Auch wenn schon bestimmt einige von Google Alerts und Co. gehört haben, werden Alert-Tools im Online-Marketing noch immer viel zu selten eingesetzt. Standardmäßig werden sie, je nach Tool, für die Überwachung sozialer Medien, wie Diskussionsforen, Weblogs, Mikroblogs und sozialer Netzwerke, aber auch Suchmaschinen, eingesetzt. Klug genutzt, können sie aber so einiges mehr als nur über Veröffentlichungen über das eigene Unternehmen informieren: Sie können mit Alerts zum Beispiel den Wettbewerb ausspähen, Alerts als Recherchebasis fürs Backlinking und Vernetzen verwenden oder sich mit Alerts einfach privat auf dem Laufenden über spannende Veranstaltungen am Wochenende halten. Wir stellen Ihnen im Folgenden vier Alert-Tools vor: Google Alerts, talkwalker, Alert.io und Kuerzr.com.

Google Alerts – das Original

Das bekannteste Alert-Tool ist Google Alerts. Schon seit 2004 in der Palette sinnvoller Google Features, fristete es lange ein Schattendasein. Erst mit dem zunehmendem Bedürfnis, auch kleiner Unternehmen, immer up-to-date über alle Web-Bewegungen zu sein, rückte es ins Licht. Zu Recht, denn mit der richtigen Konfiguration kann man damit so einiges anstellen!

Auf den Punkt gebracht fasst der Dienst täglich alle neuen Informationen im Netz zu einem Thema zusammen und sendet diese per E-Mail an den Nutzer. Dabei können Sie selbst bestimmen, nach welchen Keywords im WWW Ausschau gehalten werden soll, und wie oft Sie benachrichtigt werden möchte (täglich oder wöchentlich), aus welchen Quellen, in welcher Sprache bzw. Region und, ob Sie alle oder nur die wichtigsten Alerts erhalten möchte. Über die Funktion Digest können Sie bestimmen, dass Sie alle Alerts in einer E-Mail erhalten. Um den Überblick zu behalten, wird hiervon aber eher abgeraten. Die Erstellung ist kostenlos, benötigt wird lediglich ein Google Account.

Für diese Unternehmensbereiche können Google Alerts nützlich sein:

  • Produktmanagement: Produkte verfolgen
  • Redaktion: neue Inhalte zu relevanten Themen finden
  • PR: Themen und Reputation rund um die eigene Marke und Personen
  • Marketing: Feedback und Reaktionen auf Kampagnen evaluieren

So setzen Sie sinnvolle Such-Operatoren für die Erstellung eines Alerts ein:

Begriffe ausschließen -> „Hosteurope – Server“, Server wird hier nicht berücksichtigt
* (Wildcard Suche) Begriffe ersetzen, die zum Zeitpunkt der Suche noch unbekannt sind
„“ Exakte Eingabe wird gesucht
| „Entweder…oder…“
site:domain.de Neue Inhalte der Domain
Keyword +site:domain.de Neue Inhalte der Domain zum Thema Keyword
related:domain.de Ähnliche Domains zur Domain finden
site:domain.de-Keyword Alle neuen Inhalte der Domain mit Ausnahme Keyword
inurl:Keyword Alle neuen Ergebnisse, die in der URL Keyword nutzen

 

Talkwalker: Alerts zu Websites und mehr

Als Alternative zum Google eigenen Dienst gibt es auch noch weitere kostenlose Alert-Dienste, von denen Talkwalker Alerts der bekannteste ist.

Außer den Einstellungsmöglichkeiten zu den gesuchten Keywords und Begriffen lassen sich auch noch andere Punkte rund um die Alerts konfigurieren:

  • Anzahl der Benachrichtigungen
  • Quellen (News, Blogs, Diskussionen usw.)
  • Sprache der Inhalte
  • Relevanz
  • Art der Lieferung (per Mail oder RSS)

Talkwalker bietet Ihnen zusätzlich zur Websuche auch das kostenlose Echtzeit-Social-Media Monitoring-Tool „Social Search“. Es ermöglicht eine globale Recherche mit internationalen Quellen in 187 Sprachen, das Monitoring von Konversationen in mehr als zehn sozialen Netzwerken und in weltweiten Online-Medien wie Blogs und Online-Magazinen. Durch mehr als 50 Filter können die Ergebnisse verfeinert werden.

