine Kampagnen doch einfach auch die von Facebook vorgegebenen Standardeinstellungen nutzen. Doch wenn Sie Ihr Budget so effizient wie möglich einsetzen und vor allem die richtige(n) Zielgruppe(n) erreichen möchten, lohnt es sich, tiefer in dieses Thema einzusteigen. Denn Facebook bietet Ihnen eine Reihe von Optionen für ein zielgenaues Targeting. Die wichtigsten Optionen möchte ich Ihnen im Folgenden genauer vorstellen.

Ein positiver Hinweis vorab. Welchen Facebook Anzeigentyp so auch einsetzen, die Targeting-Optionen sind immer die gleichen. Wenn Sie also einmal die Grundprinzipien des Facebook-Targetings verstanden haben, wissen Sie, wie Sie bei Ihrer nächsten Facebook-Kampagne vorgehen müssen.

Individuelle Targeting-Optionen

Facebook ermöglicht Ihnen, wie bei einem Newsletter-Tool, eine individuelle Zielgruppenauswahl. Über die Funktion Custom Audiences lässt sich diese sehr einfach definieren. Sofern Sie zuvor noch keine Custom Audience erstellt haben, klicken Sie auf Neue Custom Audience erstellen.

Nun haben Sie die Möglichkeit, eigene Kundenlisten z.B. bestimmte IDs von Facebook-Nutzern oder auch eine Liste von Telefonnummern, E-Mail-Adressen (Kundenliste) oder die Nutzer einer bestimmten App (App-Aktivität) hochzuladen. Facebook adressiert Ihre Kampagne dann ausschließlich an diese Zielgruppe.

Besucherzahlen Deiner Webseite

Eine komplexere Targeting-Alternative ist die Option Besucherzahlen Deiner Webseite. Um die Möglichkeiten dieser Option nutzen zu können, sollten Sie ein Custom Audience Pixel auf Ihrer Webseite integrieren. Auf diese Weise lassen sich Zielgruppen darüber definieren, ob ein bestimmter Personenkreis Ihre Webseite innerhalb eines bestimmten Zeitraums besucht bzw. nicht besucht hat.

Mit Hilfe benutzerdefinierter Kombinationen können Sie Ihre Zielgruppe noch weiter spezifizieren, indem Sie Ihre Kampagne zu Beispiel ausschließlich an Personen adressieren, die Seiten zu einer bestimmten Produktgruppe oder zu einem bestimmten Thema besucht haben.

Standard-Targeting-Optionen

Wesentlich häufiger als mit dem Custom Audience Targeting, werden Sie voraussichtlich mit den Standard-Targeting-Optionen von Facebook arbeiten.

Sie können auf diese Weise zum Beispiel bestimmte Standorte-Bereiche adressieren.

Standorte

Was versteht man unter Standort? Als Standorte können Sie zum Beispiel Länder, geografische Regionen, Städte oder Postleitzahlbereichen wählen.

Achten Sie darauf, dass Sie nur Zielbereiche auswählen, die für Sie geschäftlich wirklich relevant sind. Für Host Europe als Anbieter von Hosting-Lösungen ist es durchaus sinnvoll, Facebook-Kampagnen an Personen in ganz Deutschland auszuliefern. Weniger sinnvoll wäre es zum Beispiel, eine Facebook-Kampagne, mit der Sie für Bergsteigerausrüstungen werben möchten, ausschließlich an den Personenkreis einer kleinen Nordsee-Insel zu adressieren.

Alter und Geschlecht

Nutzen Sie die Einstellungen zu Alter und Geschlecht, wenn sich Ihre Kampagne an eine bestimmte Altersgruppe oder ausschließlich an weibliche bzw. männliche Facebook-Nutzer richtet.

Sprachen und weitere demografische Angaben

Über diese Einstellung lassen sich unnötige Streuverluste vermeiden. Denn nicht alle Facebook-Nutzer, die Sie über einen bestimmten Standort adressieren, sprechen auch die gleiche Sprache. Besonders wichtig ist diese Option, wenn Sie Facebook-Kampagnen in multilingualen Ländern wie zum Beispiel der Schweiz, Luxemburg oder auch Belgien schalten.

Über das Drop-Down-Menü können Sie darüber hinaus weitere demografische Selektionskriterien auswählen, zum Beispiel: Ausbildungsgrade, Einkommensstufen, Beschäftigungen in bestimmten Branchen, Berufsbezeichnungen uvm.

Interessen

Kommen wir nun zur wohl interessantesten Option des Facebook-Targetings: den Interessen. Denn hier entfaltet das Adressuniversum von Facebook seine ganzen Möglichkeiten. Zum einen können Sie Ihre Zielgruppe direkt aus einer Vielzahl vordefinierter Kategorien und Unterkategorien auswählen.

