Host Europe Blog

Gesunde Backlinkstrukturen – wie man die Spreu vom Weizen trennt

Darstellung einer gesunden Backlinkstruktur

Seit etwas mehr als 20 Jahren steht das Internet der kommerziellen Nutzung zur Verfügung.
Große Entfernungen sind durch die Vernetzung der schier endlosen Masse von Rechnern untereinander quasi per Tastendruck überwunden, so dass eine globale Kollaboration ermöglicht wird. Durch den stetig fortschreitenden technischen Ausbau der Verbindung zwischen den Computernetzen, der Vielfalt des Anwendungsportfolios und die große Nachfrage der Anwender wächst das Internet unaufhaltsam weiter. Immer mehr Privatpersonen betreiben eine oder gar mehrere Websites. Für Unternehmen ist es mittlerweile nahezu undenkbar, ohne eine eigene Internetpräsenz auf dem Markt aufgestellt zu sein. Aufbauend auf der Architektur der Verbindungsprotokolle liegt es in der Natur der Dinge, dass die Vernetzung auch virtuell vonstattengeht. Hyperlinks werden verwendet, um Dokumente miteinander zu verknüpfen und somit wichtige, oft sachverwandte Inhalte in greifbarer Nähe zu halten.

Was sind Backlinks?

Zeigen diese Links nun umgekehrt auf ein Dokument der eigenen Website, spricht man von einem „Backlink“. Die Bezeichnung ist also rein von der Perspektive des Betrachters abhängig und nicht davon, ob ein Linktausch mit anderen Webseitenbetreibern stattfindet.

In dem Zusammenhang kommen die täglich verwendeten Suchmaschinen – allen voran Google – ins Spiel. Um eine Suchanfrage adäquat beantworten zu können, müssen neben den Inhalten auch die Verknüpfungen auf deren Aussagekraft oder Relevanz hin überprüft werden. Wenn Sachverhalte sinnverwandt miteinander verbunden sind, ergibt sich für den Suchenden evtl. ein erheblicher zusätzlicher Nutzen, wenn das verbundene Dokument ebenfalls mit in die Suchergebnis-Ausgabe einfließt. Wenn bereits der Autor als Verfasser des eigentlichen Dokuments den Mehrwehrt für den Suchenden über die Verknüpfung innerhalb des Dokuments mitbringt, entsteht durch die Bereitstellung des verweisenden Dokuments ein wertvolleres Ergebnis im Sinne der Suchanfrage, als würde ein Dokument verwendet, welches auf diesen Hinweis verzichtet. Der Nutzen für den Suchenden ist ein wichtiger Faktor bei der qualitativen Bewertung von einzelnen Seiten.

Darüber hinaus gilt vom Grundsatz her bei inhaltlich sehr ähnlichen Themengebieten:

Je häufiger auf ein bestimmtes Dokument über eine Verknüpfung verwiesen wird, desto wichtiger scheint es offensichtlich zur Klärung eines speziellen Sachverhaltes zu sein. Man spricht hierbei auch von der Linkpopularität. Letztlich spiegelt die Position auf den Suchergebnisseiten diese Gewichtung im Idealfall wider. Diese Aussage kann allerdings nicht so pauschal getroffen werden, denn neben der Quantität spielt die Link-Qualität ebenfalls eine große Rolle und wirkt sich anteilig auf die Positionierung in den SERPS (Search Engine Result Pages) aus.

Die Guten ins Töpchen, die schlechten ins Kröpfchen

Nicht jeder verweisende Link ist demnach gleich zu bewerten. Schließlich wäre es ansonsten auch recht einfach, seine eigene Seite auf betrügerische Weise zu pushen, in dem man möglichst viele Backlinks ohne Rücksicht auf deren Sinnhaftigkeit auf die eigene Seite zeigen lässt, sei es kostenlos oder gar gegen Bezahlung.

Gute Links

Es gibt viele Merkmale für qualitativ hochwertige Links. Zum Glück ist das Ergebnis vieler als positiv zu bewertenden Aspekte in ihrer Gesamtheit oft mehr als die reine Summe seiner einzelnen Teile. Es lohnt sich in jedem Fall, an möglichst vielen Stellschrauben zu drehen, um die Backlinks zu optimieren. Typische Eigenschaften guter Weblinks sind zum Beispiel:

Doch gerade bei der Pflege der Backlinkstrukturen ist der direkte Einfluss oft nur eingeschränkt vorhanden. Schließlich kann die Implementierung der Links in die Seitenquelltexte fremder Webseiten nicht persönlich vorgenommen oder geändert werden. Auf der anderen Seite hat man bereits alle Vorteile in der Hand und Argumente auf seiner Seite. Wurde ein Link zu der eigenen Website gesetzt, dann häufig aus einem der folgenden Gründe:

In diesen Fällen besteht ein Interesse darin, dass Ihre Website in einem guten Licht da steht. Eine Anpassung auf Ihre Bitte hin wird daher sicher nur selten abgelehnt.

