Was für eine Rolle spielt Google im Bereich Social Media? Seit dem kläglich gescheiterten Versuch, mit Google+ eine eigene Social Media Plattform zu schaffen, ist Google nicht mehr wirklich im Bewusstsein von Social Media Marketern verankert. Warum sollte man sich auch um Google kümmern, wenn man im Social-Bereich arbeitet?

Social Media Manager stehen ohnehin vor der Herausforderung, zahlreiche Plattformen und sich ständig ändernde Content-Formate zu bewältigen. Social Media Marketing ist komplex und anstrengend, bietet jedoch im Hinblick auf Reichweiten gute Chancen. Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 verbringen jüngere Menschen bis zu 69 Minuten täglich auf Social Media. Hier hat Instagram mittlerweile Facebook als führende Plattform bei jüngeren Nutzern überholt.

Ein Blick auf konkrete Reichweitenzahlen verdeutlicht das Potenzial von Social Media: Laut dem Global Digital Report nutzten im Januar 2024 rund 67,8 Millionen Menschen in Deutschland Social Media – das sind über 80% der Internetnutzer in Deutschland.

Was passiert nun aber, wenn dieses Reichweitenpotenzial mit der Power der Online-Suche kombiniert wird? Allein Google verarbeitet weltweit über 8,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag. Besonders spannend wird Social Media also für Unternehmen, wenn Posts bei Google auffindbar werden. Doch welche sind das?

Ebenso wie sich die Social Media Plattformen ständig weiterentwickeln, verändert auch Google andauernd seine Strategie im Hinblick auf die Indexierung und Auffindbarkeit von Social Media Beiträgen. Wir wollten es genau wissen: Welche Potenziale stecken in SEO und Social Media Marketing? Welche Plattform eignet sich am besten für eine verstärkte Sichtbarkeit bei Google? Dafür haben wir uns die Top-Plattformen in Deutschland einmal detaillierter angesehen.

Die Top Social Media Plattformen in Deutschland

Laut der eingangs erwähnten ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 sind die meistgenutzten Social Media Dienste in Deutschland:

  1. Instagram
  2. Facebook
  3. TikTok
  4. Snapchat
  5. Pinterest
  6. X
  7. LinkedIn
  8. Twitch
  9. Reddit
  10. BeReal

Wir wollen im Folgenden auf die reichweitenstärksten Plattformen, ihre Content-Formate und deren Indexierung eingehen und untersuchen, welches Potenzial für SEO in jeder dieser Plattformen steckt.

Instagram & Google: Welche Inhalte werden indexiert?

Die Integration von Instagram-Inhalten in Google-Suchergebnisse begann bereits in den frühen 2020er Jahren. Anfangs wurden hauptsächlich Profile und einige öffentliche Beiträge indexiert. Mit der Zeit intensivierte Google seine Bemühungen und begann, auch Inhalte wie Bilder, Videos und kurze Beiträge in den Suchergebnissen anzuzeigen. Dennoch bleiben öffentliche Profile die Hauptinhalte im Google-Index. Private Profile und deren Inhalte bleiben weiterhin verborgen.

Abbildung 1 - Content-Optimierung für die Indexierung

Die trafficstärksten Position 1 Rankings von Instagram sind neben der eigenen Marke Profile von Prominenten und Influencern. (Quelle: Semrush.com)

Wie kann ich Instagram auf Google optimieren?

Bei der Optimierung von Instagram ist wie bei der klassischen SEO die Verwendung korrekter Keywords das A und O. Diese Keywords können beispielsweise im Alt-Text eines Beitrags unter „Erweiterte Einstellungen/Barrierefreiheit“ hinterlegt werden. Im Hinblick auf Accessibility sollte dies generell geschehen, auch ohne den Fokus auf SEO zu legen.

Ebenfalls keywordoptimiert sollte die Bio des Profils sein. Hier sollte kurz und ansprechend, aber klar fokussiert kommuniziert werden, worum es sich bei diesem Profil handelt und welche Themen im Fokus stehen.

Stark verwandt mit dem Thema Keywords sind Hashtags – ein Instrument, das beispielsweise die interne Suche auf Instagram ermöglicht. Es macht Sinn, ein definiertes Set von relevanten Hashtags bei eigenen Beiträgen wiederholt zu verwenden, um konsistent aufzutreten und sie den Personen anzuzeigen, die diese Hashtags abonniert haben. Diese Einheitlichkeit verbessert die Auffindbarkeit bei Instagram selbst, aber auch bei Google.

