Die eigene Domain ist das Zentrum der Internetpräsenz für alle Privatpersonen, Vereine und Unternehmen. Sie ist einmalig, stiftet Identität und überdauert lässig das ständige Auf und Ab der Social-Media-Netzwerke. Eine Domain ist der Fels in der Brandung.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Kriterien bei der Auswahl von Domains besonders wichtig sind und was Sie mit einem Domain-Portfolio alles anstellen können. Denn nicht jede Domain muss zwingend für den Bau einer Homepage verwendet werden.
Doch zunächst: Was ist eigentlich eine Domain und was sind die wichtigsten Kriterien für den Domainkauf?
Was ist eine Domain?
Eine Domain ist die eindeutige und einmalige Adresse im Internet, also so etwas wie mein-laden.de oder mein-laden.com.
Eine gewöhnliche Domain setzt sich aus zwei Teilen zusammen, nämlich der Top-Level-Domain, auch TLD genannt, und der Second-Level-Domain.
- Eine Top-Level-Domain (TLD) wäre zum Beispiel .de, .com oder .blog. Als Top-Level-Domain wird eine Domainendung bezeichnet.
- Eine Second-Level-Domain wäre zum Beispiel mein-laden. Als Second-Level-Domain wird der Teil vor der Domainendung bezeichnet.
Die Domain mein-laden.de setzt sich also aus der Top-Level-Domain .de und der Second-Level-Domain mein-laden zusammen.
Kriterien für den Domainkauf
Ein paar Überlegungen vor dem Kauf einer oder mehrerer Domains können nicht schaden. Im Hintergrund sollten Sie, damit Ihre Internetpräsenzen in den Trefferlisten von Google auf den oberen Rängen erscheinen, auch die Suchmaschinentauglichkeit haben.
Konkret werden
Je konkreter ein Domainname, desto besser. Im Idealfall enthält Ihre Domain einen oder mehrere Begriffe, die Ihr Angebot repräsentieren und gerne von Ihrer (potenziellen) Kundschaft in die Suchmaschinen eingegeben werden.
Für einen lokalen Pizza-Service ist pizza-ortsname.de oder pizza-firmenname.de sicherlich keine schlechte Wahl. Fantasienamen funktionieren zwar auch, erfordern aber einen höheren Aufwand. Ein origineller Name muss, damit ihn jemand als Suchbegriff eintippt, zuvor einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben.
In der Kürze liegt die Würze
Kurze Domainnamen sind leicht zu merken und lassen sich schnell eintippen. Allerdings sind viele kurze Domains schon vergeben: Sie müssen also ein bisschen suchen, um noch einen Namen mit fünf, vier oder gar drei Buchstaben zu finden, jedenfalls bei einer .de– oder .com-Domain.
Aber es gibt ja mittlerweile etwa 1.500 verschiedene Domainendungen. Eine Domain, die mit der Endung .de oder .com schon vergeben ist, ist vielleicht für .shop oder .blog noch erhältlich.
Markenrecht beachten
Dank der vielen neuen Domainendungen ist es relativ einfach, einer Marke, die bisher nur wenige Domains belegt hat, eine Domain wegzuschnappen. Davon ist aber aus markenrechtlichen Gründen abzuraten.
Auf der sicheren Seite sind Sie dagegen, wenn Sie allgemeine Bezeichnungen verwenden, die gar nicht markenrechtlich geschützt werden können. Ein Beispiel: Sie tanzen gerne Tango und planen dazu eine Website. Das Wort Tango ist als geläufige Bezeichnung für den Tanz nicht schützbar. Auch wenn tango.de bereits vergeben ist, können Sie auf eine andere Endung ausweichen.
Umlaut-Domains
Umlaut-Domains, also Domains mit einem ä, ö oder ü im Namen, sind ein wenig umstritten. Ihre Berechtigung haben Sie aber trotzdem, allerdings nicht unbedingt als primäre Adresse. Womit wir jetzt beim Hauptteil dieses Beitrags angelangt wären: Eine Domain muss nicht direkt zum Betrieb einer Website verwendet werden.
Website vs Weiterleitung
Grundsätzlich können Sie jede Domain für zwei Aufgaben einsetzen:
- Zum Betrieb einer Website
- Zur Weiterleitung auf eine andere Website
Die Einrichtung einer Weiterleitung ist im Control Panel Ihres Hosters schnell erledigt. Sie klicken ganz einfach auf den Domainnamen und wählen Weiterleitung aus. Alle User, die nun die Domain A aufrufen (Quelle der Weiterleitung), landen damit automatisch auf der Domain B (Ziel der Weiterleitung).
