Social Media ist seit ein paar Jahren in aller „Marketing-Munde“. Aber Social Media ist nicht gleich Social Media. Jedes bekannte soziale Netzwerk hat seine eigene Zielgruppe, seine Vor- und Nachteile und erfüllt auch andere Kommunikationsziele. Wer sich erst jetzt in die bunte schillernde Welt der sozialen Plattformen begeben möchte, bietet dieser Artikel einen guten Einstieg – und für die, die im Business-Umfeld schon länger posten, twittern und uploaden einfach einmal eine Zusammenfassung.

So setzen Sie Facebook, Twitter und Co. in Ihrem täglichen Marketingbusiness optimal ein

  • Facebook

    Facebook ist mit 1,71 Milliarden (Stand: Juni 2016) aktiven Nutzern das größte soziale Netzwerk weltweit. Allein in Deutschland wird Facebook von ca. 28 Millionen Menschen genutzt (Stand Februar 2016).

    Zur Facebook-Unternehmensseite von Host Europe

    • Vorteile:
      Facebook bietet von allen Social Media Plattformen die größte Reichweite weltweit. Es zeichnet sich durch eine leicht bedienbare Nutzeroberfläche und eine mögliche klare Zielgruppenbestimmung, zum Beispiel beim Einsatz von Sponsored Beiträgen aus. Es lässt eine direkte Interaktion mit Kunden zu und bietet aufgrund von Videoeinbindung, Instant Articles, Videokonferenz-Funktion und weiteren Tools reichlich Mehrwerte an. Es wird geschäftlich vor allem für das Empfehlungsmarketing eingesetzt.
    • Nachteile:
      Ein Facebook-Account muss regelmäßig gepflegt werden, was Kosten und Ressourcen bindet. Beiträge können im Ernstfall nicht gesteuert werden, was zum berühmten Shitstorm führen kann. Grundsätzlich handelt es sich bei Facebook um einen Fremdanbieter und keine eigene Plattform. Facebook übt durch seine AGBs eine starke Einflussnahme darauf aus, was geht und was nicht.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche:
      Alle.
    • Kommunikationsziele:
      Mit Facebook können Sie hervorragend Ihre Markenbekanntheit steigern und ein positives Image schaffen. Außerdem eignet sich Facebook gut für den Kundendialog. Auch Leadgenerierung ist möglich.
    • Empfohlene Aktionen:
      Über Facebook lassen sich gut Angebote und Produktvorstellungen lancieren. Außerdem ist Facebook als Plattform für Gewinnspiele und Wettbewerbe bekannt. Es eignet sich außerdem optimal auch für den Kundenservice.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      FacebookAds ermöglichen eine äußerst differenzierte Zielgruppenbestimmung.  Die Reichweite spricht einfach für sich selbst, wobei man sich mit der relativ starken Einflussnahme abfinden muss. Mit Facebook können Communities einfach aufgebaut werden.
  • Twitter

    Twitter ist ein Microblogging-Dienst in Echtzeit, der (noch) auf 140 Zeichen beschränkt ist. Weltweit nutzen ihn 320 Millionen Menschen (Stand Januar 2016) und in Deutschland monatlich 12 Millionen (Heise, Stand März 2016). Seit 2016 gibt es eine automatisch ausgewählte Funktion „Zeige mir die besten Tweets an“, die die Echtzeit-Darstellung durch einen Algorithmus aushebelt.

    Zum Twitterkanal von Host Europe

    • Vorteile:
      Ganz klar steht bei Twitter die Aktualität und seine schnelle Verbreitung im Vordergrund. Außerdem lassen sich die Tweets durch Hashtags verschlagworten, was zur Folge hat, dass alle Tweets zu einem Thema schnell gefunden werden. Angebote lassen sich mit Twitter für einen beschränkten Zeitraum in Echtzeit tweeten.
    • Nachteile:
      Die begrenzte Zeichenanzahl ist eindeutig ein Nachteil. Durch die Echtzeit-Ausspielung rutschen Nachrichten schnell aus der Timeline. Natürlich bedarf auch Twitter ständiger Pflege.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche:
      Twitter eignet sich für alle Unternehmen, deren Zielgruppe auch dort aktiv ist und die von der Aktualität profitieren können. Speziell: Medien, lokale Anbieter, Serviceunternehmen, Dienstleister.
    • Kommunikationsziel:
      Ursprünglich war natürlich die Echtzeitkommunikation das Hauptargument für Twitter. Vor allem punktet der Micro-Blogging-Dienst im direkten Dialog, also im Kundenservice. Er wird auch heute noch hauptsächlich zur Verbreitung von Nachrichten genutzt. Zudem eignet sich Twitter, wenn man es klug angeht, sehr gut zum Imageaufbau und zur Selbst-PR.
    • Empfohlene Aktionen:
      Kurzzeit-Angebote und aktuelle Informationen lassen sich über Twitter gut spielen. Im Kundenservice ist es kaum zu toppen.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      Derzeit ist es nur noch die 140-Zeichen-Länge, die Twitter einzigartig macht. Der Echtzeit-Aspekt ist, durch die schon genannte Algorithmuseinführung auf jeden Fall „aufgeweicht“.
  • Instagram

    Instagram ist ein Netzwerk zum Verbreiten von Bild- und Nachrichten-Inhalten in Echtzeit, das seit September 2012 zu Facebook gehört. Im Juli 2016 erreichte Instagram monatlich über 500 Millionen Nutzer weltweit. In Deutschland sind es laut Instagram 9 Millionen. Keine Community wächst derzeit schneller. Instagram ist das Netzwerk der mobilen und vor allem jungen Generation.

