Für die Sicherheit Ihrer Website ist es wichtig, den WordPress-Core, das Theme und die Plugins immer aktuell zu halten. Doch manchmal werden Probleme ausgerechnet durch ein Update auf eine neuere Version verursacht. Zur Eingrenzung von Fehlern und zur schnellen Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit Ihrer Website kann es hilfreich sein, ein Rollback durchzuführen, also Updates wieder rückgängig zu machen.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen unterschiedliche Methoden, um einzelne Komponenten oder das gesamte WordPress schnell und unkompliziert auf einen früheren Zustand zurückzusetzen.

Backup first!

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Sie planen, an Ihrem WordPress größere Änderungen durchzuführen? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, WordPress komplett zu sichern.

Dafür stehen Ihnen zwei Methoden zur Verfügung:

  • Die manuelle Sicherung. Sichern Sie die WordPress-Dateien über ein FTP-Programm wie beispielsweise FileZilla und exportieren Sie die Datenbank über das Kundencenter bei Ihrem Hoster.
  • Die Sicherung über ein Plugin. Sichern Sie Dateien und die Datenbank über ein Backup-Plugin Ihrer Wahl. Von der WordPress-Community gut bewertet sind zum Beispiel Backup Migration, UpdraftPlus und der Duplicator.

Plugins und Themes auf eine Vorgänger-Version zurücksetzen

Sie möchten ein Plugin oder Theme per Knopfdruck wieder auf eine ältere Version zurücksetzen?

Diesen Job erledigt das Plugin WP Rollback zuverlässig. Mit über 300.000 Installationen und fünf Sternen zählt dieses Helferlein zu den Lieblingen der WordPress-Anwender-Community. Installieren lässt sich WP Rollback in sechs einfachen Schritten über das Backend, Sie müssen also WordPress nicht verlassen:

  1. Gehen Sie ins Backend Ihrer WordPress-Installation.
  2. Klicken Sie auf Plugins / Plugin hinzufügen.
  3. Geben Sie WP Rollback in die Plugin-Suche ein.
  4. Wählen Sie WP Rollback aus.
  5. Installieren Sie WP Rollback.
  6. Aktivieren Sie WP Rollback.

Große Auswahl an günstigen Domain-Endungen – schon ab 0,08 € /Monat
Jetzt Domain-Check starten

Plugin oder Theme auswählen

Nach der Installation und Aktivierung von WP Rollback öffnen Sie in der schwarzen Menüleiste links die Übersicht Ihrer Plugins oder Themes. Bei jedem einzelnen Plugin und Theme finden Sie nun den zusätzlichen Link Rollback. Jetzt wählen Sie die Komponente aus, die Sie „zurückrollen“ möchten.

Eine vorherige Version auswählen

Nach dem Klick auf den Rollback-Link finden Sie nun eine Versionsübersicht. Im Beispiel ist die aktuelle Version des Plugins Antispam Bee aktiv. Dank WP Rollback haben Sie die Möglichkeit, zu einer früheren Version dieses Plugins zu wechseln.

Das Rollback rückgängig machen

Ein Rollback ist dazu da, um kurzfristig Probleme einzugrenzen. Ein typisches Szenario wäre:

  1. Ein Plugin funktioniert nicht mehr.
  2. Das Plugin wird auf eine frühere Version zurückgesetzt und funktioniert wieder.
  3. Es werden verschiedene Einstellungen auf dem Server verändert, zum Beispiel ein Wechsel der PHP-Version oder eine Erhöhung des PHP-Memory-Limits.
  4. Das Rollback wird rückgängig gemacht, das Plugin läuft wieder mit der aktuellen Version.

Sie können für jedes Plugin und jedes Theme auch wieder zur aktuellen Version zurückkehren. Damit sollten Sie nicht allzu lange warten, denn veraltete Plugins und Themes sind ein gefundenes Fressen für Hacker-Angriffe.

Den WordPress-Core downgraden

Mit WP Rollback können Sie nur auf frühere Versionen von Plugins und Themes wechseln. Für das Downgrade von WordPress selbst steht Ihnen das Plugin Core Rollback zur Verfügung. Die Grafik des Plugins ist ein bisschen spooky, aber das soll jetzt nicht stören, denn seinen Dienst erledigt es zuverlässig.

Nach der Installation und Aktivierung hat sich Core Rollback in der schwarzen Menüleiste eingenistet, und zwar im Eintrag Werkzeuge als Unterpunkt Core zurücksetzen. Über das Dropdown-Feld im Hauptfenster können Sie nun eine ältere Core-Version auswählen und mit einem Klick auf den Button Zurücksetzen aktivieren.

Komplettes Rollback durchführen

Für ein komplettes und unkompliziertes Rollback Ihrer gesamten Website ist das Plugin Backup Migration eine gute Wahl. Im Unterschied zu den anderen in diesem Beitrag vorgestellten Plugins gilt dabei allerdings:

  • Vor dem Rollback müssen Sie bereits Datensicherungen mit diesem Plugin angelegt haben.
  • Mit dem Rollback verschwinden auch diejenigen Inhalte der Website, die zwischen der aktuellen Version und der Rollback-Version hinzugekommen sind. Um Unfälle zu vermeiden, sollten Sie die Datensicherungen, die Sie mit Backup Migration angelegt haben, auch noch einmal extern speichern. Speicherort kann zum Beispiel Ihre Festplatte, ein USB-Stick oder ein Cloudspeicher sein.