Hier sind zwei typische Szenarien für Weiterleitungen:
Weiterleitung von Umlaut-Domains
Sie besitzen die Domains müller-würzburg.de und mueller-wuerzburg.de. Die mit Umlauten versehene Domain leitet auf die Live-Domain mueller-wuerzburg.de weiter. Das sind die Vorteile dieser Konstruktion:
- Alle Inhalte liegen nur auf der Live-Domain mueller-wuerzburg.de. Es muss auch nur diese eine Website gepflegt werden.
- Sie geraten nicht bei den Suchmaschinen unter Verdacht, Ihren Content parallel auszuspielen.
- Die Hauptdomain mueller-wuerzburg.de lässt sich problemlos von anderen Websites verlinken, bei Umlautdomains ist das nicht der Fall.
- Wer müller-würzburg.de direkt in die Browserzeile eingibt, geht nicht verloren und landet auf der richtigen Zieldomain.
Weiterleitung aus dem Domain-Portfolio
Die meisten Unternehmen besitzen ein Portfolio aus mehreren Domains. Damit schützen sie sich vor Konkurrenz und vermeiden Verwechslungen.
Üblich ist die Sicherung des Firmennamens mit den Endungen .de und .com, hinzu kommen unterschiedliche Schreibweisen, zum Beispiel mit und ohne Bindestrich. Die Website des Unternehmens ist nur einmal vorhanden, die übrigen Domains leiten auf die Live-Domain weiter.
E-Mail-Adressen anlegen
Zu jeder Domain können Sie auch eine oder mehrere passende E-Mail-Adressen anlegen. Der Domainname wird dabei zum Bestandteil, ist also fix. Den vorderen Teil der Adresse, also den Teil vor dem @-Zeichen, können Sie dagegen frei wählen. Für die Domain mein-laden.de wären beispielsweise folgende E-Mail-Adressen denkbar:
- info@mein-laden.de
- bestellung@mein-laden.de
- service@mein-laden.de
Um Tippfehler zu vermeiden, sind kurze und klare Bezeichnungen am besten. Falls Sie schon einen Bindestrich im Domainnamen haben, sollte kein weiterer vor dem @-Zeichen stehen. Vermeiden sollten Sie, wenn Sie nicht in den Spam-Ordnern landen möchten, auch Umlaute in E-Mail-Adressen. Nicht jedes E-Mail-Programm kommt nämlich mit Umlauten zurecht.
Subdomains anlegen
Eine Subdomain, auch Third-Level-Domain genannt, ist eine Erweiterung einer Hauptdomain.
Sie steht vor dem Namen der Hauptdomain und wird durch einen Punkt abgetrennt. Eingesetzt werden Subdomains für unterschiedliche Zwecke, zum Beispiel für die Lokalisierung, also die Bereitstellung von Informationen für unterschiedliche Sprachen. Eine solche Strategie setzt beispielsweise WordPress ein. Der folgende Screenshot zeigt die Hauptdomain wordpress.org.
Alle Informationen der Hauptdomain wordpress.org sind in englischer Sprache verfasst und betreffen globale Themen. Für die einzelnen Länder gibt es aber Subdomains in der jeweiligen Landessprache, auf denen auch lokale Themen präsentiert werden. Das folgende Bild zeigt die deutsche Präsenz von WordPress, das de macht den Unterschied: de.wordpress.org.
WordPress verwendet also folgendes Schema:
- Hauptdomain: wordpress.org
- Deutsche Subdomain: de.wordpress.org
- Französische Subdomain: fr.wordpress.org
- Spanische Subdomain: es.wordpress.org
- usw.
Die Lokalisierung ist aber nicht der einzige Grund für den Einsatz von Subdomains. Auch technische Herausforderungen lassen sich mit Subdomains lösen.
Subdomain für den Onlineshop
Sie möchten Ihre Website mit einem Onlineshop erweitern? Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Verbreitet sind diese drei Szenarien:
- Zusätzlich zur bereits bestehenden Domain wird der Onlineshop auf einer neuen Domain aufgesetzt. In der Regel hat die neue Domain eine passende Endung wie .com oder .shop.
- Der Onlineshop entsteht auf der bereits existierenden Domain. Das funktioniert, wenn die bestehende Website auf Basis von WordPress betrieben wird, also mit WooCommerce. Das Plugin WooCommerce erweitert WordPress um eine Shopfunktion.
- Der Onlineshop wird auf einer Subdomain eingerichtet.
Für das dritte Szenario, also die Auslagerung des Shops auf eine Subdomain, sprechen folgende Gründe:
- Wenn es technische Probleme geben sollte, gestaltet sich die Fehlersuche bei einer Trennung von Haupt- und Shopdomain einfacher.