    • Vorteile:
      Besonders erfolgreich ist die Anwendung aufgrund des visuell ansprechenden Contents, der gut dafür genutzt werden kann, Traffic für die eigene Website zu generieren. Die Kommunikation fand ursprünglich in Echtzeit statt. Seit kurzem stehen Instagram Stories zur Verfügung, die Inhalte für 24 Stunden in der Übersicht vorhalten. Die Bilder können mit Hashtags versehen werden. Aufgrund seiner mobilen Ausrichtung (obwohl man den Thread auch auf dem Desktop verfolgen kann, kann man dort kein Foto einstellen) ist es das Netzwerk der mobilen Generation, wobei hier die Vorteile von der jeweiligen Zielgruppe abhängig sind. Auf jeden Fall ist Instagram an dieser Zielgruppe näher dran als Facebook. Die Plattform eignet sich gut für virales Marketing. Aufgrund der enormen Wachstumszahlen wird Instagram in Zukunft auch im Businessumfeld auf jeden Fall eine Rolle spielen.
    • Nachteile:
      Man sollte sich nicht allein auf Instagram beschränken. Instagram funktioniert nur im Zusammenspiel. Es ist nur über mobile Geräte nutzbar, was bestimmte Zielgruppen ausschließt. Es gehört seit 2012 zu Facebook, was gerade am Anfang zu größeren Vorbehalten in puncto Datenschutz führte, sodass einige Änderungen zurückgenommen wurden. Direkte Links sind auf Instagram nicht möglich.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche
      Insbesondere in Lifestyle-Branchen, wie Entertainment, Mode, Beauty, Design, Nahrungsmittel/Genuss wird Instagram genutzt. Die Plattform kann aber auch für Nachrichten, Automobil, Tourismus oder Sport gut eingesetzt werden.
    • Kommunikationsziel:
      Mit Instagram können Sie die Zielgruppe auf die eigene Website locken und für Traffic sorgen. Obwohl Instagram keine direkten Links ermöglicht, kann die Website über das Profil erreicht werden. Instagram eignet sich sehr gut, um das Image und die Bekanntheit eines Unternehmens zu erhöhen. Vor allem im Lifestyle-Bereich können so Marken aufgebaut werden, da über die Bilder und die damit ausgelösten Emotionen eine verstärkte Identifikation mit der Marke stattfindet.
    • Empfohlene Aktionen:
      Instagram empfiehlt sich insbesondere für Mitmach-Foto-Wettbewerbe oder Gewinnspiele.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      Klares Abgrenzungsmerkmal ist die Ästhetik in „Echtzeit“ für eine junge mobile Zielgruppe.
  • Google+

    Google+ ist das Netzwerk von Google. Weltweit hat Google+ monatlich 300 Millionen aktive Nutzer. Die Schätzungen für die deutschen aktiven Nutzer Zahlen bewegen sich zwischen 600.000 und 6 Millionen, da das Unternehmen dazu keine eigenen Angaben macht.

    Zum Google + Profil von Host Europe

    • Vorteile:
      Google+ ist praktisch überall auf Android Smartphones vorinstalliert. Die Accounts sind weniger fragwürdig als auf anderen Plattformen und die Inhalte oft hochwertiger. Die Plattform ist werbefrei und verfügt über ein schlichtes Design. Produkte oder Marken versuchen, mit den Usern zu interagieren. Google+ Benutzer sind laut Studien in der Regel männlich, technikaffin und gut ausgebildet. Google+ Beiträge werden in der Google Search bevorzugt.
    • Nachteile:
      Google+ ist eher als Experten-Platz positioniert, bedient eine begrenzte Zielgruppe und ist viel leiser bzw. „langweiliger“ als Facebook.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche:
      Eignet sich für Expertengruppen rund um technische Konsum- und Industriegüter oder auch durch die Verknüpfung mit Google Business für den stationären Einzelhandel.
    • Kommunikationsziel:
      Google+ eignet sich vor allem für die Verbreitung von Fachinformationen und nicht von Cat-Content (emotionalen Katzenbildern o.ä.)
    • Empfohlene Aktionen:
      Mit Google+ lassen sich zum Beispiel Produkte in der Betaphase mit Communities testen.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      Google+ hatte mit Google Hangouts die erste Life-Video-Funktion. Es gibt Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung.
  • YouTube

    YouTube ist mit 1 Milliarde Unique Visitors (Buggish Blog) das erfolgreichste Video-Portal weltweit und gehört seit 2006 zu Google. Noch heute wächst es um 10 Prozent pro Jahr. In Deutschland zählt das Social Network knapp 35 Millionen Nutzer.

