„So viele Fans wie möglich“, so lautet die Devise, wenn man weithin nach der Erfolgsmessung der Facebook-Seite fragt. Allerdings leitet sich der Erfolg nicht allein von der Menge der Fans ab, sondern wird zum Beispiel eher in hohen Interaktionsquoten widergespiegelt. Aber das ist nicht das einzige, was in den kostenlosen Facebook-Statistiken abgelesen werden kann. Es lassen sich Informationen zur Zielgruppe und auch darüber finden, welche Beiträge gut funktionieren und welche nicht. Eine Basiseinführung ins Innere von Facebook – den Facebook Insights eben.

Den Reiter „Statistiken“ findet Sie in der oberen Leiste auf Ihrer Facebook-Seite. Mit einem Klick sind Sie direkt auf der Übersichtsseite. Grüne und rote Pfeile mit Prozentangabe zeigen, wie sich Ihre Facebook-Seite im definierten Zeitraum, von einem Tag bis 28 Tagen, entwickelt hat. Auf dem Screenshot sieht man zum Beispiel, dass es in dieser Woche keine neuen „Gefällt mir“-Angaben gab, aber eine Steigerung der Seitenaufrufe um über 60 Prozent. Daran ist zum Beispiel gleich zu sehen, dass Sie nicht nur auf neue Likes aus sein sollten, sondern, dass es darauf ankommt, wie intensiv sich die Fans mit den geposteten Inhalten auseinandersetzen. Zumal sich die Gefällt-mir-Angaben über einen langen Zeitraum sammeln und eher statisch sind. Viel spannender ist es, sich die Interaktionsraten anzusehen.

Tipp: Neben den Facebook-Statistiken zu den einzelnen Beiträgen können im Feld ganz unten Seiten hinzugefügt werden, die man gerne beobachten möchte, also Facebook-Seiten der Konkurrenz. Das ist schon alleine wegen der Zahlen interessant, aber vor allem erhalten Sie auch Infos zum erfolgreichsten Beitrag der letzten Woche. Das wiederum kann bei der Erstellung eigener Beiträge inspirieren.

Je weiter, desto besser

Unter „Reichweite“ wird zum einen einfach die Beitragsreichweite, also die Anzahl der Personen angezeigt, die die Beiträge ausgespielt bekommen haben. Wer schnell drüberscrollt, wird nicht als „erreichte Person” gezählt. Wer langsam scrollt, wird als Textleser erkannt und als „erreicht” gezählt – ganz gleich, ob die Person liket oder nicht. Übrigens: Facebook benutzt einen Algorithmus, da nicht alle Beiträge an alle Fans ausgespielt werden können. Da würde man ja wahnsinnig werden! Also werden die Beiträge mit mehr Interaktionen auch bei mehr Leuten, manchmal zeitlich versetzt und wiederholt, ausgespielt. So potenziert sich der Erfolg eines Beitrags. Damit lässt sich auch begründen, warum es so wichtig ist, auf den richtigen Zeitpunkt des Posts zu achten. Denn, wer zum Beispiel zu einer Zeit seine Posts absendet, zu der kein Fan online ist, hat keine Chance mehr – ganz gleich, wie gut der Inhalt war.

Interessant hier noch die Statistik zu Reaktionen, Kommentaren und geteilten Inhalten – kurz, zu den Interaktionen. Hier kann dezidiert abgelesen werden, welche Art der Interaktion stattgefunden hat. Am Ende gibt es noch eine Zusammenfassung der gesamten Reichweite, also auch der Likes, Besuche, Erwähnungen. Hier ist der Benchmark zum vergangenen Zeitraum interessant, um die Relation im Auge zu behalten.

Seitenaufrufe – „Nice to know“

Unter „Seitenaufrufe“ kann nach unterschiedlichen Bereichen gefiltert werden, also Fotos, Startseite usw. Bei der „Gesamtzahl der Besucher“ kann diese demografisch und auch wieder nach den Bereichen untersucht werden, wobei dies für eine qualitative Analyse nicht ganz so viel bringt.

In die Tiefe der Beiträge vorstoßen

Mehr Output gibt da schon der „Beiträge“-Reiter her. Hier erhalten Sie erst einmal eine gute Übersicht über die einzelnen Beiträge. Kennzahlen sind die Reichweite und Interaktionen. Wenn Sie bei Reaktionen auf das kleine Dreieck klicken, öffnet sich ein Menü, bei dem man dann noch spezifischer zwischen Reaktionen und Interaktionen allgemein unterscheiden kann. Grundsätzlich wird zwischen Reaktionen und Klicks unterschieden. Klicks sind Fotoaufrufe und Linkklicks. Wichtig ist, die Facebook-Statistiken nicht nur zu lesen, sondern sie richtig zu interpretieren. So sind zum Beispiel 100 Likes gegenüber 100 Kommentaren unterschiedlich zu bewerten. Plus: Man kann auch sehen, ob Beiträge ausgeblendet wurden.

Mit einem Klick auf den Beitragstitel öffnet sich die so genannte Scorecard. Hier findet sich sehr übersichtlich eine Gesamtdarstellung aller Statistiken zu dem einzelnen Beitrag, inklusive der Klickrate usw.

Im oberen Bereich ist außerdem angegeben, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit die meisten Fans online sind. Auch eine Übersicht darüber ist zu finden, welche Beitragsart am erfolgreichsten war. So können zukünftige Beiträge danach ausgerichtet werden. In unserem Beispiel ist eine klare Tendenz zu Video zu erkennen. Wie überraschend…! Auch schön: Die Übersicht, welche der Beiträge der Konkurrenz am beliebtesten war.

Zum Schluss ist vielleicht im linken Dashboard die Rubrik „Personen“ interessant. Hier gibt es dann noch ein wenig Infos zur Zielgruppe: Angaben zum Geschlecht, Alter- bzw. Location, die bei der Posterstellung eine Rolle spielen können.

Wie Links am besten gezählt werden

Wenn Sie sehen möchten, wie viele Fans von Ihrer Facebook-Seite über einen Link zum Beispiel auf Ihre Website gekommen sind, weicht die Facebook-Statistik aufgrund einer etwas anderen Zählweise am meisten ab. Genauer sind die Ausgaben von Analyseprogrammen, wie zum Beispiel Piwik oder Google Analytics. Ein Trick: Unabhängige Statistiken liefern URL-Kürzer, wie zum Beispiel bit.ly. Auf der Infoseite des Links erhalten Sie eine Auswertung, wie häufig der Link, zu welcher Zeit, aus welcher Quelle geklickt wurde.

Fazit – Facebook-Statistiken

Es gibt übrigens eine sehr umfangreiche Excel-Tabelle, die eine Analyse der letzten 28 Tage Ihrer Facebook-Seite zur Verfügung stellt. Dazu müssen Sie auf die Übersichtsseite gehen und oben rechts auf „Daten exportieren“ klicken. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine kumulierte Zahl, da Benutzer hier nur einmal gezählt werden, auch wenn sie mit mehreren Beiträgen interagiert haben.

Welche Messzahlen wirklich relevant sind, lässt sich nicht generell beantworten. Das hängt stark von Ihrer Social-Media-Strategie ab. Dort werden die Kennzahlen (KPIs) festgelegt, anhand derer der Erfolg gemessen wird. Wichtig ist es, die Facebook-Statistiken regelmäßig im Auge zu behalten und sich inhaltlich stetig zu verbessern, bzw. den Inhalt zu posten, den Ihre Fans mögen.

Quellen:

Sie haben Anregungen oder Fragen zum Thema Facebook-Statistiken? Schicken Sie uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

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