Ein Backup durchführen

Mit einem Klick auf Create Backup now! führt das Plugin ein komplettes Backup durch, speichert also alle Dateien einschließlich der Mediathek und der Datenbank. Je nach Größe Ihrer WordPress-Installation dauert dieser Vorgang etwa zwei bis fünf Minuten.

Ein früheres Backup wiederherstellen

Im Fenster Manage & Restore Backups sind sämtliche Backups verzeichnet, die Sie mit diesem Plugin angelegt haben. Die Wiederherstellung eines beliebigen Backups funktioniert mit einem einfachen Klick, allerdings überschreibt der Wiederherstellungs-Prozess gnadenlos alle Sicherungen, die Sie nach diesem Backup angelegt haben!

Empfehlenswert ist daher folgende Strategie:

  1. Klicken Sie auf den Download-Pfeil des aktuellen Backups und speichern Sie diese Datei auf Ihrem Computer, einem USB-Stick oder in einer Cloud. Dieses Backup können Sie dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder einspielen.
  2. Klicken Sie auf den grünen Restore-Button eines älteren Backups, um das Downgrade durchzuführen.

Manuelles Rollback

Ein Rollback kann nicht nur per Plugin, sondern auch manuell durchgeführt werden. Quelle für die älteren WordPress-Dateien ist das Release-Archiv. Alle noch erhältlichen deutschsprachigen Versionen finden Sie unter https://de.wordpress.org/download/releases/ .

So führen Sie ein manuelles Rollback durch:

  1. Zur Sicherheit: Führen Sie ein vollständiges Backup durch.
  2. Zur Sicherheit: Falls Sie ein Caching-Plugin eingesetzt haben, deaktivieren Sie dieses Plugin.
  3. Rufen Sie das Release-Archiv auf.
  4. Laden Sie eine ältere Version als ZIP-Datei herunter.
  5. Entpacken Sie diese ZIP-Datei auf Ihrem Computer.
  6. Verbinden Sie sich über einen FTP-Client, zum Beispiel FileZilla, mit Ihrem Webspace.
  7. Benennen Sie das Verzeichnis wp-admin auf dem Webspace um, zum Beispiel in wp-admin-off.
  8. Benennen Sie das Verzeichnis wp-includes auf dem Webspace um, zum Beispiel in wp-includes-off.
  9. Benennen Sie auch die einzelnen Dateien um, die sich außerhalb der genannten Verzeichnisse auf Ihrem WordPress-Webspace befinden. Beispiel: Aus index.php wird index.php-off. Ausnahme ist die Datei wp-config.php. In dieser Datei befinden sich die Zugangsdaten zu Ihrer Datenbank. Wenn Sie sie umbenennen, ist die Datenbank nicht mehr verknüpft.
  10. Laden Sie das Verzeichnis wp-admin aus der früheren Version in Ihren Webspace hoch.
  11. Laden Sie das Verzeichnis wp-includes aus der früheren Version in Ihren Webspace hoch.
  12. Das Verzeichnis wp-content bleibt unangetastet. Hier befinden sich zum Beispiel die Bilder und Videos Ihrer Mediathek und lokal installierte Google-Schriftarten.
  13. Laden Sie die einzelnen Dateien von index.php bis xmlrpc.php auf Ihren Webspace hoch.

Damit ist das Downgrade durchgeführt. So kommen Sie wieder zur aktuellen Version von WordPress zurück:

  1. Löschen Sie die von Ihnen neu hochgeladenen Verzeichnisse und Dateien wieder von Ihrem Webspace (oder benennen Sie sie um).
  2. Geben Sie den umbenannten Verzeichnissen auf Ihrem Webspace wieder die ursprünglichen Namen. Das Verzeichnis wp-admin-off wird wieder zu wp-admin, das Verzeichnis wp-includes-off wieder zu wp-includes.
  3. Geben Sie den umbenannten Dateien auf Ihrem Webspace wieder die ursprünglichen Namen. Beispiele: Aus index.php-off wird wieder index.php, aus xmlrpc.php-off wieder xmlrpc.php.

Zusammenfassung: Ein WordPress-Rollback durchführen

WordPress besteht aus diesen drei Komponenten: dem Kern (WordPress-Core), dem Theme (zuständig für das Design) und den Plugins (Funktions-Erweiterungen).

Alle Komponenten sollten aus Sicherheitsgründen immer auf dem aktuellen Stand sein, also laufend mit Updates versorgt werden. Doch leider kommt es manchmal vor, dass ein Update Probleme verursacht. Um WordPress schnell wieder funktionstüchtig zu machen und die Fehlerquelle zu finden, kann ein Rollback nützlich sein.

Die Wiederherstellung einer vorherigen Version ist durch Plugins, aber auch manuell möglich. Als Dauerlösung ist der Live-Betrieb einer WordPress-Website mit veralteten Komponenten allerdings nicht zu empfehlen. Wer beruhigt schlafen will, benötigt aktuelle Versionen und regelmäßige Backups von WordPress.

Titelmotiv: Photo by Richard Heinen on Unsplash

Bernd Schmitt

Große Auswahl an günstigen Domain-Endungen – schon ab 0,08 € /Monat
Jetzt Domain-Check starten