Der Begriff Webserver ist mehrdeutig, denn es können zwei recht unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum einen bezeichnet der Ausdruck einen Web-Dienst, der die Komponenten und Inhalte einer Webseite bereitstellt, damit diese von einem Client wie zum Beispiel einem Webbrowser wie Chrome, Firefox, Safari etc. dargestellt werden kann. Mit WebServer bezeichnet man in diesem Fall eine Software oder genauer – einen Dienst, der auf einem Hosting-Produkt läuft. Und damit kommen wir zur zweiten Bedeutung. Der Ausdruck Webserver kann auch als eine Bezeichnung für ein bestimmtes – zumeist sehr leistungsstarkes – Webhosting-Produkt verwendet werden. In diesem Fall ist eine Hosting-Plattform gemeint. Ein gutes Beispiel hierfür sind die WebServer-Produkte von Host Europe.

Inhaltsübersicht:

HTTP-Server oder: der Webserver als Dienst

Der Ausdruck Webserver leitet sich vom englischen Begriff Server (Diener) ab, denn in der Tat hat ein Webserver eine dienende Funktion. Er liefert („serviert“) den Clients die Inhalte einer Webseite. Clients können ein Webbrowser oder auch der Crawler einer Suchmaschine sein. Bei den auszuliefernden Inhalten handelt es sich um statische Inhalte wie HTML-Dokumente, Bilder, Cascading Style Sheets (Gestaltungsanweisungen für die Seitendarstellung) oder um andere statische Inhalte, die für den Aufbau und die Darstellung einer Webseite benötigt werden. Webserver werden daher oft auch als HTTP-Server bezeichnet.

In den meisten Fällen stammen die Elemente einer Webseite aus unterschiedlichen Quellen, insbesondere dynamische Webseiten. Webserver-Dienste müssen daher auch dynamische Inhalte ausliefern können. Dynamische Inhalte werden z.B. von Webapplikationen wie den  CMS-Systemen WordPress, Joomla, Shopware etc. generiert. Webapplikationen nutzen in der Regel Skriptsprachen wie PHP, Python, Ruby oder andere. Die eigentlichen Inhalte CMS-basierter Webseiten sind in Datenbanken gespeichert. Die Datenbankinhalte sind mit Formatvorlagen verknüpft und werden bei Bedarf vom HTTP-Server abgerufen. Die Darstellung der entsprechenden Webseite erfolgt dann zum Beispiel in einem Webbrowser.

Welche Webserver-Software gibt es?

Serverprodukte von Hosting-Anbietern wie Host Europe nutzen in der Regel Linux- oder Windows-Betriebssysteme. Die populärsten Webserver Dienste für linux-basierte Systeme sind der Apache HTTP-Server und Nginx. Beide Webserver sind Open-source. Für windows-basierte Server-Systeme gibt es den proprietären Webserver-Dienst Microsoft Internet Information Services (Microsoft IIS).

Darüber hinaus gibt es weitere Webserver-Software wie zum Beispiel Tomcat, Node.js, Jetty, Zope und zahlreiche weitere. Wenn Sie diese Dienste auf Ihrem Hosting-Produkt einsetzen möchten, benötigen Sie ein selbstadministriertes Serverprodukt, wie z.B. einen Virtual Server, Root Server oder Dedicated Server von Host Europe.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Server-Produkten von Host Europe

Wie werden Website-Inhalte vom Webserver-Dienst übertragen?

Im Folgenden gebe ich einen Überblick, wie ein HTTP-Server funktioniert. Beim Aufruf einer Webseite empfängt der Webserver-Dienst eine HTTP-Anfrage und liefert daraufhin eine HTTP-Antwort, indem er die Komponenten der aufgerufenen Website an den Client übergibt. Der Client kann, wie bereits beschrieben, ein Webbrowser oder der Crawler einer Suchmaschine sein.