Schlechte Links

Aber es gibt auf der anderen Seite ebenso viele Anhaltspunkte dafür, einen Link aus SEO-Sicht eher ungünstig erscheinen zu lassen. Ein Beispiel für einen eher ungünstigen Link soll die Einflussnahme verdeutlichen:

Traditionell hat es sich beispielsweise zum Standard entwickelt, auf die Website seiner Geschäftspartner und Sponsoren, aber auch auf die der Lieferanten im Footer- oder Seitenrandbereich in Textform oder per Bild-Link zu verweisen. Diesen Verlinkungen liegen oft Kooperationen in Form von Rabatten für dauerhafte Werbe-Einblendungen, aber auch geschäftliche Netzwerke oder die Ausnutzung von populären Marken zwecks Image-Förderung zugrunde. Letzteres führt bei genauerer Betrachtung recht schnell zu dem Schluss, dass das Schmücken mit fremden Lorbeeren keine Rückschlüsse auf die eigenen Qualitätsmerkmale zulässt. Und selbst wenn ein solcher Link aus reiner Nettigkeit platziert wird, ist das Ergebnis für die verlinkte Website nicht in jedem Fall optimal.

Google’s Suchalgorithmus ist inzwischen schon recht pfiffig und erkennt durchaus die Themengebiete einzelner Dokumente, meistens sogar deren inhaltliche Beziehung zu einander.

Allerdings darf man sich das nicht so vorstellen, als dass der Inhalt von Google komplett verstanden wird, wie man dies von einem erwachsenen menschlichen Leser mit etwas Fachkenntnis erwarten würde. Viel mehr stellt sich die Situation so dar, dass versucht wird, einem neugierigen Kind den Inhalt der Dokumente zu vermitteln und dieses Kind in seiner naiven Vorstellung versucht, einerseits bereits zuvor erfasste Inhalte wiederzuerkennen als auch die Gemeinsamkeiten zu verstehen, ohne jedoch ein einziges Detail wirklich genau verstanden zu haben.
Darüber hinaus ist dieses Kind vollkommen blind, d.h. keine einzige Grafik kann optisch interpretiert und kognitiv mit einem Text in Zusammenhang gebracht werden. Um diese Verbindung herzustellen, bedarf es einer ausführlichen Erklärung des Bildinhalts über das sogenannte „alt“-Tag der HTML-Syntax.

Nun befindet sich jedoch neben den tatsächlichen Kontexten der Website, die untereinander auch eine logische Verbindung aufweisen können, plötzlich ein Link zu einem inhaltlich völlig fremden Dokument (beispielsweise der Startseite der Domain Ihres Partners).

Vor diesem Hintergrund ist es sicher verständlich, dass der Suchalgorithmus durcheinander gerät, wenn er versucht, alle Inhalte des Dokuments hinsichtlich der Sinnzusammenhänge untereinander zu verknüpfen, um auf diese Weise die Quote der Relevanz für die gerade gestellte Suchanfrage vorauszusagen. Das verknüpfte Dokument passt z.B. inhaltlich gar nicht zum Rest der Website, wenn diese beispielsweise verschiedene Expertisen über einen gesunden Lebenswandel veröffentlicht, während die verknüpfte Partnerseite einem App-Entwicklungsstudio gehört.

Sollte die Verknüpfung gar über ein nicht weiter erklärtes Bild zustande kommen, kann die Suchmaschine wirklich nichts damit anfangen, dass diese Verknüpfung nun gerade dort platziert ist. Es wird daher unter Umständen von einer Werbefläche ausgegangen.

Die Folgen:

Es entsteht also ein negativer Effekt – oft auf beiden Seiten – vor allen Dingen aber seitens der verlinkten Webseite. Dass diese Situation natürlich nicht die ursprüngliche Intention bei der Implementierung dieses Links war, leuchtet jedem ein. Fast jedem, denn eine Suchmaschine ist zu einem solchen Gedankensprung nicht in der Lage.

Graue und schwarze Schafe

Aber die Situation könnte noch schlimmer sein! Wenn der Linkgeber ein Template verwendet, welches dynamisch auf jeder einzelnen Seite der Internetpräsenz Verwendung findet (z.B. ein Footer, der den Link beinhaltet), so kann seitens der Suchmaschine der Verdacht entstehen, dass über die nun angenommene, dynamisch implementierte Werbefläche ein sogenannter Link-SPAM betrieben wird. Das war sicher noch viel weniger gewünscht und bringt spätestens durch das sogenannte Pinguin-Update des Google Suchalgorithmus zusätzlich eine abstrafende Nachwehe mit sich. Die Rankingposition wird dadurch wahrscheinlich noch weiter absinken. In Extremfällen kann es sogar bedeuten, dass die entsprechende Website komplett aus dem Suchindex entfernt wird.

Dieses Prinzip wird daher jedoch auch gerne für Negativ-SEO-Zwecke verwendet. Hierbei werden bewusst solche Black-Hat-SEO-Maßnahmen verwendet, um die Website des Wettbewerbers zu schwächen. Auf die Spitze treiben es sogenannte Google-Bomben, die verlinkte Websites absichtlich in einem schlechten Licht da stehen lassen. Glücklicherweise kann man solchen Attacken mittlerweile mit dem Google Disavow Tool begegnen (Voraussetzung ist ein kostenloses Google Konto).

Wie vermeidet man am einfachsten schlechte Links?

Um die Verwirrung der Suchmaschine im Zusammenhang mit Backlinks so klein wie möglich zu halten, kann man dieser mit ein paar Grundsätzen für die Implementierung von Backlinks entgegen wirken:

Die mobile Version verlassen