- Nicht für jedes Content-Management-System (Joomla, Typo3, Drupal) ist ein modernes Shopsystem verfügbar.
- Das Shop-Plugin WooCommerce verlangt etwas mehr Einarbeitung als beispielsweise Shopify.
Häufig anzutreffen sind folgende Konstruktionen:
- Die Haupt-Website wird mit WordPress betrieben.
- Der Onlineshop wird mit einem eigenständigen Shopsystem betrieben und befindet sich auf der Subdomain.
Bei der Entscheidung pro und kontra Subdomain spielen auch Ihre persönlichen Skills eine Rolle. Eine kleine Entscheidungshilfe:
- Sie sind mit WordPress sehr gut vertraut und möchten alles unter einem Dach haben? Dann nutzen Sie WordPress und WooCommerce unter einer Domain. Ohne Subdomain.
- Sie möchten Ihren Onlineshop so schnell wie möglich starten und sich so wenig wie möglich mit technischen Details beschäftigen? Dann kombinieren Sie WordPress auf der Hauptdomain mit Shopify auf der Subdomain.
Domains kaufen und verkaufen
Jede Domain ist nur ein einziges Mal verfügbar. Wenn Sie ein zukünftiges Projekt planen, sollten Sie sich die dazu benötigten Domains rechtzeitig reservieren – bevor es andere tun. Ansonsten haben Sie noch die Möglichkeit, Domain-Marktplätze zum Ankauf zu nutzen. Der weltweit größte Domain-Marktplatz nennt sich Sedo.
Eigentümer von Domains können dort ihre Domains anbieten, Preise festlegen und Verhandlungen führen. Der Wert einer Domain hängt von verschiedenen Faktoren wie Thema, Länge und Verständlichkeit ab. Und natürlich können Sie auf einer Domainbörse auch als Verkäufer tätig werden und ungenutzte Domains wieder abstoßen.
Mit Domains umziehen
Für den Umzug von Domains von Hoster A zu Hoster B gibt es klare Bestimmungen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der Domainkündigung und dem Domainumzug.
Domainkündigung
Die Domainkündigung wird auch als „Close“ bezeichnet. Dabei wird die Domain vom Eigentümer aufgegeben. Nach der Kündigung wird die Domain wieder frei. Sie ist wieder auf dem Markt und kann von anderen registriert werden.
Dieser Schritt sollte allerdings gut überlegt sein, denn mit der Freigabe gehen auch die damit verknüpften E-Mail-Adressen verloren. Ein Käufer könnte auf die Idee kommen, die von Ihnen aufgegebenen E-Mail-Adressen neu zu beleben.
Achten Sie unbedingt darauf, bei der Löschung keine Spuren zu hinterlassen. Wenn Sie beispielsweise einen Facebook-Account mit einer von der Kündigung betroffenen E-Mail-Adresse angelegt hatten, sollten Sie vor der Kündigung bei Facebook eine andere Mail-Adresse hinterlegen.
Domainumzug
Der Domainumzug wird auch als „KK“ (Konnektivitätskoordination) bezeichnet. Der Vorgang: Sie wechseln mit Ihrer Domain von einem Anbieter (auch Hoster genannt) zu einem anderen. Die Domain geht dabei nicht verloren, es wird lediglich die Verwaltung der Domain vom alten zum neuen Hoster übertragen.
Geregelt wird der Umzug über einen sogenannten Auth-Code (Authentifizierungs-Code). Den Auth-Code müssen Sie bei Ihrem alte Hoster anfordern und Ihrem neuen Hoster mitteilen.
Zusammenfassung und Fazit
Die eigene Domain ist der solide Anker für die Internetpräsenz von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen. Gute Domainnamen sind allerdings, da jede Adresse nur einmal vergeben werden kann, gar nicht so leicht zu finden. Geeignete Ausweichmöglichkeiten bieten die vielen neuen Domainendungen. Wer auch dort nicht fündig wird, kann Domainbörsen nutzen, um zur Wunschdomain zu gelangen.
Bei Unternehmen ist es üblich, mehrere Domains zu betreiben und die Besucherströme durch Weiterleitungen auf die Hauptdomain zu lotsen. Manchmal ist es aber auch an der Zeit, Ballast abzuwerfen und Domains wieder zu kündigen. Wer dabei nicht in eine Falle tappen möchte, kontrolliert zuvor die damit verknüpften E-Mail-Adressen.
Wer bereits eine Website besitzt und möglichst schnell und risikolos einen (Shopify-)Shop zum Laufen bringen möchte, kann die Hauptdomain mit einer Subdomain kombinieren und den Shop dann über die Subdomain ansteuern.
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