Wer vServer-Angebote vergleicht, wird große Unterschiede feststellen. Diese gründen zum einen in unterschiedlichen Herangehensweisen und Leistungen der Hosting-Provider (lesen Sie dazu unseren Blogartikel darüber, worauf Sie bei der Auswahl Ihres vServer-Hostings achten müssen). Zum anderen unterscheiden sich vServer-Tarife in der Ausstattung, insbesondere bei den verfügbaren Hardware-Ressourcen, Betriebssystemen und Administrationswerkzeugen. Dieser vServer Vergleich gibt Hinweise, was Sie für verschiedene Anwendungen benötigen und wie Sie den vServer finden, der am besten zu Ihren Anforderungen passt. 

Wer braucht einen vServer? 

Virtual Private Server (VPS) richten sich an Website- oder Anwendungsbetreiber, denen Shared-Hosting-Angebote zu wenig Leistung und Flexibilität bieten, die aber keinen hochleistungsstarken und dafür deutlich teureren Dedicated Server benötigen (Für mehr Informationen: Was ist ein VPS?) . Denn vServer schützen zuverlässig vor dem Noisy-Neighbour-Effekt, bieten dank Root-Zugriff fast volle Kontrolle über die Serverkonfiguration und können bei steigendem Ressourcenbedarf upgegradet werden. vServer eignen sich daher vor allem für Webentwickler, Agenturen und Betreiber anspruchsvoller oder geschäftskritischer Projekte, z. B.: 

  • Webshops 
  • Hosting vieler Websites 
  • Datenbankbasierte Anwendungen 
  • Websites und Anwendungen mit viel Traffic und höherem Performance-Bedarf 
  • Mailserver, Dateiserver etc.  
  • Testumgebungen 

Ressourcen im Vergleich 

Dank reservierter Hardware-Ressourcen punkten vServer mit stabil hoher Performance, niedrigen Latenzen und höherer Bandbreite. Zudem können Sie Ihren vServer flexibel nach Ihrem Ressourcenbedarf konfigurieren. Bei Host Europe können Sie beispielsweise zwischen 1-16 CPU-Kernen (vCores), 1-64 GB RAM und 20-800 GB Speicher skalieren und bei Bedarf einfach aufstocken. 

Aber wie viel RAM, vCores oder Speicherplatz benötigen Sie eigentlich für Ihre Anwendung? Die erste und wichtigste Regel: RAM is King! Für optimale Performance sollten alle wichtigen Dateien Ihrer Anwendungen und Services (Datenbanken, PHP-Dateien etc.) möglichst komplett in den Arbeitsspeicher geladen werden können. Deshalb sollten Sie bei Ihrer vServer-Konfiguration auf keinen Fall am Arbeitsspeicher sparen. Bei Webanwendungen wird empfohlen, für den benötigten RAM mindestens das Doppelte der Datenbankgröße anzusetzen. Bei alldem darf nicht vergessen werden, dass auch das Betriebssystem zusätzlich noch RAM benötigt. Als Faustregel sind für einen Linux-vServer mit Web- und Mailserver, WordPress (ohne Plugins) und moderatem Traffic mindestens 2 Gigabyte RAM empfehlenswert, während 1 CPU-Kern häufig ausreicht. Wächst allerdings der Traffic, steigen vor allem die CPU-Anforderungen. Gameserver brauchen dagegen deutlich mehr Ressourcen. Zum Beispiel sollte man bei Minecraft pro Server-Software ein halbes Gigabyte RAM und einen vCore einplanen, pro Spieler kommen dann noch weitere 50 bis 100 Megabyte RAM hinzu. Möchten Sie zusätzlich zu Ihren Anwendungen auch eine Admin-Lösung wie Plesk oder cPanel nutzen, sollten Sie dafür ebenfalls mehr RAM einplanen. 

Ressourcenbedarf schwer abschätzbar 

Konkrete Angaben à la „Webshops brauchen mindestens 4 GB RAM und 2 CPU-Kerne“ sind aber etwas problematisch, denn der Ressourcenbedarf einer bestimmten Anwendung wird von vielen Faktoren bestimmt . Grundsätzlich steigt der Bedarf einer Anwendung mit ihrer Komplexität, der Anzahl gleichzeitiger Zugriffe und dem eingesetzten Software-Stack (Server, PHP, Datenbank etc.) und seiner Konfiguration. Diese Kriterien beeinflussen sich gegenseitig: Beispielsweise erzeugt Apache bei gleichzeitigen Zugriffen durch verschiedene Clients parallele Prozesse oder mindestens Threads (falls Multi-Threading genutzt wird), die alle RAM belegen und von der CPU abgearbeitet werden müssen (Nginx arbeitet dank cleveren Eventhandlings etwas ressourcenschonender). Komplexe, datenbankbasierte Webanwendungen erzeugen wiederum viel mehr Requests pro Seitenaufruf als statische Webseiten mit wenigen Elementen; entsprechend weniger Besucher pro Sekunde kann die Hardware in diesem Fall abarbeiten. Kommt dann noch ein WordPress mit Webshop und Dutzenden Plugins sowie langsames PHP 5.6 oder 7.1 hinzu, sind auch mehrere vCores irgendwann ausgelastet. Eine sinnvolle Caching-Konfiguration kann wiederum die Auslieferung stark beschleunigen. Aufgrund dieser Unsicherheiten sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie bei Bedarf Ihren vServer einfach aufrüsten können. 

