Schon im letzten Jahr gab es bedeutende Ereignisse in den sozialen Medien: Facebook luchste mit Instagram Stories Snapchat eine Menge User ab, Twitter verdoppelte die Nachrichtenlänge auf 280 Zeichen und immer mehr Menschen lassen ihre Freunde live an ihrem Alltag teilnehmen. Im nächsten Jahr wird Social Media durch den Einsatz neuer Technologien noch disruptiver. Hier sind die Top 5 Social Media Trends 2018.

Für Unternehmen wird es schwerer in den sozialen Medien aufzufallen. Der Wettbewerb steigt und die Aufmerksamkeitsspanne der User sinkt. Derzeit sind es acht Sekunden, die es gelten, mit packendem Inhalt zu füllen. Nach neuesten Studien scrollt jeder von uns rund 90 Meter durch seine Social Threads. Wie kann eine Marke in diesem engen Zeitfenster Inhalte entwickeln, die begeistern? Wir haben uns im Netz umgeschaut und die wichtigsten Social Media Trends für Sie recherchiert.

Social Media Trend 1: Der Aufstieg von Augmented Reality

Das erste Apple-Event im neuen Steve Jobs Theater, bei dem die iPhones 8 und X vorgestellt wurden, zeigt es: Beide Devices beinhalten einen neuen Chip, der Augmented-Reality-Live-Effekte ermöglicht. Auch Facebook Spaces, wo sich Facebook Nutzer, also deren Avatare, in einer VR-Umgebung treffen, deutet auf diesen heißen Trend hin. Kein Wunder: Denn Facebook gehört Oculus, die VR Hardware und Software Company. Auch wenn Augmented Reality zuerst den Gaming-Bereich beeinflussen wird, wird sie auf den Social-Media-Plattformen zunehmend Einzug erhalten. Erste Features, wie zum Beispiel die Augmented-Reality-Filter „New World Lenses“ bei Snapchat zeigen diese Entwicklung. Auch die Bitmoji-Software, die es Nutzern erlaubt, virtuelle Avatare von sich selbst im Raum zu platzieren, machen den Trend für Social Media nutzbar.

Wo jetzt noch Blümchen gesät werden und Regenbogen mit den Usern um die Wette strahlen, beamen bald Unternehmen ihre Produkte in das Zuhause ihres Kunden. So hat IKEA die App IKEA Place veröffentlicht. Mit ihr projizieren Käufer Möbelstücke in ihre Wohnung. Ein Conversion-Booster ermöglicht den Kunden, vor dem Kauf zu sehen, wie es in die Wohnung passt.

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Social Media Trend 2: Flüchtiger Content mit nachhaltiger Wirkung

Über 300 Millionen Menschen nutzen Instagram Stories, laut statista, weltweit monatlich. Das übertrifft die Gesamt-User-Zahl von Snapchat, die Ende 2017 bei rund 187 Millionen weltweit lag. Und das, obwohl Instagram Stories erst im August 2016 vorgestellt hat. Insgesamt, auch bei Facebook, ist der Einsatz von flüchtigem Content auf dem Vormarsch. Gemeint sind Inhalte, die nur für 24 Stunden geteilt werden und dann wieder verschwinden. Flüchtiger Content lässt Marken authentischer erscheinen. Da sich die Stories außerdem über dem normalen Feed befinden, sind sie für die User besser sichtbar.

Dabei wird auf den normalen Profilen hochwertiger und ästhetischer Content genutzt, während die Stories mehr Real-Time-Inhalte zeigen. Dadurch, dass die Inhalte nur für wenige Stunden online sind, müssen User zeitnaher agieren, was Marketern neue Chancen eröffnet. Experten schätzen, dass wenn der Trend so weitergeht, fast die Hälfte aller Instagram User bis Ende 2018 die Stories nutzen werden. Allerdings heißt das auch, dass Strategien sowohl für die sozialen Profile als auch für das Echtzeit-Marketing entwickelt werden müssen. Die größten Vorteile von Instagram, Snapchat und Facebook Stories: Die Kurzlebigkeit erzeugt bei Usern die Befürchtung, etwas zu verpassen und im Vergleich zu anderen Formaten, wie Sponsored Posts, wirken Stories wesentlich ungestellter.

Social Media Trend 3: Den Einfluss von Influencern nutzen

Influencer Marketing ist der Hype 2017 und wird auch in 2018 eine der meist genutzten Social-Media-Strategien bleiben. Zahlreiche namhafte Unternehmen setzen sie ein, um ein neues Publikum zu erreichen und das Engagement bestehender Kunden und User zu verstärken. Vor allem bei der Zielgruppe, die mit traditionellem Marketing nicht zu erreichen ist, wirkt aufgrund der hohen Authentizität der Einsatz von Influencern. Apropos Authentizität: Wichtig bei der Zusammenarbeit mit Influencern ist nicht unbedingt, dass sie über 10.000 Follower besitzen, sondern zum Produkt passen und hinter der Marke stehen. Konsumenten setzen vor allem darauf, dass sie sich bei der Weiterempfehlung auf die Ratschläge ihrer Vorbilder verlassen können. Die Folge: Da große Social-Media-Stars inzwischen hohe Gagen verlangen, erwarten Experten insbesondere ein Wachstum im Bereich der Micro Influencer. Dazu müssen sich Unternehmen gut im Markt auskennen und genau wissen, auf welche Meinungen ihre Kunden Wert legen.