Ein ebenfalls klassisches SEO-Thema sind Backlinks. Auch Ihr Instagram-Profil profitiert davon, wenn es von außen verlinkt wurde. Von daher sollten Sie auf Ihrer Website auch auf Social Media Kanäle verweisen, idealerweise mit Hilfe von strukturierten Daten, um die Lesbarkeit und Interpretierbarkeit der Links zusätzlich zu erhöhen.

Es ist hilfreich, bei lokal relevanten Beiträgen den Ort zu nennen, um das Rankingpotenzial für eine bestimmte Location auszuschöpfen. Dabei kann der Ort direkt im Beitrag hinterlegt werden. Zusätzlich können der Ortsname und weitere lokal relevante Informationen als Hashtags hinzugefügt werden.

Facebook & Google: Kampf der Internet-Dinos

Facebook und Google haben mittlerweile eine lange gemeinsame Geschichte, die niemals frei von Konflikten war. Zu Beginn hatte Google große Schwierigkeiten, Facebook-Inhalte zu indexieren, hauptsächlich aufgrund der dynamischen Natur dieser Inhalte und ihrer Abhängigkeit von JavaScript und AJAX.

Im Jahr 2011 erzielte Google erhebliche Fortschritte, als es begann, dynamisch geladene Kommentare zu lesen. Dies ermöglichte es dem Suchmaschinenriesen, Inhalte, die mittels AJAX und JavaScript geladen wurden, zu indexieren. Dadurch wurde die Sichtbarkeit von Facebook-Kommentaren und anderen dynamischen Inhalten in den Suchergebnissen erheblich verbessert. Inhalte, die zuvor für Suchmaschinen unsichtbar waren, tauchten nun in den Suchergebnissen auf und erzielten somit eine größere Reichweite.

Ein weiterer bedeutender Fortschritt erfolgte im Jahr 2021, als Google begann, Facebook-Seiten und -Bilder in den organischen Suchergebnissen höher zu priorisieren. Dies führte dazu, dass Facebook-Seiten und -Beiträge neben anderen Social Media Profilen nun oft in den Top 10 der organischen Ergebnisse bei Markenbegriffen erscheinen.

Abbildung 2 - Content-Optimierung für die Indexierung

Seit 2021 werden verstärkt Bilder von Facebook bei Google indexiert. (Quelle: Google)

Facebook-Optimierung für Google

Die gestiegene Sichtbarkeit von Facebook-Seiten und -Bildern in den Suchergebnissen bedeutet, dass Unternehmen sicherstellen müssen, dass ihre Facebook-Seiten stets aktuell und gut gepflegt sind. Meta-Beschreibungen wie die Intro, die automatisch von Google übernommen werden, sollten regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, um sicherzustellen, dass relevante und aktuelle Informationen über die angebotenen Dienstleistungen bereitgestellt werden und das generierte Snippet bei Google ansprechend aussieht. Die Vanity URL sollte zur Marke passen und wichtige Keywords enthalten.

Bei Beiträgen, die von der eigenen Seite geteilt werden, sollte auf den korrekten Einsatz der Open Graph Tags geachtet werden, da diese für die Darstellung des Beitrags bei Facebook verantwortlich sind.

Ansonsten gleicht die Optimierung von Facebook für Google der Instagram-Optimierung: die Verwendung korrekter Keywords, eine gezielte lokale Ausrichtung und das Stärken von Profil und Beitrag durch Backlinks funktioniert, um die Reichweite des Contents über Google zu erhöhen. Für alle Plattformen gilt außerdem: Ein konsistentes und zielgruppengerechtes Posten von Mehrwert-Beiträgen ist unabdingbar, um gut gefunden zu werden.

Eine Indexierung verhindern lässt sich bei privaten Facebook-Profilen über „Einstellungen und Privatsphäre“ auf Facebook. Diese Limitierung steht aber nur Privatpersonen zur Verfügung.

TikTok: Gekommen, um zu bleiben

Wer noch immer hofft, dass TikTok ein weiteres Social Media Phänomen ist, das sich schnell von selbst erledigt, ist auf dem Holzweg. TikTok ist gekommen, um zu bleiben. Anfang 2024 verzeichnete die Plattform rund 23,56 Millionen Nutzer im Alter von 18 Jahren und älter, was etwa 34% der erwachsenen Bevölkerung entspricht.

Zudem entwickelt sich TikTok zunehmend zu einer Suchmaschine, insbesondere für jüngere Generationen. Diese Relevanz hat auch Google erkannt. Google arbeitet aktiv daran, Inhalte von Plattformen wie TikTok in seine Suchergebnisse zu integrieren. Dies bedeutet, dass gut optimierte TikTok-Videos eine erhöhte Sichtbarkeit sowohl auf TikTok selbst als auch in den Google-Suchergebnissen erreichen können.