Speicherplatz 

Beim Speicherplatz lässt sich der benötigte Bedarf etwas leichter abschätzen. Betriebssystem, Anwendungen und einfache Websites inklusive Datenbank benötigen in der Grundkonfiguration selten mehr als 10 Gigabyte Speicher. Wählen Sie für Ihren vServer trotzdem mindestens 20 Gigabyte Speicherplatz, damit Sie zusätzlich noch Reserven haben. Wollen Sie allerdings umfangreiche Sammlungen von Mediendateien (Videos, Podcasts, Bildergalerien) ablegen, könnten Sie auch damit schnell an Grenzen stoßen. Dasselbe gilt für E-Mail-Postfächer; rechnen Sie hier großzügig mit bis zu 10 Gigabyte pro Inbox. Tipp: SSDs sind deutlich schneller als HDD-Festplatten und können insbesondere bei knappem Arbeitsspeicher einen großen Performance-Schub bewirken. 

Betriebssysteme 

Ein wesentlicher Vorteil von vServern ist es, dass Sie ein Betriebssystem einsetzen können, das zu Ihren Bedürfnissen passt. Zur Auswahl stehen in der Regel je nach Anbieter verschiedene Linux-Distributionen und manchmal sogar Microsoft Windows. Bei Host Europe wählen Sie zwischen CentOS 7, Ubuntu 16.04 LTS, Debian 8 oder Windows Server 2016.  

Für die meisten Anwendungen ist Linux die bessere Wahl, weil es ressourcenschonender ist als Windows, mehr Sicherheit gegen Malware bietet und exakt an individuelle Anforderungen angepasst werden kann. Viele Webentwickler haben mit Linux Erfahrung, fühlen sich auf der Kommandozeile wohl und schätzen die gebotenen Freiheiten. 

Windows Server bietet dagegen auch weniger erfahrenen Benutzern eine intuitive Bedienung über die grafische Benutzeroberfläche. Zudem ist es Voraussetzung für viele populäre Anwendungen im Unternehmensumfeld, zum Beispiel Microsoft SharePoint oder Exchange. 

Administration 

Wenn Sie einen vServer nutzen möchten, benötigen Sie Kenntnisse und Erfahrungen in der Serveradministration. Falls Ihnen entsprechende Ressourcen fehlen, sollten Sie einen Blick auf die gemanagten cPanel WebServer von Host Europe werfen. 

Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihren selbstgemanagten Virtual Server nur über die Kommandozeile administrieren können. Es gibt dafür auch komfortable Verwaltungswerkzeuge – bei Host Europe können Sie optional zwischen cPanel & WHM (nur Linux) oder Plesk Obsidian Webhost Edition (Linux und Windows) wählen. Beide Werkzeuge vereinfachen Standard-Verwaltungsaufgaben inkl. Domain- und Mailbox-Management und unterstützen die Migration von Webprojekten oder den Parallelbetrieb verschiedener PHP-Versionen. Darüber hinaus überwachen sie Serverzustand und Performance und ermöglichen die Installation von populären Webanwendungen per Mausklick.  

cPanel oder Plesk? Die beliebtesten Konfigurationstools im Vergleich

Bei Letzterem hat cPanel leichte Vorteile: Es bringt den One-Click-Installer Installatron mit, mit dem Sie über 120 verschiedene Anwendungen einrichten können. Dafür beinhaltet Plesk das WordPress Toolkit, mit dem Sie zahlreiche WordPress-Websites zentral installieren, konfigurieren und verwalten können.  

Beide Panels bieten auch Funktionen für das Reseller-Management, mit denen Sie Ihren Kunden eigene Zugänge für die Verwaltung ihrer Websites zur Verfügung stellen können. Dabei macht es cPanel vor allem Einsteigern, Freelancern und Agenturen ohne Vollzeit-Admins einfach: Hier erfolgt die eigentliche Verwaltung über den leistungsfähigen WHM (Web Hosting Manager), während Ihre Kunden über die einfachere und optimal vorkonfigurierte cPanel-Oberfläche auf ihr Paket zugreifen. Dort können sie etwa mit einem einzigen Klick SSL-Zertifikate installieren oder einfach weitere Admin-Accounts anlegen.  

Bei Plesk greifen Reseller und Hosting-Kunden auf die gleiche Oberfläche zu, sodass der erfahrene Webadmin selbst einstellen kann (bzw. muss), welche Funktionen seine Kunden nutzen dürfen. Dafür lässt die leistungsstarke Verwaltung mit ihren vielen Funktionen und Optionen auch für Profis keine Wünsche offen So einfach können Sie mit Plesk einen Mail Server einrichten.

vServer-Hosting – Erfahren Sie hier, auf welche Punkte Sie achten sollten 

Titelmotiv: Pixabay

Host Europe

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