Für die Daten-Übertragung nutzen Webserver-Dienste bis heute ein Kommunikationsprotokoll das 1989 von Tim Berners-Lee entwickelt wurde: das Hypertext Transfer Protocol (HTTP). Mit HTTP wurde zugleich die Grundlage für das World Wide Web geschaffen. Bereits 1994 wurde mit HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure) ein deutlich sichereres Kommunikationsprotokoll für das Internet entwickelt. Mit HTTPS können Daten verschlüsselt und damit abhörsicher zwischen Webserver und Client übertragen werden. In der Anfangszeit wurde HTTPS vor allem für den sicheren Transfer von sehr sensiblen Daten, z.B. bei Finanztransaktionen etc., genutzt. Schrittweise wurde HTTPS dann jedoch zu einem neuen Standard und für den sicheren Aufruf von Bestellseiten von Online-Shops und Online-Formularen genutzt.

Seit 2018 fordert Google praktisch den Umstieg auf sichere HTTPS-Verbindungen. Im aktuellen Google Chrome-Browser werden beispielsweise alle Webseiten, die nach wie vor über eine unsichere HTTP-Verbindung adressiert sind, als unsicher markiert. Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass Ihrer Website-Inhalte über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung ausgeliefert werden. Sie benötigen dafür lediglich ein SSL-Zertifikat, mit dem Sie Ihre Webseite absichern.

Schnellerer Webseitenaufbau durch Caching

Die Ladezeit einer Webseite ist einer der wichtigsten Faktoren für das Ranking und die Usability Ihrer Webseite. Denn lange Ladeprozesse beim Seitenaufbau schlagen Besucher in die Flucht. Je länger der Seitenaufbau dauert, desto mehr Besucher verschwinden. Das heißt: Bruchteile von Sekunden können über ein Umsatzplus bzw. ein Umsatzminus entscheiden, vor allem, wenn Sie einen Online-Shop betreiben.  Umso wichtiger ist es, Webserver-Diensten bei ihrer Arbeit zu unterstützen und damit Ladezeiten schneller zu machen, z.B. mit serverseitigen Caching-Optionen.

Was ist Caching?

Unter Caching versteht man die Zwischenspeicherung von Inhalten. Dadurch können Anfragen von einem Webclient schneller beantwortet werden, denn die gecachten Inhalte befinden sich in einem sogenannten Buffer-Speicher (Cache).  Beim wiederholten Aufruf einer Webseite stehen diese Inhalte dann praktisch direkt zur Verfügung und müssen nicht neu geladen werden. Der Vorteil: die Webseite baut sich schneller auf.

Für serverseitiges Caching gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, z.B.:

OPCache

Beim OPCaching kann Zwischenprogramm-Code (auch Bytecode genannt) zwischengespeichert werden. Bytecode entsteht als Zwischenschritt bei der Umwandlung von PHP Quelltext in den ausführbaren Mikroprozessorcode. Mit Hilfe von OPCaching kann die Ausführung PHP-basierter Anwendungen deutlich beschleunigt werden.

Je nachdem, welches Hosting-Produkt Sie nutzen, muss das entsprechende PHP-Modul für OPCaching aktiviert oder nachinstalliert werden. Bei den WebServer-Produkten von Host Europe ist OPCache standardmäßig aktiviert.

APC User Cache

Abhängig von der jeweiligen Webanwendung, die Sie verwenden, können auch bestimmte PHP-Objekte, wie z.B. ein Website-Menü etc. im APC User Cache zwischengespeichert werden und beschleunigen so die Ausführung der Anwendung.

APC User Cache können Sie für einen WebServer von Host Europe zentral aktivieren bzw. deaktivieren. Sie finden diese Einstellung im Kunden-Informations-System KIS in den Konfigurations-Einstellungen Ihres Produkts unter „Caching-Einstellungen“.

Nginx Caching

Eine weitere, sehr interessante Caching-Möglichkeit ist Nginx. Beim Nginx-Caching kann im Prinzip alles zwischengespeichert werden, was der Webserver-Dienst ausliefert, z.B. Grafiken, CSS Style Sheets, statischen Javascript Code uvm. Sie müssen allerdings darauf achten, dass die Domain, deren Inhalte Sie cachen wollen, Cookie-frei ist. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Auslagerung größere Mediadaten auf eine cookie-freie Subdomain.