Abbildung 3 - Content-Optimierung für die Indexierung

In Deutschland hat tiktok.com mittlerweile reddit.com in der Sichtbarkeit überholt. (Quelle: sistrix.de)

Wie optimiere ich TikTok-Inhalte für die Google-Indexierung?

1.Relevante Keywords und Hashtags verwenden

Auch hier gilt: Integrieren Sie relevante Keywords in Ihren Profilnamen, Ihre Bio und die Beschreibungen Ihrer Videos. Die Platzierung von Keywords in den ersten Sekunden des Videos sowie in den Videotiteln und -beschreibungen ist entscheidend.

Eine strategische Nutzung von Hashtags hilft ebenfalls, die Auffindbarkeit zu erhöhen. Dabei können Sie beispielsweise generische, häufig gesuchte Hashtags mit spezifischen Hashtags kombinieren, um sowohl in der Breite als auch spitz gefunden zu werden. Trendthemen sollten dabei mitbeachtet werden, um von Hypes zu profitieren. Hashtag Analytics mit Hilfe diverser Social Media Tracking Tools wie Hootsuite oder Talkwalker helfen Ihnen dabei, die Leistung ihrer Hashtags im Blick zu behalten.

2. Engagement und Reichweite erhöhen

Ein hohes Maß an Engagement (Likes, Kommentare, Shares) signalisiert Google, dass Ihr Profil und Ihre Inhalte relevant und ansprechend sind. Eine große Follower-Basis und hohe Interaktionsraten stärken die Signale an Google, dass Ihre Inhalte wertvoll sind und Suchanfragen beantworten könnten. Hilfreich hierbei sind auch Kooperationen mit anderen Content-Erstellern.

3. Verbindung mit anderen Plattformen

Verlinken Sie Ihre TikTok-Seite mit Ihrer Website und anderen Social-Media-Profilen. Dies hilft Google, Ihre Inhalte besser zu indexieren und Ihre Online-Präsenz zu stärken. Auch hier gilt: Backlinks fördern generell die Auffindbarkeit durch Google.

4. Trends und populäre Inhalte nutzen

Die Verwendung von populären Sounds und Effekten kann die Auffindbarkeit von Videos auf TikTok und in den Google-Suchergebnissen erhöhen. Nutzen Sie aktuelle Trends, indem Sie beliebte Hashtags, Sounds und Challenges – also Aufforderungen anderer Nutzer zum Erfüllen einer bestimmten Aufgabe – in Ihre Videos integrieren. Dies kann die Reichweite und das Engagement erhöhen.

Snapchat: Find’ ich nicht!

Snapchat – auch an Ihnen vorübergegangen? Möglicherweise haben Sie Snapchat als Social Media Plattform nicht auf dem Schirm, sollten Sie aber. Die Multimedia-Messaging-App hat in Deutschland eine bedeutende Nutzerbasis. Anfang 2024 nutzten etwa 21,3 Millionen Menschen in Deutschland die Plattform regelmäßig. Doch ist Snapchat auch im Hinblick auf die Google-Suche interessant?

Was die Indexierung von Snapchat-Inhalten durch Google betrifft, so gibt es derzeit keine spezifischen Vereinbarungen zur Anzeige der Beiträge. Das bedeutet, dass Snapchat-Inhalte nicht automatisch in Google-Suchergebnissen erscheinen. Mit einer Sistrix-Sichtbarkeit von 3,284 (Stand: 2.8.24) ist snapchat.com tatsächlich nur unter ferner liefen einzuordnen und vernachlässigbar. In einer Social SEO-Strategie können Sie Snapchat als Kanal also gerne unberücksichtigt lassen. Facebook, Instagram und TikTok sind hier bedeutend gewinnbringender.

Pinterest: Google’s Liebling

Haben wir gerade über eine Sichtbarkeit von 3 Punkten gesprochen? Bei Pinterest können wir diesen Wert einfach mal verhundertfachen! Mit 305,7 Sistrix-Sichtbarkeitspunkten spielt die deutsche Version Pinterest.de in einer Liga mit dem deutschen Flaggschiff für Rezepte chefkoch.de. Das überrascht nicht: Pinterest-Inhalte waren schon immer hervorragend über die Google-Suche zu finden. Die Plattform spielt daher in vielen SEO-Strategien seit Jahren eine entscheidende Rolle.