Social Media Trend 4: Virtuelle Assistenten: Chatbots und Co. auf dem Vormarsch

Über 2,5 Milliarden Menschen nutzen weltweit Messaging-Plattformen. Auch wenn die meisten Marken sich in 2017 eher den reinen Social-Media-Kanälen widmeten – in 2018 wird der Einsatz von Messengern zunehmen. Künstliche Intelligenz, Voice Assistenten wie Alexa und Siri und vor allem Chatbots ermöglichen individuelle Shopping-Erlebnisse in Messaging-Plattformen wie Messenger, WhatsApp oder, bei Jugendlichen immer beliebter, Kik.

Facebook berichtet von mittlerweile über 100.000 für die Messenger-Plattform entwickelten Bots. Dabei sind Chatbots schon lange nicht mehr die roboterähnlichen Avatare, die sie einmal waren. Die Bots ermöglichen eine ständige Connection zum Kunden und lösen einfache Kundenanfragen bis dahin, dass sie Pizza für ihn bestellen. In 2017 testeten viele Marken Chatbots mit unterschiedlichem Erfolg. Laut Gartner könnte schon 2018 20 Prozent des Business Contents maschinen-generiert sein. Auch wenn derzeit eher Millennials dem Nutzen der virtuellen Assistenten aufgeschlossen gegenüberstehen. Je mehr die Maschinen lernen, Geschichten zu kreieren, die authentisch und nachvollziehbar sind, desto mehr steigt das Marketing-Potenzial. Denn so erhalten Unternehmen die Chance, schnell mit ihren Kunden auf eine persönliche Art und Weise zu interagieren.

Auf noch mehr persönliche Kommunikation zielen Voice Assistenten wie Alexa, Siri, Cortana und Google ab. Wir fragen unsere Smartphones und anderen Devices, wie das Wetter ist, wer die besten Pommes macht oder wann die nächsten Oscars stattfinden. In Zukunft werden die sozialen Netzwerke nicht mehr über ein Display, sondern über die Stimme gesteuert.

Hier zum Artikel über Business Contents die maschinen-generiert werden könnten.

Social Media Trend 5: Live-Schalten sind „in“

In einer Mobile-First-Kultur konsumieren wir Videos am liebsten. Der meistgeteilte Content in den sozialen Medien war schon 2017 Video-Content. Das geht sogar soweit, dass Facebooks Creative Strategist Kat Hahn auf der Social Media Week London die Parole ausgab: „Not doing short video is not an option.“ Unternehmen, die bislang keine Videos als Teil ihrer Social-Media-Strategie nutzen, sollten schleunigst damit beginnen. Was einst eher als eine Art Gimmick eingeführt wurde, wird zum Hauptbestandteil von Social Media. Studien sagen voraus, dass 2020 Video-Content 80 Prozent allen Online-Traffics ausmachen wird. Nicht umsonst investieren Facebook, Snapchat, Instagram und Twitter in Videoformate, um das Engagement der Follower zu erhöhen.

Auch Live-Streaming nimmt an Bedeutung in 2018 weiter zu. Der Grund: Marken werden für den User erlebbarer. Wer sich ein Live-Video ansieht, richtet seine volle Aufmerksamkeit darauf und möchte interagieren. Pro-Tipp: Da in Zukunft fast nur noch Videos konsumiert werden, sollte produzierter Video-Content hochwertig sein. Finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppe gerne sieht und testen Sie unterschiedliche Formate. Im Live-Bereich ist gerade die Hangout-Plattform „Houseparty“ bei der Generation Z in. So in, dass Facebook überlegt, ein ähnliches Feature zu entwickeln. Auch Video-Anzeigen gehören zu den am schnellsten wachsenden Werbeformaten.

Hier zur Zusammenfassung der Social Media Week in London 2017.

So sehen die Social Media Trends 2018 aus…

2018 geht es sowohl für User als auch für die Unternehmen in den sozialen Netzwerken weiter, wie es 2017 schon angefangen hat – nur viel schneller und mit mehr Power dahinter. Keine Frage mehr, dass Video Streaming und Virtual Reality zum Mainstream werden. Zudem werden sich Marken mehr und mehr den jüngeren Netzwerken der Gen Z zuwenden, wie Instagram, Snapchat oder Houseparty.

Und sonst noch…

Die Tage kostenloser hoher Reichweiten in sozialen Medien sind gezählt. Auf Talkwalker meint Tobias Röchter, Social Media B2C Lead Microsoft, dazu: „Wer heutzutage noch über sinkende Reichweite klagt, hat die letzten Jahre im digitalen Winterschlaf verbracht. Social Media ist ein Pay-to-Play Game geworden – wer mitspielen will, muss zahlen.“ Algorithmus-Umstellungen, wie letztens bei Facebook wieder zurück zum Freundschafts-Feed, bestätigen diesen Trend.

Und eins ist auch klar: Aufgrund der hohen technologischen Unterstützung in der Planung, Steuerung und im Monitoring von Social Media, kommt den Menschen das zu, was sie am besten können: menscheln. Deshalb sind Kreativität und Empathie die wichtigsten Eigenschaften. Likeable Media Geschäftsführerin Carrie Kerpen sagt auf Lead Digital dazu: „Make someone’s face move!“ Dabei sollte Social-Media-Content alles sein: schockierend, seltsam, witzig – Hauptsache er bewegt etwas. Mit Social Media steht der Mensch wirklich wieder im Vordergrund. Denn: Hier Menschen sprechen für die Marken.

 

Quellen:

 

 

Jana Behr

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, PR-Beraterin sowie Bloggerin aus Köln und beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um IT, Telekommunikation und Digitalisierung.

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