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Bedrohungslage im Web: Warum Sicherheit kein einmaliges Projekt ist

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Website-Sicherheit? Kein Problem: SSL-Zertifikat? Check! Extralange Passwörter? Check! Security-Plugin fürs CMS installiert? Check! Fertig? Leider nein.

Website-Sicherheit wird manchmal mit der regelmäßigen Wartung eines Fahrzeugs verglichen. Sie müssen Bremsen, Reifen, Ölstand oder Elektronik immer wieder prüfen, damit Sie sicher fahren können. Aber auch dieser Vergleich hinkt: Meist hat man nach der Durchsicht des Autos ein Jahr lang Ruhe. Im Web ist das leider anders; hier ändert sich permanent die Bedrohungslage.

Jeden Tag werden neue Sicherheitslücken entdeckt, Schadsoftware bekommt neue Fähigkeiten, Phishing-Mails sehen immer echter aus und Überlastungsangriffe (DDoS) auf Webanwendungen nehmen zu. Vor allem bei geschäftlich genutzten Websites können die Folgen eines Sicherheitsvorfalls gravierend sein. Deshalb nützt es Ihnen wenig zu wissen, dass Ihre Website heute sicher ist – Sie müssen gezielt dafür sorgen, dass sie langfristig sicher bleibt.

Die Bedrohungslage verschärft sich täglich

Die aktuelle Bedrohungslage im Web ist nicht nur ein Thema für größere Unternehmen, Banken oder Behörden. Auch Selbstständige, Vereine, Online-Shops, Agenturen und kleine Unternehmen sind längst im Visier. Der Grund ist einfach: Viele Angriffe laufen automatisiert ab. Kriminelle suchen nicht gezielt nach Ihrem Unternehmen, sondern flächendeckend nach verwundbaren Systemen und auch Websites – z. B. nach veralteten Plugins, schwachen oder kompromittierten Passwörtern oder schlecht geschützten Formularen.

Und immer häufiger werden sie fündig. Im Jahr 2025 wurden 48.244 neue Schwachstellen (CVEs) veröffentlicht (das sind 8.167 bzw. 20 Prozent mehr als im Vorjahr) – also durchschnittlich ca. 132 pro Tag (Quelle: CVE.org). Zwischen 2020 und 2025 stieg die Zahl der CVE-Einreichungen um 263 Prozent; das National Institute of Standards and Technology (NIST) der USA muss deshalb seit April 2026 die CVE-Verarbeitung priorisieren, weil es mit der Flut neuer Anmeldungen nicht mehr mithalten kann.

Diese Dynamik wird sich zukünftig angesichts der Entwicklungen bei generativer KI noch deutlich verschärfen. Erst im Frühjahr 2026 machte das neue Modell Claude Mythos 5 von Anthropic Schlagzeilen, weil es in kürzester Zeit Tausende neuer Schwachstellen entdeckte (darunter über 10.000 schwere oder kritische Sicherheitslücken in Tools von gerade einmal 50 Partner-Unternehmen) und dafür auch gleich funktionierende Exploit-Ketten bauen kann.

Für Website-Betreiber bedeutet das: Selbst wenn Ihre Website in dieser Minute noch sicher ist, kann noch im Laufe des Tages eine neue Lücke im CMS, einem Plugin oder Theme, in einer anderen Webanwendung oder einem Serverdienst bekannt werden.

Bedrohungen für Websites: Einfallstore

Besonders relevant ist die Bedrohungslage für WordPress-Websites. WordPress steckt in über 40 Prozent aller Websites weltweit und ist deshalb ein attraktives Ziel für automatisierte Angriffe. Dabei steht in der Regel nicht der WordPress-Kern im Mittelpunkt, sondern das große Ökosystem aus Plugins und Themes. Laut State of WordPress Security In 2026 von Patchstack wurden 2025 insgesamt 11.334 neue WordPress-Sicherheitslücken entdeckt (42 Prozent mehr als 2024!), davon knapp 2.000 mit hohem Schweregrad. 91 Prozent der neuen Schwachstellen betrafen Plugins und 9 Prozent Themes.

