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Wie verwende ich den Plesk Migrations- & Transfer-Manager?

Der "Migrations- & Transfer-Manager" ist ein Plesk-Modul, das den Umzug von unterstützen Quell-Systemen auf einen Plesk-Server erleichtert. Beachten Sie unter Windows bitte die Hinweise am Ende des Artikels.

Allgemeines: 

  • Möchten Sie einen Umzug aller Daten eines Webauftrittes inkl. Einstellungen und Userdaten übernehmen, gibt es bei Plesk den "Migrations- & Transfer-Manager". Dieser kann Ihnen, je nach System, einige Arbeit abnehmen und auch von anderen (nicht-Plesk-)Servern Daten übernehmen.
  • Unterstützt werden lt. Hersteller z.B. cPanel, Confixx und DirectAdmin, weiterhin natürlich ältere Plesk-Versionen.
  • Migrationen sind nur von Linux nach Linux (auch distributionsübergreifend) und von Windows nach Windows möglich.
  • Wenn der Migrations- & Transfer-Manager im Plesk installiert ist, taucht er dort unter Tools & Einstellungen auf. Ist das nicht der Fall, kann die Komponente über den Updater nachinstalliert werden. Eine zusätzliche Lizenz ist nicht erforderlich.
  • Fehler, die auftreten können werden angegeben und können auf dem Quellsystem behoben werden, bevor Sie die Migration erneut versucht.
  • Ob eine Migration mit dem Migrations- & Transfer-Manager durchgeführt werden kann können Sie vorab ohne Ausfall des Quell-Servers testen. Klappt dies nicht, müssen die Daten manuell migriert werden.
  • Da der Migrations- & Transfer-Manager die Daten auf dem Quellsystem komprimiert bereitstellt, ist dort das Vorhandensein von ausreichend viel Plattenplatz (bis zu 100% der zu übertragenden Datenmenge) erforderlich.
  • Weitere Informationen finden Sie in der Herstellerdokumentation: 

Um eine Migration durchzuführen, folgen Sie den nachfolgenden kurzen Anweisungen:

1. 
Zum Starten einer Migration klicken Sie auf den "Migrations- & Transfer-Manager" und dann auf "Neue Migration starten":

2.
Tragen Sie die IP Ihres Servers unter "IP-Adresse" ein, bei "Root-Benutzername" müssen Sie "root" eintragen und bei "Root-Passwort" das Root-Passwort Ihres Servers.

3.
Im nächsten Schritt wählen Sie aus, welche Abonnements, Kunden oder Reseller übertragen werden sollen. Sie können auch nur ausgewählte Inhalte (z.B. nur Website-Dateien) übertragen lassen:

4.
Nun wird Plesk die Einstellungen überprüfen und zeigt im nächsten Schritt mögliche Probleme an. Sie können dann versuchen, diese Probleme zu beheben und z.B. fehlende Module auf dem Zielsystem nachinstallieren. Anderenfalls können Sie die Migration starten:

5.
Wenn Sie die angezeigten Probleme behoben haben, können Sie die Fehlerüberprüfung unter dem Link "Pre-migration checks" erneut starten. Wenn alles OK ist, starten Sie die Migration über den Button "Migration starten", wie in Schritt 4 dargestellt.

 

Bekannte Fehler:

  • Bei der Migration auf ein neueres Betriebssystem wie Ubuntu 14.04 kann diese Meldung erscheinen:
    The following Apache modules are not installed on the destination 
    server: rpaf,authz_default. Please install and enable these modules to 
    prevent possible problems.
    Diese entsteht durch Module, die in dem neueren System so nicht mehr existieren; sie kann ignoriert und die Migration ohne Einschränkungen trotzdem durchgeführt werden.
  • Durch die Umstellung des Business-Modells sind viele Funktionen in Plesk 10 neu hinzugekommen, jedoch wurden dabei auch manche aus Plesk 9 nicht übernommen. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass Fehler bei Migration von Plesk 9 zu Plesk 10 mittels des PMM (Plesk Migration Manager) entstehen. Ein bekannter Fehler der bei Migrationen zu Plesk 10 auftreten kann ist:
  • <execution-result status="error"><message><execution-result status="error"><message code="InternalDtdValidationFailed" severity="error"><context></context></message></execution-result></message></execution-result><execution-result status="error"><message code="InternalDtdValidationFailed" severity="error"><context>void plesk::validateSchema(plesk::tXmlDocument&, const std::string&)</context><file>./xml_parse.cpp</file>
    <line>412</line><text>Failed validation of the document with its internal DTD. The errors are: Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites ).Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites ).Element 'ftpusers': This element is not expected. Expected is ( sites )..</text></message></execution-result>
    Die Ursache für dieses Verhalten liegt darin, dass in Plesk 9 die Möglichkeit besteht separate FTP-Benutzer-Accounts für Subdomains einzurichten. Diese Funktion steht in Plesk 10 in dieser Form nicht mehr zur Verfügung was dazu führt dass die Konfiguration nicht übernommen werden kann und die obige Fehlermeldung ausgegeben wird.
    Um dieses Problem zu beheben muss die Konfiguration der Subdomains in Plesk auf dem Quell-Server so angpasst werden, dass diese den FTP-Benutzer-Account der Haupt-Domain verwenden. Ist dies geschehen, entfernen Sie bitte die fehlgeschlagene Migration und starten Sie den Vorgang erneut. 
  • Wenn die Meldung "Error: Some fields are empty or contain an improper value" (deutsch: "Fehler: Einige Felder sind leer oder enthalten einen ungültigen Wert.") bzw. unter Plesk 9 "Error: launchpad error (Error code = 2):
    == STDERR ==================== Invalid handle passed ==============================" beim Migrationsversuch auftaucht, liegt das an einem Fehler im SSHD auf dem Quellsystem. Mögliche Lösungen sind dann:
    1. Ein Downgrade auf die ursprüngliche Version von SSHD (nicht geupdatet) auf dem Quellserver. Das Paket finden Sie für SUSE 10.0 z.B. unter: ftp://ftp.hosteurope.de/mirror/ftp.opensuse.org/discontinued/10.0/suse/i586/openssh-4.1p1-10.i586.rpm Da dieses Paket aber bekannte Fehler hat, sollte es nur temporär genutzt und der Zugriff (z.B. per Firewall) eingeschränkt werden. Einspielen können Sie dies mittels

