In einem unserer letzten Artikel haben wir Ihnen die Unterschiede zwischen den beiden Analyse-Tools PIWIK und Google Analytics vorgestellt. In diesem Beitrag erklären wir Piwik für Anfänger.

Erst einmal ist Piwik ein Analyse-Tool wie Google Analytics, mit dem Website-Betreiber die User-Bewegungen auf Ihrer Seite verfolgen können. Im Juni 2007 gegründet, erschien die erste öffentliche Version im März 2008. Seitdem ist Piwik bis heute 3 Millionen Mal heruntergeladen worden. Zahlreiche große Seiten wie bund.de, SourceForge oder 9GAG nutzen das Analyse-Werkzeug. Ein großes Team rund um Gründer Matthieu Aubry entwickelt es ständig weiter. Piwik ist in PHP programmiert, also eine Open Source Software, und ist auf einer MySQL-Datenbank aufgesetzt.

 

Datenschutz als größter USP

Der größte Vorteil vom kostenlosen Piwik ist nach Beurteilung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), dass die Analyse-Software, vor allem, wenn noch einige Einstellungen vorgenommen werden, datenschutzkonform ist. Besonders: das Inhouse-Hosting, also das Hosten auf dem eigenen Server. So werden die Daten nicht extern bei Dritten verarbeitet, sondern beim Betreiber selbst. Dies bringt auch in Bezug auf die Echtzeitauslieferung von Statistiken weitere Pluspunkte. Zu beachten: Je größer der Zugriff auf die Website, desto höher auch die Belastung des Servers. Denn Piwik meldet jede Bewegung des Nutzers an den Server zurück.

Mittlerweile wird zudem eine Pro-Version angeboten, die bei Piwik gehostet wird. Der Anbieter legt auch bei dieser Variante größten Wert auf den Datenschutz und -sicherheit. So werden die Daten unter anderem in Rechenzentren in Deutschland gehostet. Im Folgenden wird der Fokus aber auf die selbst-gehostete gängigere Variante gelegt, da diese auch bezüglich des datenschutzkonformen Einsatzes noch mehr Vorteile bietet.

 

Piwik ist vielfältig im Analyse-Einsatz

Ansonsten weist Piwik ähnliche Funktionen wie Google Analytics auf. Für vier Bereiche stehen Analysemetriken zur Verfügung: für das Web, den Onlineshop, für Log Files und das Intranet. Ganz gleich, ob die Website nur ein paar Besuche pro Tag oder ein paar Millionen hat, Piwik sammelt und analysiert wichtige Informationen über die Nutzer. Keyperformance-Indikatoren sind Besuche, Konversionsraten, Downloads, Keywords und vieles mehr. Wenn Piwik in die E-Commerce-Software integriert wird, werden Umsatz, Aufträge, Conversion Rates, durchschnittliche Bestellwerte und detaillierte Produktstatistiken analysiert. So kann der User einfach erkennen, welche Produkte am beliebtesten sind. Das ausführliche E-Commerce-Protokoll wird in Echtzeit angezeigt. Interessant: Das Tracken von Besuchern, die nicht konvertiert haben. In Bezug auf Intranet-Websites bietet Piwik auch Vorteile: Denn sie haben im Allgemeinen strenge Sicherheits- und Datenschutzanforderungen. Diese verlangen oft, dass die Statistik-Software in der eigenen Infrastruktur des Unternehmens oder der Institution gehostet wird. Insbesondere in diesem Fall ist Piwik eine gute Lösung. Letztlich können User ihre Webserver-Protokolle mit Piwik importieren und analysieren.

 

Kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation:

Um Piwik auf dem eigenen Server zu installieren, benötigt die Software entsprechenden Speicherplatz und eine PHP/MySQL-Unterstützung. Zur Installation lohnt sich ein Blick in die ausführliche Anleitungen, die auf der Website zur Verfügung stehen.

  1. Zuerst entpacken Sie den runtergeladene ZIP-komprimierten Ordner. Es erscheint ein „piwik“ benannter Ordner. Legen Sie diesen auf dem gewünschten Webserver ab.
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  3. Das weitere Set-up findet unter der angegebenen URL statt. Sollte dies einmal nicht funktionieren liegt es an fehlenden Ordnern, die dann hinzugefügt werden müssen. Auch die Rechtevergabe muss korrekt sein. Piwik gibt hier gut nachvollziehbare Anleitungen an die Hand.
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  5. Ist die Installation abgeschlossen, klicken Sie im Menü auf „Einstellungen -> Webseiten“ und dann auf den Button „Eine neue Webseite hinzufügen“:
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  7. Geben Sie nun in der ersten Spalte den internen „Namen“ der Website an. In der zweiten Spalte „URLs“ tragen Sie alle Adressen ein, über welche Ihre Website erreichbar ist. Falls Ihre Website ebenfalls über eine Weiterleitung erreichbar ist, tragen Sie diese auch ein. Im Feld „Interne Suche“ wird abgefragt, ob sie diese Ihren Usern anbieten. Falls nicht, stellen Sie das Drop-Down-Menü entsprechend um.
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  9. Wenn Sie mit dem Eintrag fertig sind, dann können Sie ganz am Ende der Zeile den Tracking-Code generieren. Fügen Sie diesen in den Quelltext Ihrer Seite ein. Dabei müssen Sie nicht unbedingt direkt den Quelltext Ihrer Website bearbeiten: Denn für zahlreiche Content Management Systeme (CMS), wie zum Beispiel WordPress und E-Commerce-Anwendungen, stehen für Piwik Plug-Ins zur automatischen Integration des Tracking-Codes bereit. Ist der Tracking-Code in Ihrer Seite implementiert, wird er im Browser des Besuchers ausgeführt und Piwik erfasst die Daten.

 

Piwik für Anfänger – Fazit

Ziel der Nutzung von Piwik ist es, mit den erfassten Daten die Website zu optimieren. Wer sich in die komplexe Welt der Datensammlung und -Bewertung richtig „reinbeißt“, erhält somit wertvolle Informationen zur Performance einzelner Seiten, Onlineshops, von Kampagnen oder zu Call-to-Actions. Mit Piwik ist er auch aus Sicht des Datenschutzes auf der sicheren Seite. Bleibt nur noch, den Erkenntnissen auch Taten folgen zu lassen. Eine Online Demonstration von Piwik gibt es unter Piwik Demo.

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

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