Natürlich sind andere CMS und Webanwendungen vor Schwachstellen ebenfalls nicht gefeit. Auch hier sind vor allem Supply-Chain-Risiken durch Drittanbieter-Erweiterungen problematisch. Denn anders als die Teams hinter populären und komplexen Anwendungen arbeiten ihre Entwickler oft weniger professionell und haben weniger Ressourcen. Zudem können Plugins meist schnell und einfach installiert werden und geraten ebenso schnell wieder aus dem Blick, vor allem wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Ein zweites beliebtes Einfallstor für Cyberkriminelle sind Benutzerkonten – bei Angriffen auf Webanwendungen liegt laut Verizon 2026 Data Breach Investigations Report die Nutzung gestohlener Zugangsdaten (56 %) sogar noch knapp vor der Ausnutzung von Schwachstellen (53 %; viele Angriffe nutzen beides). Solche Daten stammen aus Phishing-Angriffen, werden durch Infostealer-Malware abgegriffen oder schlicht im Darknet gekauft – dort kursieren Milliarden von kompromittierten Credentials aus früheren Hacks. Aber auch Brute-Force-Angriffe sind weiterhin beliebt, bei denen nacheinander Millionen Kombinationen ausprobiert werden – erfolgversprechend vor allem bei schwachen Passwörtern.

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Typische Angriffe: Malware, Phishing, SEO-Spam, DDoS

Einmal im System, übernehmen die Hacker Admin-, Hosting-, FTP-, E-Mail- oder Shop-Konten und können damit etwa Malware verbreiten, Phishing-Kampagnen starten oder Besucher auf dubiose Seiten weiterleiten (Redirects). Dabei werden Websites häufig gleich mehrfach kompromittiert.

Malware und Redirects: In einer Analyse von ca. 1,18 Millionen infizierter Websites fand der Web-Security-Spezialist Sucuri bei knapp 75 Prozent (822.651 Sites) Malware und Redirects. Diese bedrohen Website-Besucher etwa durch Phishing-Angriffe und immer häufiger durch ausgefeilte Social-Engineering-Techniken wie täuschend echte „Browser-Update“-Benachrichtigungen oder gefälschte CAPTCHA-Challenges. Andere Malware (auf 169.163 Websites) lädt für größere Kampagnen bösartige Ressourcen von anderen Domains oder stiehlt Kreditkartendaten. Fast immer werden auch versteckte Hintertüren auf den infizierten Seiten installiert.

SEO-Spam, Werbung und Defacement: Bei knapp 40 Prozent (422.741 Sites) der Websites fand Sucuri zudem verschiedene Formen von SEO-Spam. Dabei werden (meist für Menschen unsichtbar) Inhalte und Links eingefügt, die Suchmaschinenrankings manipulieren und wertvollen organischen Traffic abzweigen sollen – gern zu Angeboten aus den Bereichen Glücksspiel oder Lifestyle-Pharmazeutika. Unerwünschte Werbung (16.474 Sites) sowie Defacement, also prominent platzierte Entstellungen und Hacker-Botschaften (8.452 Sites), sind seltener.

Aus der Ferne, automatisiert – und immer schneller

Hinzu kommen Angriffe aus der Ferne. DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) nehmen zu – dabei werden Websites durch massenhafte Anfragen überlastet. Cloudflare berichtet für 2025 einen Anstieg von DDoS-Angriffen gegenüber dem Vorjahr um 121 Prozent – Cloudflare wehrte 2025 im Schnitt 5.376 Angriffe pro Stunde ab, davon 1.451 pro Stunde über HTTP.

Auch Angriffe auf APIs und Web-Apps werden häufiger. Moderne Websites, Shops, Buchungssysteme oder Kundenportale nutzen zunehmend Schnittstellen, die missbraucht werden können. Akamai beobachtete zwischen 2023 und 2025 einen Anstieg von Web- und API-Attacken von 73 Prozent. Und immer häufiger werden Angriffe im Web durch Bots automatisiert, die Logins testen, Inhalte scrapen, nach Schwachstellen suchen, Formulare ausfüllen oder APIs missbrauchen. Laut Imperva Bad Bot Report 2025 machen Bad Bots inzwischen 40 Prozent des Internet-Traffics aus (der Bot-Traffic insgesamt liegt bei 53 %).

Gleichzeitig wird die Zeit von Bekanntwerden einer Schwachstelle bis zu ihrer Ausnutzung immer kürzer. Mandiant von Google schätzt diese „Time to Exploit“ mittlerweile auf minus 7 Tage – das heißt, die erste Ausnutzung erfolgt regelmäßig bereits vor der Veröffentlichung eines Patches, also als sogenannte „Zero-Days“. Der Crowdstrike 2026 Global Threat Report bestätigt das: Die Zahl der Zero-Day-Sicherheitslücken, die vor ihrer öffentlichen Bekanntgabe ausgenutzt wurden, stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent.