Über die Caching-Einstellung eines WebServers von Host Europe können Sie für jede Domain individuell festlegen, ob für diese Domain Nginx-Caching aktiviert sein soll oder nicht.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den WebServer-Produkten von Host Europe

Was ist der Unterschied zwischen einem Apache HTTP-Server und einem Nginx-Webserver?

Der Apache HTTP-Server war lange Zeit der weltweit führende Webserver-Dienst. Er wurde vor allem für linux-basierte Systeme entwickelt, läuft aber auch in Windows-Umgebungen. Eines der wichtigsten Features des Apache HTTP-Servers ist die .htaccess-Datei. Mit Hilfe der .htaccess-Datei können Sie Weiterleitungen einrichten, den Zugang zu Verzeichnissen einschränken, Website-Bereiche für Suchmaschinen-Crawler sperren uvm.

Der Apache HTTP-Server gehört zum beliebten Web Service Stack LAMP, einem Software-Bundle, das aus folgenden Komponenten besteht:

  • einem linux-basiertes Betriebssystem
  • dem Apache HTTP-Server
  • MySQL-Datenbanken
  • Programmsprachen wie PHP, Python, Perl oder anderen

Der Apache HTTP-Server wird kontinuierlich weiterentwickelt, um immer komplexere Webanfragen effizient weiterverarbeiten zu können. Dennoch kann es dabei zu Skalierungsproblemen kommen. Insbesondere bei stark frequentieren Webseiten stößt der Apache an seine Grenzen.

Ein Check bei Google Trends zeigt, dass Suchanfragen und damit die Bedeutung des Apache Webservers in den letzten Jahren abgenommen hat. Dafür hat ein Konkurrent zunehmend an Bedeutung gewonnen: Nginx.

Abbildung - Apache Webserver und Nginx im Vergleich - Suchanfragen bei Google mit Google Trends

Nginx wurde speziell dafür entwickelt, um das sogenannte C10K Problem zu lösen. (Weitere Informationen zum C10K-Problem) Die Herausforderung bestand darin, einen Webserver zu entwickeln, der in der Lage ist, mehr als 10.000 Aufrufe zu bearbeiten, die gleichzeitig an einen Server gestellt werden. Nginx löst diese Herausforderung, indem er keine zusätzlichen Verbindungen aufbaut, sondern die Anfragen asynchron und ereignisgesteuert abarbeitet. Insbesondere bei der Auslieferung von statischen Webinhalten arbeitet Nginx in der Regel doppelt so schnell, wie der Apache HTTP Server, da er mehr Inhalte parallel bereitstellen kann. Selbst bei schwankenden Lasten arbeitet das System stabil. RAM- und CPU-Ressourcen können mit Nginx gleichmäßig genutzt werden.

Weniger Unterschiede zwischen den dem Apache und dem Nginx gibt es bei der Auslieferung von dynamischen Inhalten. Hier arbeiten beide Server etwa gleich schnell.

Apache wird vor allem bei linux-basierten Betriebssystemen eingesetzt. Der Apache HTTP-Server läuft aber auch unter Windows-Betriebssystemen mit gleicher Performance. Anders dagegen der Nginx. Dieser Webserver-Dienst kann auch mit Windows-Betriebssystemen eingesetzt werden, seine volle Leistung entfaltet der Nginx aber in Verbindung mit einem Linux-System.

Webserver mieten – So finden Sie eine solide Hosting-Plattform für Webserver-Dienste

Der Webserver-Dienst stellt die Elemente für die Darstellung einer Webseite bereit. Deshalb brauchen Sie ein „Wirtssystem“, auf dem Sie z.B. einen Apache HTTP-Server oder Nginx-Webserver betrieben können. Wenn Sie für den Betrieb Ihrer Webseite einen Webserver mieten möchten, gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten. Das Angebot beginnt mit kostengünstigen Webhosting-Produkten, die Sie bereits für wenige Euro pro Monat bei einem Hosting-Anbieter mieten können. Für den professionellen Betrieb einer Webseite empfehlen wir Ihnen Serverprodukte, die von Ihnen selbst oder Ihrem Administrator individuell konfiguriert und verwaltet werden können.