Von welcher potenziellen Reichweite sprechen wir? 

Pinterest hat weltweit rund 498 Millionen Nutzer, davon sind etwa 21,3 Millionen in Deutschland aktiv. Die Plattform verzeichnet kontinuierliches Wachstum und eine steigende Nutzerbasis, insbesondere in Nordamerika und Europa. In den USA hat Pinterest die meisten Nutzer, gefolgt von Ländern wie Brasilien, Mexiko und Deutschland.

In den letzten Jahren ist die Reichweite von Pinterest stetig gewachsen. Im Jahr 2023 erreichte Pinterest weltweit 478 Millionen Nutzer und konnte diese Zahl bis 2024 weiter steigern. Besonders bemerkenswert ist das Wachstum bei der Generation Z, deren Nutzung um 20% zugenommen hat.

Pinterest ist eine etablierte visuelle Suchmaschine. Die Inhalte der Bilder-Sharing-Plattform werden von Google regelmäßig gecrawlt und indexiert, was Pinterest-SEO zu einer spannenden Disziplin für Online-Marketer macht.

Wie optimiert man Pinterest-Inhalte für die Google-Suche?

1. First of all: Keyword-Recherche

Wie bei allen anderen Plattformen gilt auch hier: Verwenden Sie relevante Keywords in Ihren Pin-Beschreibungen, Titeln und Board-Namen. Nutzen Sie Tools wie keywordtool.io und Pinterest Analytics, um populäre und relevante Keywords zu finden, die häufig von Ihrer Zielgruppe gesucht werden.

2. Rich Pins verwenden

Rich Pins ziehen zusätzliche Metadaten von Ihrer Website und fügen diese automatisch zu Ihren Pins hinzu. Es gibt verschiedene Arten von Rich Pins, wie Produkt-Pins, Artikel-Pins und Rezept-Pins, die spezifische Informationen anzeigen und die SEO verbessern. Ihre Einbindung lässt sich durch Strukturierte Daten steuern.

3. Bilder optimieren

Verwenden Sie hochauflösende und vertikal orientierte Bilder, die die optimalen Pinterest-Abmessungen haben (735 x 1.102 Pixel). Auch hier: Reichern Sie Bilder mit Alt-Texten an, die Ihre Keywords enthalten, um die Bild-SEO zu verbessern und Barrierefreiheit zu unterstützen.

4. Boards organisieren

Erstellen Sie themenspezifische Boards und verwenden Sie relevante Keywords in den Board-Beschreibungen und -Titeln.

5. Business as usual: Konsistenz und Regelmäßigkeit, Backlinks und Engagement

Posten Sie regelmäßig neue Pins und aktualisieren Sie Ihre Boards kontinuierlich. Eine konsistente Aktivität signalisiert sowohl Pinterest als auch Google, dass Ihr Konto aktiv ist und relevante Inhalte bietet.

Verlinken Sie außerdem Ihre Pinterest-Inhalte auf Ihrer Website und anderen sozialen Medien. Fördern Sie Engagement durch ansprechende Inhalte, die zum Teilen und Kommentieren anregen. Hohe Interaktionsraten verbessern die Sichtbarkeit und die SEO-Rankings Ihrer Pins.

X: Von Elon kaputtgespielt?

Über kaum eine andere Social Media Plattform wurde in den letzten zwei Jahren so heiß diskutiert wie über X (formerly known as Twitter). Seit der Übernahme durch Elon Musk häufen sich die Beschwerden über Fake News und rechtsradikale Inhalte, Profile werden zu Tausenden aus Protest geschlossen und Werbekunden brechen weg.

Seit der Übernahme im Oktober 2022 hat die Plattform einen Rückgang der Werbeeinnahmen um über 40% erlitten. Die Einnahmen stürzten von 5,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf etwa 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 ab. Bei Techcrunch findet sich eine beeindruckende Timeline der Entwicklungen bei X, die man ohne Übertreibung als systematische Produktzerstörung lesen kann.

Hat dieser Trubel auch einen Einfluss auf die Google-Indexierung? 

Ein Blick auf die Sichtbarkeitskurven von x.com und twitter.com zeigt das klassische Bild eines massiv verhagelten Relaunches:

Abbildung 4 - Content-Optimierung für die Indexierung

Beim Relaunch von Twitter.com auf X.com ging einiges schief, was ein Blick auf die Sistrix-Sichtbarkeit verrät. (Quelle: Sistrix)

Mit einer Sichtbarkeit von 6,4 ist x.com kaum noch relevant im Google-Index. Allerdings ist die Sichtbarkeit seit Juni diesen Jahres stark angestiegen – es bleibt also abzuwarten, inwieweit X doch wieder relevant für SEO werden könnte.

