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Wie verwende ich den Plesk Migration-Manager?
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Der  Migration Manager ist ein Plesk-Modul, das den Umzug von unterstützen Quell-Systemen auf einen Plesk-Server erleichtert. Beachten Sie unter Windows bitte die Hinweise am Ende des Artikels.

Allgemeines: 

  • Möchten Sie einen Umzug aller Daten eines Webauftrittes inkl. Einstellungen und Userdaten übernehmen, gibt es bei Plesk den "Migration Manager". Dieser kann Ihnen, je nach System, einige Arbeit abnehmen und auch von anderen (nicht-Plesk-)Servern Daten übernehmen.
  • Unterstützt werden lt. Hersteller z.B. Confixx, EnSim und Cobalt RaQs, weiterhin natürlich ältere Plesk-Versionen.
  • Migrationen sind nur von Linux nach Linux (auch distributionsübergreifend) und von Windows nach Windows möglich.
  • Wenn der Migration Manager im Plesk installiert ist, taucht er dort unter Server/Dienste (Plesk 8) bzw. unter Start/Hilfe & Support (Plesk 9) auf. Ist das nicht der Fall, kann die Komponente über den Updater nachinstalliert werden. Eine zusätzliche Lizenz ist nicht erforderlich.
  • Fehler, die auftreten können werden angegeben und können auf dem Quellsystem behoben werden, bevor Sie die Migration erneut versucht.
  • Ob eine Migration mit dem Migration Manager durchgeführt werden kann können Sie vorab ohne Ausfall des Quell-Servers testen. Klappt dies nicht, müssen die Daten manuell migriert werden.
  • Da der Migration-Manager die Daten auf dem Quellsystem komprimiert bereitstellt, ist dort das Vorhandensein von ausreichend viel Plattenplatz (bis zu 100% der zu übertragenden Datenmenge) erforderlich.
  • Weitere Informationen finden Sie in der Herstellerdokumentation: 

Um eine Migration durchzuführen, folgen Sie den nachfolgenden kurzen Anweisungen:

1. 
Zum Starten einer Migration klicken Sie auf den Migration Manager und dann auf "Neue Migration starten":

2.
Tragen Sie die IP Ihres Servers unter "Quellhostname oder IP" ein, bei "Anmelden" müssen Sie "root" eintragen und bei Passwort das Root-Passwort Ihres Servers. Bei "Übertragungs-Einstellungen" können Sie wählen, ob alles oder nur einzelne Reseller, Kunden oder Domains übertragen werden sollen.

3.
Wenn Sie sich entschieden haben, nicht alles, sondern nur ausgewählte Reseller, Kunden oder Domains übertragen zu wollen, können Sie nun auswählen:

4.
Nun werden die IPs des alten und neuen Servers angezeigt:

5.
Sie werden nun aufgefordert, "Lösungsregeln für Migrationskonflikte" festzulegen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie hier die Standardeinstellungen bestehen.
Nach einem Klick auf "Weiter >>" beginnt die Migration.

Bekannte Fehler:

  • Bei der Migration auf ein neueres Betriebssystem wie Ubuntu 14.04 kann diese Meldung erscheinen:
    The following Apache modules are not installed on the destination 
    server: rpaf,authz_default. Please install and enable these modules to 
    prevent possible problems.
    Diese entsteht durch Module, die in dem neueren System so nicht mehr existieren; sie kann ignoriert und die Migration ohne Einschränkungen trotzdem durchgeführt werden.
  • Durch die Umstellung des Business-Modells sind viele Funktionen in Plesk 10 neu hinzugekommen, jedoch wurden dabei auch manche aus Plesk 9 nicht übernommen. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass Fehler bei Migration von Plesk 9 zu Plesk 10 mittels des PMM (Plesk Migration Manager) entstehen. Ein bekannter Fehler der bei Migrationen zu Plesk 10 auftreten kann ist:
  • <execution-result status="error"><message><execution-result status="error"><message code="InternalDtdValidationFailed" severity="error"><context></context></message></execution-result></message></execution-result><execution-result status="error"><message code="InternalDtdValidationFailed" severity="error"><context>void plesk::validateSchema(plesk::tXmlDocument&, const std::string&)</context><file>./xml_parse.cpp</file>
    <line>412</line><text>Failed validation of the document with its internal DTD. The errors are: Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites ).Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites ).Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites )..</text></message></execution-result>
    Die Ursache für dieses Verhalten liegt darin, dass in Plesk 9 die Möglichkeit besteht separate FTP-Benutzer-Accounts für Subdomains einzurichten. Diese Funktion steht in Plesk 10 in dieser Form nicht mehr zur Verfügung was dazu führt dass die Konfiguration nicht übernommen werden kann und die obige Fehlermeldung ausgegeben wird.
    Um dieses Problem zu beheben muss die Konfiguration der Subdomains in Plesk auf dem Quell-Server so angpasst werden, dass diese den FTP-Benutzer-Account der Haupt-Domain verwenden. Ist dies geschehen, entfernen Sie bitte die fehlgeschlagene Migration und starten Sie den Vorgang erneut. 
  • Wenn die Meldung "Error: Some fields are empty or contain an improper value" (deutsch: "Fehler: Einige Felder sind leer oder enthalten einen ungültigen Wert.") bzw. unter Plesk 9 "Error: launchpad error (Error code = 2):
    == STDERR ==================== Invalid handle passed ==============================" beim Migrationsversuch auftaucht, liegt das an einem Fehler im SSHD auf dem Quellsystem. Mögliche Lösungen sind dann:
    1. Ein Downgrade auf die ursprüngliche Version von SSHD (nicht geupdatet) auf dem Quellserver. Das Paket finden Sie für SUSE 10.0 z.B. unter: ftp://ftp.hosteurope.de/mirror/ftp.opensuse.org/discontinued/10.0/suse/i586/openssh-4.1p1-10.i586.rpm Da dieses Paket aber bekannte Fehler hat, sollte es nur temporär genutzt und der Zugriff (z.B. per Firewall) eingeschränkt werden. Einspielen können Sie dies mittels

      rpm -Uvh --force 
      ftp://ftp.hosteurope.de/mirror/ftp.opensuse.org/discontinued/10.0/suse/i586/openssh-4.1p1-10.i586.rpm
      /etc/init.d/sshd restart

      Sollte der Neustart des sshd fehlschlagen, starten Sie das VPS bitte neu.

    2. Eine manuelle Migration, mit Hilfe des Migration Managers wie hier beschrieben: http://kb.parallels.com/en/1152/?show_at=de
  • Wenn im oben genannten Schritt 4 die Meldung "IP-Adresse nicht gefunden" erscheint, ist die IP des Quell- und/oder Zielservers vermutlich auf "exclusive/exklusiv" eingestellt. Um die IP-Adresse für mehrere Domains vorzubereiten ("gemeinsam genutzt" oder "shared") müssen Sie im Plesk beider Server unter "Settings > IP-Adresses" ("Einstellungen > IP-Adressen") einfach das Symbol vor Ihrer IP-Adresse anklicken:

    Oben im Bild sehen Sie die Krone, die für eine exklusive Nutzung steht. Die Hand inklusive Platine steht für "gemeinsam genutzt".
    Sollte die IP-Adresse auf diese Art nicht umstellbar sein, führen Sie bitte den folgenden Befehl aus:

    mysql -uadmin -p`cat /etc/psa/.psa.shadow` psa -e "update ip_pool set type='shared' where
    type='exclusive';"
  • Die Migration kann fehlschlagen, wenn ein zu migrierender Kunde die gleichen Kontaktdaten wie der Administrator hat. Insbesondere darf der "Contact Name/Kontaktname" des Administrators des neuen Servers nicht dem eines zu transferierenden Kunden entsprechen.
    Ändern Sie daher die Daten des Kundenaccounts bzw. des Administratoraccounts vor der Migration.

  • Wenn Mailman zwar installiert, aber nicht eingerichtet ist, kann dies auch die Migration stören. Richten Sie daher Mailman ein. Dies ist in Plesk 8 unter "Setup > Mailman einrichten" und in Plesk 9 unter "Einstellungen > Mailman einrichten" möglich.

  • Plesk 10 auf dem Zielsystem: Sollte eine Migration ohne Angabe einer Fehlermeldung fehlschlagen oder eine Meldung ähnlich der nachfolgenden liefern
    Log file '/opt/psa/PMM/rsessions/2012010217561528/deploy.result' does not exist
    besteht die Ursache dafür aller Wahrscheinlichkeit nach in der Verwendung der "rsync Transport" Funktion während der Migration. Bitte führen Sie die Migration erneut durch und verzichten Sie dabei auf diese Funktion.
    Sollte es auch dann wider Erwarten noch zu Problemen kommen, wenden Sie sich bitte über einen KIS-Supportauftrag an uns.

