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Webdesign trifft Wissenschaft: 6 Webdesign-Tipps auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse

Titelmotiv - Webdesign-Tipps auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse - Webdesign und Wissenschaft

Webdesigner kümmern sich um ansprechende Rahmenbedingungen für den Inhalt einer Website und müssen die Aufmerksamkeit der Seitenbesucher erreichen und steuern. Seitenbesucher interessieren sich allerdings mehr für den Inhalt als für die Form. Nach einer Studie von HubSpot empfinden 76 Prozent der befragten Nutzer leicht auffindbare Informationen als den wichtigsten Faktor beim Webdesign. Die schnelle und zielführende Bereitstellung intuitiv auffindbarer Informationen ist es also, was Seitenbesucher vom Design einer Website erwarten.

Zur Studie von HubSpot

Beim Design spielen neben dem Gespür für das Schöne insbesondere wissenschaftliche Erkenntnisse und damit objektive Daten in den Prozess der grafischen Gestaltung hinein. Die folgenden Webdesign-Tipps basieren auf Ergebnissen wissenschaftlicher Studien.
 

1. Die Ladegeschwindigkeit hat Priorität

Testen Sie die Ladegeschwindigkeit. Wenn Ihre Website nicht schnell genug lädt, springen Besucher nach wenigen Sekunden ab. (Quelle: Screenshot von testmysite.thinkwithgoogle.com)

Niemand wartet gerne. Ist die Website nicht innerhalb von drei Sekunden geladen, verlassen 40 Prozent der potenziellen Besucher diese wieder. Untersuchungen von Google und Microsoft haben bereits vor vielen Jahren festgestellt, dass sich die Ladegeschwindigkeit auf alle Bereiche wie Zufriedenheit der Besucher, Bounce-Rate, Conversions und Umsatz auswirkt. In der Folge ranken Suchmaschinen langsam ladende Seiten schlechter. Achten Sie daher immer darauf, dass die Seite möglichst schnell lädt. Google kann Ihre Website testen und Tipps zur Optimierung geben. Die folgenden Artikel helfen bei Optimierungen für WordPress, Joomla! und Magento:

 

2. Hick´s Law: Durch eine geringere Auswahl die Conversion-Rate steigern

Das Hicksche Gesetz besagt, dass ein Mensch umso länger für eine Entscheidung braucht, je mehr Wahlmöglichkeiten dieser hat. Dazu wurde in einem Supermarkt ein interessanter Test durchgeführt, (zum Test) Probanden konnten mehr oder weniger Sorten von Marmeladen ausprobieren. Das Ergebnis: Die Personen mit mehr Auswahlmöglichkeiten haben sich am Ende mit geringerer Wahrscheinlichkeit für eine Marmelade entschieden und diese gekauft als die Personen mit weniger Auswahlmöglichkeiten.

Daraus folgt, dass Sie Conversions einfach steigern können, indem Sie die Auswahlmöglichkeiten der Seitenbesucher einschränken. Zum Beispiel können Sie die Anzahl der Menüpunkte reduzieren, sich auf ein Ziel und eine Call-to-Action pro Seite konzentrieren und nur die Social-Media-Buttons der Netzwerke anzeigen, in denen Sie tatsächlich aktiv sind.
 

3. Die Reihenfolge: Wichtiges an Anfang und Ende

Die Aufmerksamkeitsspanne der Seitenbesucher wird immer kürzer. Kurze Absätze werden gelesen, längere Absätze überflogen und lange Absätze übersprungen.

Der Primacy-Recency-Effekt besagt, dass Leser in Texten früh und spät dargestellte Informationen besser erinnern. Dieser Effekt ist für optimales Marketing von Bedeutung: Die wichtigen Infos gehören an den Anfang und das Ende der Website. Mehr Informationen zum Primacy-Recency-Effekt

Grafische Darstellung des Primacy-Recency-Effekts. (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Serial-position_effect)

 

Hinweis: Beim Menü spielt der Primacy-Recency-Effekt hingegen keine Rolle. Wie eine im Journal of Usability veröffentliche Studie zeigt, hat die Reihenfolge der Menüpunkte für den Erfolg eine untergeordnete Rolle. Der Home-Button sollte links sein, danach folgen die Punkte nach Ihrem Geschmack. Zu den Journal of Usability Studies

 

4. Webdesign und Wissenschaft: Aufmerksamkeit mit Farben steuern

Eine Studie von EvaQuant über die Farben von Schaltflächen bestätigt die Bedeutung von Farben zum Lenken der Aufmerksamkeit. Farbige Buttons sind jedoch nicht immer effektiv – folgende Tipps helfen dabei, dass Schaltflächen prominent hervorstechen:

Zur Studie EyeQuant

Tipp: Wählen Sie eine Action-Farbe für alle Links und Schaltflächen aus, die sich von den (passiven) Unternehmensfarben unterscheidet. Die Action-Farbe verwenden Sie nur für anklickbare Objekte.

 

5. Einfache Sprache und kurze Absätze mit begrenzter Wortzahl pro Zeile

Drei wichtige Tipps aus Studien zur Lesbarkeit von Texten:

Weitere Tipps zur Lesbarkeit von Texten,

 Zum Web Style Guide

Die folgende Tabelle veranschaulicht den Erfolg einer Website nach Überarbeitung des Textes.

Erfolgsrate Original Website Überarbeitete Website
Besucher mit geringen Lesekenntnissen 46% 82%
Besucher mit hohen Lesekenntnissen 68% 93%

 

6. Fotos von Personen verwenden

Fotos von Personen können die Aufmerksamkeit auf relevante Inhalte steuern, (Quelle: https://www.linkedin.com/pulse/20140813103409-1146575-here-s-looking-at-you/.)

Fotos von Personen wirken anziehend und sind ein wichtiges Hilfsmittel im Webdesign. Die Darstellung von Gesichtern und Zitaten steigert die Aufmerksamkeit und zugleich Conversion. Zu diesem wichtigen Ergebnis ist eine Fallstudie von Basecamp gekommen. Wichtig: Verwenden Sie keine Stock-Fotos! Nach einer Studie der NN Group schauen Besucher sich Bilder von echten Personen an und filtern Stock-Fotos von Personen aus. Wichtig ist auch, wohin die Personen schauen: Wenn die Augen in die Kamera schauen, sehen Besucher nur die Person. Schaut die Person jedoch zur Überschrift, schauen Personen ebenfalls auf die Überschrift oder zum Beispiel zu einem „Jetzt bestellen“-Button.

Zur Fallstudie von Basecamp

Zur Studie der NN Group

Die vorgestellten Studien und Tipps stellen nur eine Auswahl dar. Es existieren viele weitere Studien, deren Erkenntnisse Webdesigner für eine bessere Seitengestaltung nutzen können. Wir freuen uns, von Ihren Erfahrungen zu hören und welche wissenschaftlich fundierten oder aus dem Bauch heraus getroffenen Veränderungen bei Ihnen zu mehr Erfolg geführt haben.

Titelmotiv: Pixabay Free Pictures

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