    Zum YouTube-Kanal von Host Europe

    • Vorteile:
      Videos eignen sich hervorragend zur Imagebildung. In der Google Search wird das Videoportal bevorzugt. Es hat nach Facebook die größte Reichweite. Kanäle können nach Zielgruppen zugeschnitten werden. Mit Videos werden Informationen, Entertainment und Emotionalisierung verbunden, was von den Usern gerne rezipiert wird. Gleichzeitig fungiert YouTube als Hostingplattform für Videoinhalte, auf die von anderen Netzwerken oder vom Website-Frame verwiesen wird.
    • Nachteile:
      Der Umgangston in den Kommentaren ist im Vergleich mit anderen Netzwerken oft sehr herb. Da Videos in der Herstellung produktionsintensiv sind, sind die Kosten höher.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche:
      YouTube eignet sich für alle Unternehmen, die was zu erzählen haben, das sich in einem Video wiedergeben lässt. Insbesondere empfiehlt es sich für Dienstleister und Marken. Auch Unternehmen mit Image-Problemen können durch empathische und/oder informative Videos, Stellung nehmen und positiv emotionalisieren.
    • Kommunikationsziel
      Mit Videos erlangen Sie in der Regel mehr Aufmerksamkeit als mit Text- oder Bild-Postings. Der Bekanntheitsgrad kann relativ einfach und schnell erhöht und ein positives Images geschaffen werden.
    • Empfohlene Aktionen:
      Gewinnspiele lassen sich gut und authentisch über Videos promoten. Auch das Thema Recruiting lässt sich gut abbilden. Am besten eignet sich YouTube aber für Tutorials und Produktvorstellungen während der Anwendung.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      Bei YouTube handelt es sich um eine reine Video-Plattform, die sich durch eine performante und stabile Technologie auszeichnet. YouTube wird bei Google in der Suche stark bevorzugt.
  • XING und LinkedIn

    XING und LinkedIn sind soziale Business-Netzwerke. Während LinkedIn international aufgestellt ist, beschränkt sich XING auf den deutschsprachigen Raum. Im Juli 2016 zählte LinkedIn weltweit insgesamt 433 Millionen Nutzer und in der DACH-Region über 8 Millionen Nutzer. LinkedIn wurde im Juni 2016 von Microsoft gekauft. XING hat im deutschsprachigen etwas über 10 Millionen Nutzer (Quelle: socialmedia institute).

      Zum XING-Profil von Host Europe

      Zum Linkedin-Profil von Host Europe

    • Vorteile:

      XING und LinkedIn eignen sich am besten fürs Recruiting, aber auch für die Unternehmensdarstellung. Außerdem können Experten über Beiträge in Themengruppen Selbst-PR betreiben. XING und LinkedIn ermöglichen unkomplizierte Businesskontakte und einen fachlichen Austausch.

    • Nachteile:
      Beide Netzwerke fokussieren sich ausschließlich auf den Businessbereich.
    • Empfohlen für Unternehmensart/Branche:
      Beide Businessnetzwerke sind wichtig, um sich als Unternehmen zu präsentieren.
    • Kommunikationsziele:
      In erster Linie geht es in diesen Netzwerken um Recruiting. Außerdem eignen sich beide Social Media Plattformen für die Verbreitung von Unternehmensnachrichten sowie Firmen-/Business-Präsentationen.
    • Empfohlene Aktionen:
      XING und LinkedIn sind vor allem Kontaktbörsen fürs Recruiting. Zudem können Fachartikel verbreitet werden.
    • Stärkstes Abgrenzungsmerkmal/Besonderheiten/gibt es nur dort:
      Bei XING und LinkedIn geht es nur ums Business.

Social Media Plattformen im Vergleich – Fazit:

Dieser Überblick über die „klassischen Social Media Netzwerke sollte Ihnen eine erste Orientierung bieten und vor allem deutlich machen, dass eventuell nicht jede Plattform zu Ihrer Dienstleistung oder Ihren Produkten passt. In einem zweiten Teil stellen wir Ihnen die jüngeren und auch spezifischeren Social Networks wie Snapchat, Periscope, Vine oder Tumblr vor.

So haben Anregungen oder Fragen zum Thema: Klassische Social Media Plattformen? Schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Quellen:

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: Host Europe

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

One thought on “„Klassische“ Social Media Plattformen im Vergleich

  1. Wahrscheinlich habe ich mich bisher viel zu wenig mit den Sozialen Plattformen beschäftigt, aber ich denke wir werden in der Zukunft nicht mehr darum herumkommen. Schöne Aufstellung der wichtigsten Plattformen, vielen Dank dafür. Vor allem von Instagram weiß ich leider noch viel zu wenig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.