      rpm -Uvh --force 
      ftp://ftp.hosteurope.de/mirror/ftp.opensuse.org/discontinued/10.0/suse/i586/openssh-4.1p1-10.i586.rpm
      /etc/init.d/sshd restart

      Sollte der Neustart des sshd fehlschlagen, starten Sie das VPS bitte neu.

    2. Eine manuelle Migration, mit Hilfe des Migration Managers wie hier beschrieben: http://kb.parallels.com/en/1152/?show_at=de
  • Wenn im oben genannten Schritt 4 die Meldung "There is no shared IPv6 address on target Plesk." erscheint, ist die IPv6 des Quell- und/oder Zielservers vermutlich auf "exclusive/exklusiv" eingestellt. Um die IP-Adresse für mehrere Domains vorzubereiten ("gemeinsam genutzt" oder "shared") müssen Sie im Plesk beider Server unter "Tools & Einstellungen > IP-Adressen" die  IP-Adresse auf "gemeinsam genutzt" umstellen:

  • Die Migration kann fehlschlagen, wenn ein zu migrierender Kunde die gleichen Kontaktdaten wie der Administrator hat. Insbesondere darf der "Contact Name/Kontaktname" des Administrators des neuen Servers nicht dem eines zu transferierenden Kunden entsprechen.
    Ändern Sie daher die Daten des Kundenaccounts bzw. des Administratoraccounts vor der Migration.

  • Wenn Mailman zwar installiert, aber nicht eingerichtet ist, kann dies auch die Migration stören. Richten Sie daher Mailman ein. Dies ist in Plesk 8 unter "Setup > Mailman einrichten" und in Plesk 9 unter "Einstellungen > Mailman einrichten" möglich.

  • Plesk 10 auf dem Zielsystem: Sollte eine Migration ohne Angabe einer Fehlermeldung fehlschlagen oder eine Meldung ähnlich der nachfolgenden liefern
    Log file '/opt/psa/PMM/rsessions/2012010217561528/deploy.result' does not exist
    besteht die Ursache dafür aller Wahrscheinlichkeit nach in der Verwendung der "rsync Transport" Funktion während der Migration. Bitte führen Sie die Migration erneut durch und verzichten Sie dabei auf diese Funktion.
    Sollte es auch dann wider Erwarten noch zu Problemen kommen, wenden Sie sich bitte über einen KIS-Supportauftrag an uns.

Vorgehen unter Windows: 

Die Migration ist unter Windows Server Systemen denkbar einfach:

  1. Öffnen Sie dazu in den globalen Plesk-Einstellungen des Zielsystems zunächst den Migrations- & Transfer-Manager. Sollte dieser Menüpunkt nicht zu finden sein ist es möglich, dass Sie diesen über den Plesk-Updater noch manuell als optionale Komponente nachinstallieren müssen.
  2. Nach Öffnen des Migrations- & Transfer-Managers klicken Sie an, dass Sie eine neue Migration starten möchten. Auf der nächsten Seite wählen Sie dann aus, dass Sie die Migration auf manuellem Wege durchführen möchten. Der Migrations- & Transfer-Manager bietet Ihne nun einen Download-Link des sog. RPC-Agents an. Diesen Agent müssen Sie herunterladen, auf das Quellsystem kopieren und dort einmal starten. Der Agent wird dann automatisch die notwendigen Firewall-Freigaben einrichten und dem Zielsystem den Aufbau einer Verbindung zum Quellserver ermöglichen.
  3. Nun müssen Sie auf dem zurück im Migrations- & Transfer-Manager auf dem Zielsystem lediglich noch die passenden Zugangsdaten eingeben. Der Rest des Migrationsdialogs sollte dann soweit eigentlich selbsterklärend sein.

Einige abschließende Tipps für die erfolgreiche Migration:

  • Stellen Sie vor Einleitung der Migration sicher, dass Sie in den globalen IP-Einstellungen des Zielsystems beide IPs (IPv4 und IPv6) auf "geteilt" bzw. "shared" eingestellt sind
  • Stellen Sie sicher, dass auf dem Quellsystem genügend freier Speicherplatz vorhanden ist. Für eine erfolgreiche Migration sollten Sie mindestens die Speichermenge des größten zu migrierenden Webspaces nochmals frei haben.
  • Schauen Sie vorab im Plesk-System des Quellsystems nach welche Scriptsprachen Ihre Anwendungen in welchen Versionen aktuell nutzen. Auch auf aktuellen Windows-Systemen erlaubt Plesk die Installation diverser - auch älterer - Scriptsprachen in verschiedenen Versionen, die meisten müssen Sie aber als optionale Komponenten über den Plesk-Updater nachinstallieren. Nutzen also beispielsweise Ihre Webseiten des Quellsystems PHP 5.3, so sollten Sie diese PHP-Version vor der Migration auf dem Zielsystem nachinstallieren. Andernfalls würde Plesk autoamtische eine andere Version zuweisen, was dann oftmals zu einer nicht-funktionsfähigen Webseite führen wird.

otto.friedrich@hosteurope.de xanthippe.ypsilante@hosteurope.de hercules.ikarus@hosteurope.de