Für die kostenlose Social-Search-Suche müssen Sie sich zwar registrieren, aber Sie erhalten einen Überblick der letzten sieben Tage auf Facebook, Twitter, YouTube, Blogs, News sowie Foren und auch einen eingeschränkten Zugriff auf Daten, wie zum Beispiel Reichweite, Impressions, Content Performance, Influenzoren-Effizienz, Tonalität und sogar demografische und geografische Analysen sowie KPIs.

Die Tools stehen als kostenlose, aber stark eingeschränkte, Free-Search-Varianten zur Verfügung. Wer auf mehr zusätzliche Analyse-Features Wert legt, sollte sich für eine der drei kostenpflichtigen Versionen entscheiden, die allerdings erst ab 500 Euro pro Monat starten. Weitere Infos finden Sie unter: www.talkwalker.com.

Altert.io – Intelligentes Echtzeit -Monitoring

Manche kennen Alert.io noch unter dem Namen mention.com. Das Tool filtert zusätzlich nach

  • sozialen Netzwerken.
  • Spam-Filter: Ergebnisse von vorher als Spam definierten Begriffen oder Seiten werden nicht berücksichtigt, z. B. Erwähnungen vom eigenen Twitter-Account oder ähnlicher Inhalte.
  • Priorität: Wichtige Quellen oder Personen werden zur Prioritäten-Inbox hinzugefügt.

Mittels „Echtzeit-Monitoring“ werden Millionen von Quellen aus sozialen Netzwerken, Foren, Blogs, News- und anderen Web-Adressen in 42 Sprachen verfolgt und Daten via PDF, CSV, XLS oder TSV exportiert. Der Clou: Die Alerts können mit den eigenen sozialen Netzwerken verknüpft werden, so dass eine sekundenschnelle Reaktion direkt in der App möglich ist.

In der statistischen Auswertung werden die erstellten Alerts nach Sprache, Quelle und Zeitraum aufgeführt. Auch weitere Nutzer können in ein Team eingebunden und die Alerts gemeinsam bearbeitet werden.

Das Tool kann für einen Alert kostenlos oder kostenpflichtig ab 29 Euro mit zusätzlichen Features genutzt werden. Weitere Infos zu Altert.io finden Sie unter: https://de.alert.io

Kuerzr.com: einfach, kostenlos und effizient

Kuerzr.com ist der uns bislang unbekannteste Alert-Dienst, aber die Einrichtung geht noch schneller als bei Talkwalker, weil es in dem Sinne auch weniger Optionen gibt: Suchbegriff, E-Mail-Adresse und Frequenz („sofort“, „täglich“ und „wöchentlich“) – und schon geht’s los. Die Themen können auch als RSS-Feed abgerufen werden. Es werden alle Themen und Trends des deutschen Webs, inklusive Nachrichten, Blogs, Facebook und Twitter durchsucht.

Wenn Sie auf die erweiterte Suche klicken, können Sie auf Wunsch Begriffe eingeben, die auf jeden Fall bzw. auf keinen Fall enthalten sein sollen. Auf dem Reiter „Einstellungen“ können Sie zudem die Medienart („News Media“ bzw. „Social Media“), die Quellen (alle bzw. einige oder einige ausschließen), die Sprache („nur Deutsch“ bzw. „nur Englisch“) und die Anzahl der Ergebnisse („alle“ oder „nur wichtige“ auswählen). Für Kuerzr.com müssen Sie sich nicht registrieren: Am Ende einer jeden Alert-Mail erscheint ein Link, mit dem Sie sich vom Alert-Dienst abzumelden können.

Praktisch:
Kuerzr.com hat einen Algorithmus zur automatischen Zusammenfassung entwickelt, der die wichtigsten Informationen in wenigen Sätzen zusammenfasst. Alle Features zu Kuerzr.com auf einen Blick finden Sie unter: http://www.kuerzr.com/about/funktionen

Fazit zu „Wie recherchiert man mit Alerts?“

Die Einsatzmöglichkeiten für Alert-Tools sind vielfältig. Sie erleichtern Ihnen als User die Marktbeobachtung enorm und helfen Ihnen bei der Überwachung und Steuerung von Projekten. Auch aus SEO-Sicht bieten diese Tools zahlreiche Vorteile. Zum einen können Sie sich im Internet besser platzieren, zum anderen erhalten Sie z.B. auch Hinweise auf gute Blogartikel oder relevante News zu einem Thema, die Sie für eigenen Content wiederum nutzen können. Am besten probieren Sie ein Alert-Tool mit einer Suchanfrage aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Danach können Sie die genannten Strategien anwenden, um immer über Ihr Business up-to-date zu sein.