Vorgehen unter Windows: 

Um den Migration-Manager unter Windows zu nutzen wird als erstes die passende Version des Migration Agents für Ihr Zielsystem auf dem Quellserver benötigt. Laden Sie diesen daher am besten einfach aus dem Migration Manager des Zielsystems herunter. Dies hat den Vorteil, dass Sie den Agent dann grundsätzlich in der korrekten Programmversion vorliegen haben und sich dies bezüglich keine Gedanken mehr machen müssen.

Auf dem Quell-Server können Sie den gerade heruntergeladenen PMM-Agent direkt starten. Dass er gestartet ist erkennen Sie an einem entsprechenden Icon im System-Tray (neben der Uhr). Bitte geben Sie den im Agent angegebenen Port in der Firewall frei. Um den Quell-Server abschließend vorzubereiten müssen die beiden Dienste "Server" und "Workstation" (Arbeitsstationsdienst) gestartet werden. Am einfachsten ist dies mit der Kommandozeile zu bewerkstelligen. Dazu geben Sie unter "Start > Ausführen..." den Befehl "cmd" ein und bestätigen mit "OK". In der nun geöffneten Kommandozeile geben Sie die folgenden beiden Kommandos ein:

net start Server
net start Workstation 

Da auf den Quell-Server per Dateifreigabe zugegriffen wird, muss die Firewall eine Verbindung zum Datei- und Druckdienst erlauben.

Für die Windows-2003-Firewall gehen Sie den folgenden Weg:

  • Start > Einstellungen > Systemsteuerung > Windows-Firewall
  • Karteireiter Ausnahmen
  • Datei- und Druckerfreigabe auswählen > Bearbeiten...
  • Häkchen vor die folgenden Ports:
    • TCP 139
    • TCP 445
    • UDP 137
    • UDP 138
  • Bereich ändern...
  • Alle Computer (einschließlich der im Internet)
  • Bestätigen mit "OK"

Für die Windows-2008-Firewall gehen Sie den folgenden Weg:

  • Start > Verwaltung > Windows-Firewallmit erweiterter Sicherheit
  • Auswahl "eingehende Regeln"
  • Unter "Aktionen" wählen Sie Neue Regel
  • Hier müssen Sie insgesamt 2 Regeln erstellen, einmal für UDP und einmal für TCP
  • Wählen Sie den Punkt "Benutzerdefiniert"
  • Wählen Sie "Alle Programme"
  • geben Sie die folgenden Ports frei,beachten Sie, je Regel einmal TCP und einmal UDP auszuwählen:
    • TCP Lokale Ports Bestimmte Ports: 139, 445
    • UDP Lokale Ports Bestimmte Ports: 137, 138
  • Im nächsten Abschnitt wählen Sie für Lokale Ports "Beliebige IP Adresse" und
  • bei Remote IP Adresse tragen Sie die IP Adresse des Zielservers ein
  • Bestätigen mit "OK"

!!! Ändern Sie nach der Migration bitte UMGEHEND die Einstellung für den Bereich wieder auf "Nur für eigenes Netzwerk (Subnetz)", da die Datei- und Druckerfreigabe als sehr unsicher gilt !!! 

Der Quell-Server sollte nun für die Migration vorbereitet sein.

Beim Ziel-Server sollte in Plesk unter "Server" der Punkt "Migration Manager" vorhanden sein. Der Ziel-Server benötigt die selbe Vorbereitung, also Server und Workstation starten, die Ports in der Firewall freigeben und den Migration Manager starten. 
Hinweis: Bei Windows Server 2008 muss zusätzlich der Dienst "TCP/IP Netbios Hilfsdienst" aktiviert und später wieder deaktiviert werden.

Nun kann es losgehen: "Server -> Migration Manager -> Vollständige Migration" auswählen und somit die Migration starten.

Checkliste:

  • PMM-Agent herunterladen und installieren
  • Dienste Server und Workstation aktivieren
  • Dateifreigabe in der Firewall beider Server erlauben
  • Migration Agent Port in der Firewall des Quellservers erlauben
  • Migration starten
  • Dateifreigabe in der Firewall beider Server blockieren

otto.friedrich@hosteurope.de xanthippe.ypsilante@hosteurope.de hercules.ikarus@hosteurope.de