Unter Umständen werden Sie jedoch feststellen, dass diese Einteilungen für Ihre Kampagnen noch nicht trennscharf genug sind. Deshalb empfiehlt es sich oft, das Targeting über Interessen manuell zu verfeinern.

Nehmen wir zum Beispiel folgenden Fall: Sie haben ein neues kostenpflichtiges Plug-In für das Content Management System WordPress entwickelt und möchten dieses über Facebook bewerben. Sie könnten dafür natürlich die vordefinierte Zielgruppe Software auswählen, die Sie unter den übergeordneten Kategorien Technologie/Computer finden. Facebook listet Ihnen dafür mehr als 499 Millionen potentielle Zielpersonen auf. Doch höchstwahrscheinlich wird sich nur ein Bruchteil dieser Zielgruppe überhaupt für WordPress interessieren. Deshalb ist es in diesem Fall sinnvoller, wenn Sie zum Beispiel das Keyword „WordPress“ direkt eingeben. In unserem Beispiel schränkt sich die potentielle Zielgruppe von mehr als 499 Millionen (weltweit) auf die sehr viel relevantere Zielgruppe von ca. 6,7 Millionen (weltweit) ein. Je nachdem, welche Einschränkungen Sie zusätzlich vornehmen, können Sie die potentielle Zielgruppe noch präziser definiert.

Verhalten

Für bestimmte Facebook-Kampagne kann auch die Option Verhalten sehr nützlich sein. In diesem Fall wählen Sie Ihre Zielgruppe anhand bestimmter Aktivitäten aus. So können Sie zum Beispiel als Buchhandlung für Reiseliteratur über Facebook ganz gezielt Personen in Ihrer Nähe ansprechen, die regelmäßig reisen oder eine bestimmte Reise planen.

Interessante Verhaltens-Kategorien sind auch: Digitale Aktivitäten oder die Nutzung von Mobilgeräten.

Verbindungen

Schließlich haben Sie noch die Möglichkeit, Ihre Zielgruppe danach zu definieren, in welcher Verbindung Sie zu Ihnen steht.

Wählen Sie zum Beispiel alle Personen aus, die Ihre Facebook-Unternehmensseite geliked haben, die Ihre App benutzen oder an einer Ihrer Veranstaltung teilnehmen. Sie können diese Personen aber auch bewusst ausschließen oder gezielt deren Facebook-Freunde einladen, wenn Sie weitere Fans oder Interessenten gewinnen wollen.

Das Zielgruppen-Barometer

Einen hilfreichen ersten Anhaltspunkt für ein effizientes Targeting gibt Ihnen das Zielgruppen-Barometer. Dieses fasst die Parameter Ihrer Zielgruppendefinition zusammen. Hier erkennen Sie auf einen Blick, ob die Reichweite Ihrer Kampagne zu weit (zu unspezifisch) ist und wahrscheinlich zu hohen Streuverlusten führt. Oder aber – das andere Extrem –, ob Ihre Auswahl zu spezifisch ist und Sie lediglich eine sehr geringe Anzahl von Zielpersonen erreichen. Achten Sie darauf, dass Sie sich mit Ihrer Zielgruppenauswahl immer im grünen Bereich bewegen.

Fazit

Wie Sie sehen, hält Facebook sehr viele Targeting-Optionen für Sie bereit. Doch wenn Sie in die „echte“ Kampagnenplanung einsteigen, werden Sie feststellen, dass es keine Patentlösungen gibt. So lässt sich nicht immer zu jedem gewünschten Keyword gleich eine entsprechend definierte Facebook-Zielgruppe finden. Nehmen Sie sich Zeit. Seien Sie kreativ und testen Sie verschiedene Alternativen. Arbeiten Sie zunächst mit kleineren Budgets und werten Sie die Ergebnisse aus. Mit der Zeit werden Sie ein immer besseres Gefühl dafür bekommen, wie Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen.

Ausblick

In meinem nächsten Beitrag möchte ich Ihnen vorstellen, wie Sie Kampagnen-Budgets effizient planen und Ihre Kampagnen auswerten können.

Weitere Artikel der Serie:

Erfolgreich auf Facebook werben – Teil 1: Leitfaden zur Erstellung von Facebook-Kampagnen

Erfolgreich auf Facebook werben – Teil 2: So erstellen Sie eine Facebook-Anzeige

Erfolgreich auf Facebook werben – Teil 3: Zielgruppen-Targeting mit Facebook

Erfolgreich auf Facebook werben – Teil 4: Facebook-Kampagnen effizient planen und auswerten

Erfolgreich auf Facebook werben – Teil 4: Facebook-Kampagnen effizient planen und auswerten

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema? Dann schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: Host Europe

Wolf-Dieter Fiege

Wolf-Dieter Fiege ist Senior Specialist für Content Marketing & SEO und Chefredakteur des Blogs der Host Europe GmbH, einem der größten Anbieter von Domain- und Webhosting sowie Serverprodukten in Europa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.