Pro-Tipp: Web-Monitoring kommt ganz am Anfang

Web-Monitoring muss von Anfang an Bestandteil von Online-Aktivitäten sein. Beginnen sollten Sie noch bevor Sie erste Präsenzen in den sozialen Netzwerken aufbauen oder Blog-Strategien entwickeln. Denn erst das Monitoring erlaubt es Ihnen, festzustellen, auf welchen Plattformen Zielgruppen zu finden sind und für welche Inhalte sich diese interessieren.

Coole Tipps, wie Sie Alerts am besten nutzen:

  • Halten Sie sich über Nachrichten über Ihr Unternehmen immer auf dem Laufenden! Richten Sie sich einen Alert für Ihren Namen oder Ihre URL ein. Dann sehen Sie immer, wenn Sie irgendwo im Web erwähnt werden.
  • So gewinnen Sie neue Kunden! Stellen Sie Fragen ein, die ein potenzieller Kunde hätte. Taucht irgendwo diese Frage auf, positionieren Sie sich als Experte.
  • Nie die Konkurrenz aus den Augen lassen! Geben Sie Ihre Branche und Ihren Ort ein. So bleiben Sie immer über Aktionen Ihrer Mitbewerber informiert.
  • Perfektes Recherche- und Linkbuilding-Werkzeug! Erscheint ein Fachartikel, erhalten Sie eine Mail und können ihn zum Beispiel kommentieren, sich vernetzen oder sich auch für eigenen Inhalt inspirieren lassen.

Quellen zu Alerts – Coole OnlinemarketingTools, die oft unterschätzt werden:

Sie haben Anregungen oder Fragen zum Thema „Recherchieren mit Alerts?“ Schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: Host Europe

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

One thought on “Wie recherchiert man mit Alerts? Coole Online-Marketing-Tools, die oft unterschätzt werden

  1. Liebe Jana,
    meiner Meinung nach ist Social Media Monitoring der Online-Trend für das kommende Jahr, allerdings nicht mehr nur als ein Werkzeug der Marketing, oder PR-Abteilung, sondern wird sich als gesamtheitliche Unternehmensstrategie durchsetzen.
    Professionelles Monitoring eröffnet große Potentiale für Produktentwicklungs- und Innovationsabteilungen. Auf diese Weise können Kundenbedürfnisse erhoben und evaluiert werden, die in die kundenspezifische Adaptierung, oder Erweiterung des bestehenden Produkt Portfolios einfließen. Aber auch in Form von Social Selling leistet Monitoring wertvolle Dienste beim Ausfindigmachen neuer Absatzmärkte und Erforschung neuer potentieller Zielgruppen. Diese können dann aktiv angeworben werden. Man arbeitet somit immer direkt am Kunden, und nicht an ihm vorbei.
    Gerade aber kleine Unternehmen, wie Restaurants, Friseure, etc. die mittlerweile stark von ihrer Reputation im Internet abhängig sind, haben oft nicht die finanziellen Möglichkeiten, in kostenpflichtige, aber zuverlässige Produkte zu investieren. Die Schwachstellen der gratis angebotenen Dienste und Versionen sind bekannt.
    Wir von SocialHub haben uns selbst lange genug darüber gewundert und beschlossen es besser zu machen. Wir möchten als Alternative eine Lösung anbieten, die genau das tut, worauf es bei einem Alert Dienst ankommt: zuverlässiger und schneller relevante Ergebnisse aus dem Web UND den Sozialen Netzwerken liefern. SocialHub Alerts wollen wir sogar kostenlos zur Verfügung stellen, wenn sich 1.000 Nutzer bis zum 31.12.2016 für unser Angebot unter https://socialhub.io/alerts/ registrieren. Wir nehmen zudem gerne Wünsche und Anregungen entgegen, über welche Features unser Tool verfügen soll. Unser Ziel ist es, den optimalen Alert Dienst für digitale Helden auf den Markt zu bringen!
    Liebe Grüße,
    Sarah

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