Kontinuität statt Einzelmaßnahmen

Vielfältige Bedrohungen, stündlich neue Sicherheitslücken, immer schnellere, automatisierte Angriffe – die dynamische Bedrohungslage für Websites erfordert einen kontinuierlichen Absicherungsprozess. Der muss zwei Perspektiven gleichzeitig einnehmen: nach außen, auf die Bedrohungslage und aktuelle Trends, und auch nach innen, auf die eigene Angriffsfläche. Denn die verändert sich ebenfalls: Sie installieren neue Anwendungen oder Plugins, Mitarbeitende erhalten neue Zugänge, Kundendaten wachsen, externe Dienste werden eingebunden usw.

Der Absicherungsprozess verläuft idealerweise zyklisch: von der Überwachung und Analyse über konkrete Schutzmaßnahmen zur Neubewertung der Sicherheitslage – und von vorn. Für kleinere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung ist das besonders herausfordernd. Umso stärker kommt es auf Struktur, klare Verantwortlichkeiten und möglichst viel Automatisierung an.

Regelmäßige Updates: Eine der wirksamsten Sicherheitsmaßnahmen und gleichzeitig eine der am häufigsten vernachlässigten. Web-Stack und Anwendungen müssen stets aktuell gehalten werden, denn veraltete Software kann Angriffen nichts entgegensetzen. Sobald eine Schwachstelle bekannt wird, beginnt ein Wettlauf: Anbieter müssen Updates entwickeln, Betreiber müssen patchen, Angreifer suchen ungepatchte Systeme.

Angriffsfläche klein halten: Aktualisieren allein reicht nicht. Auch im Web ist die Reaktionszeit inzwischen extrem kurz. Für WordPress ermittelte Patchstack für häufig ausgenutzte Sicherheitslücken eine mittlere Time to Exploit (Median) von 5 Stunden; etwa die Hälfte wurde innerhalb von 24 Stunden ausgenutzt. Außerdem gab es für 46 Prozent der Schwachstellen bei ihrer Veröffentlichung noch keinen Patch, weil die Plugin-Entwickler zu langsam reagierten. Deshalb muss die Angriffsfläche möglichst klein gehalten werden: Installieren Sie keine nicht unbedingt erforderlichen Plugins und prüfen Sie regelmäßig, was entfernt werden kann. Das gilt auch für vergessene Testinstallationen, alte Subdomains, nicht mehr genutzte Benutzerkonten oder frühere Agenturzugänge.

Kontinuierliches Monitoring, Backups, Automatisierung: Viele Sicherheitsvorfälle werden lange nicht bemerkt – die meisten Angreifer wollen ihre Beute möglichst lange nutzen. Deshalb ist kontinuierliches Monitoring eminent wichtig. Und weil kein Werkzeug der Welt jeden Angriff verhindern kann (z. B. erfolgreiche Phishingversuche), brauchen Sie unbedingt regelmäßige Backups – ist Ihre Website kompromittiert oder beschädigt, ist eine funktionierende Sicherung Ihre letzte Rettung.

Wichtig: Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Gegnern und versuchen Sie, so viel wie möglich zu automatisieren. Dabei helfen Werkzeuge wie : Diese Security-Suite bietet beispielsweise regelmäßige Malware-Scans und-Entfernung sowie je nach Paket zusätzliche Funktionen wie Web Application Firewall zur Abwehr verdächtiger Anfragen, Content Delivery Network (CDN) zum Schutz vor DDoS oder tägliches Backup & Restore.

Fazit mit Checkliste

Ein Sicherheitsvorfall kostet Sie mehr als nur die technische Bereinigung. Hinzu kommen oft noch Ausfallzeiten, Umsatzeinbußen, Supportaufwand, mögliche Datenschutzmeldungen, Rechtsberatung, Wiederherstellung (womöglich inklusive Ransomware-Zahlungen) oder geschäftliche Nachteile durch Vertrauensverlust und schlechtere Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Investieren Sie also lieber in eine nachhaltige Sicherheitsstrategie. Diese Checkliste hilft Ihnen beim Loslegen:

Sicherheits-Checkliste für Websites:

Schützen Sie Ihre Website mit Sucuri Website Security: Die Security-Suite von Host Europe scannt rund um die Uhr Ihre Websites auf typische Malware-Muster und Auffälligkeiten (Indicators of Compromise) und lässt Sie Probleme frühzeitig erkennen. Web Application Firewall und Content Delivery Network helfen, Angriffe schon im Vorfeld abzuwehren, und Funktionen für Backup & Restore (im Ultimate-Paket) beschränken den Schaden, wenn tatsächlich mal etwas passieren sollte. In allen Paketen ist zudem die sichere Entfernung von Malware durch Experten enthalten.

Titelmotiv: Photo by Zulfugar Karimov on Unsplash

 

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