Worauf Sie bei der Wahl der richtigen Hosting-Plattform für Ihre Webseite achten sollten

Sie betreiben eine komplexe Webseite? Sie haben viele Besucher auf Ihrer Seite? Dann benötigen Sie ein leistungsstarkes Hosting-Produkt. So können Sie verhindern, dass Ihr Webserver-Dienst bei der Auslieferung Ihrer Seiteninhalte überlastet wird.

Bei einem kostengünstigen Webhosting-Produkt teilen sich viele Kunden die gleichen Systemressourcen. Möchten viele Kunden gleichzeitig dieselben Ressourcen nutzen, kann dies bei komplexen Webseiten unter Umständen zu deutlich langsameren Ladezeiten und in Extremfällen sogar zu einem Systemabsturz führen.

Bei der Auswahl Ihrer Hosting-Lösung sollten Sie berücksichtigen:

  • welche Anwendungen Sie betreiben möchten
  • wie komplex Ihre Webseite ist
  • wie viele Besucher Ihre Webseite voraussichtlich gleichzeitig besuchen werden

Webseiten auf Basis von Content-Management-Systemen, wie WordPress, Joomla etc. sind komplexe Webseiten, da die Inhalte dieser Seiten bei einem Webaufruf dynamisch aus einer Datenbank heraus generiert werden. Achten Sie beim Einsatz von CMS-Systemen darauf, dass Ihnen das Hosting-Produkt dedizierte Hardware-Ressourcen wie Arbeitsspeicher (RAM) bietet. Für anspruchsvolle Internetprojekte empfehlen wir Ihnen einen Dedizierten Managed Webserver, wie z.B. die WebServer Dedicated von Host Europe. Denn bei diesen Produkten stehen Ihnen neben dediziertem Arbeitsspeicher auch dedizierte CPU-Ressourcen zur Verfügung. Zudem wird das Betriebssystem komplett von Host Europe betreut. Sie können sich also voll und ganz auf den Betrieb Ihrer Webseite konzentrieren.

Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Vorteil eines WebServer Dedicated von Host Europe. Denn WebServer Dedicated bieten Ihnen ein weiteres interessantes Feature für die Pagespeed-Optimierung Ihrer Webseite. Über die Voreinstellung der „InnoDB Buffer Pool Size“ können Sie den internen Speicher für Datenbankinhalte auf die Größe der verwendeten Datenbank abstimmen. Das Ergebnis ist ein spürbar schneller Seitenaufbau, auch bei umfangreicheren Webseiten.

Welche Webserver-Dienste stehen Ihnen auf einem Hosting-Produkt von Host Europe zur Verfügung?

  • WebHosting-Produkte von Host Europe nutzen den Apache HTTP Server.
  • Auf einem WebServer von Host Europe können Sie den Apache-Webserver auch in Kombination mit Nginx nutzen.
  • Virtual Server, RootServer und Dedicated Server Linux mit Plesk haben den Apache vorinstalliert. Nginx- und andere WebServer-Dienste können manuell nachinstalliert werden.
  • Virtual Server, RootServer Windows mit und ohne Plesk nutzen den Microsoft MIIS. Nginx- und andere WebServer-Dienste können manuell nachinstalliert werden.

Der einfachste Weg zum optimale Webserver und Hosting-Produkt

Sie möchten wissen, welche Hosting-Plattform und welcher Webserver-Dienst der richtige für Ihr Webprojekt ist? Wenden Sie sich an unseren Support, wir beraten Sie gerne.

Bestellung & Beratung: +49 2203 9934 7765 

 

Photo by Badhon Ebrahim on Unsplash

Wolf-Dieter Fiege

Wolf-Dieter Fiege ist Senior Specialist für Content Marketing & SEO und Chefredakteur des Blogs der Host Europe GmbH, einem der größten Anbieter von Domain- und Webhosting sowie Serverprodukten in Europa.

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