Zur Optimierung wurde schon alles gesagt. Auch bei X.com gilt: Verwenden Sie relevante Keywords und Hashtags, fördern Sie Interaktivität und posten Sie regelmäßig Mehrwertinhalte. Als Teil Ihrer SEO-Strategie könnte die nächste Plattform jedoch spannender für Sie sein.

Last but not least: LinkedIn – eine neue Königin in der Social Media Klaviatur

Zunächst als steifes und fremdartiges Business-Netzwerk mit Krawattenzwang und Nebenschauplatz zu Xing wahrgenommen, hat LinkedIn in den letzten Jahren in Deutschland einen beispiellosen Aufschwung erlebt. Unter anderem die Zunahme von Hate Speech und negativen Beiträgen bei Facebook und das langsame Sterben des Marktbegleiters Xing hat LinkedIn stetig neue Mitglieder beschert.

Im Jahr 2024 verzeichnete LinkedIn etwa 18 Millionen Mitglieder in Deutschland. Die größte Nutzergruppe sind Menschen im Alter von 25 bis 34 Jahren, die etwa 36,7% der LinkedIn-Nutzer in Deutschland ausmachen.

LinkedIn bei Google: Geheimwaffe Artikel

Aktuell werden verschiedene Content-Formate von LinkedIn bei Google indexiert und angezeigt. Dazu gehören:

  1. Öffentliche Profile: Informationen wie Name, Berufsbezeichnung und Zusammenfassung.
  2. Beiträge und Artikel: Lange Artikel und Beiträge, die auf LinkedIn veröffentlicht werden.
  3. Firmenprofile: Unternehmensseiten inklusive „Über uns“-Bereich, Produkte und Dienstleistungen.

Besonders gut funktionieren LinkedIn-Artikel, auch bekannt als LinkedIn Pulse. Diese längeren Beiträge ermöglichen es, detaillierte Informationen und wertvolle Einblicke zu vermitteln, die oft als Thought Leadership-Inhalte genutzt werden.

Abbildung 5 - Content-Optimierung für die Indexierung

Ein Blick in die Top 10 Rankings des /pulse/ Verzeichnisses (Quelle: Semrush.com)

Ein Blick in die Top 10 Rankings der Pulse-Beiträge auf LinkedIn offenbart allerdings ein Sammelsurium an Spammern, KI-generierten Inhalten, Affiliates und Playern in extrem umkämpften Märkten (die 3 großen P: Porn, Pills & Poker), die sich alle den Vertrauensvorschub von LinkedIn bei Google zunutze machen. Ob nun allerdings das Ranking für „XXN“ mittels eines Artikels zu Abkürzungen wirklich effektiv ist (der Verfasser ist – wenig überraschend – im Bereich SEO tätig), obwohl er zu 100% am Userintent vorbeischrammt, sei dahingestellt.

Für Affiliates bietet sich hier allerdings eine schöne Nische für hart umkämpfte Keywords, insbesondere im Gambling-Umfeld. Die top-rankenden Artikel sind alle tagesaktuell oder wenige Tage alt – eine Erfolgsstrategie kann es also sein, Artikel am Fließband mit entsprechenden Links zu veröffentlichen, die nur wenige Tage ranken, damit aber ausreichend Traffic über Links schicken, um die Umsätze anzukurbeln. Mal sehen, wie lange diese Strategie funktioniert, denn anscheinend schlagen hier die Spam-Detektoren von LinkedIn noch nicht an.

Natürlich ranken auch seriösere Inhalte wie der Artikel „Seven Examples of Professional Out Of Office Autoresponder Email Messages“ mit über 3.200 Nutzerinteraktionen. Dieser Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, dass funktionierende Inhalte keine Rocket Science sein müssen. Vielmehr wird hier ein konkreter Mehrwert geboten, der zur Suchphrase „Out Of Office Message“ eine passende Antwort liefert.

Worüber könnten Sie Ihren nächsten LinkedIn-Artikel veröffentlichen, der perfekt zu Suchanfragen bei Google passt?

Wenn Sie sich ans Artikelschreiben machen, bedenken Sie auch hier wieder: Keywords recherchieren und bewußt (u.a. im Titel) einsetzen, Bilder verwenden, Textlänge beachten (1.500 bis 2.000 Worte sind ideal), fesselndes Storytelling einsetzen und eine klare Call-to-Action verwenden, die den Nutzer zum eigenen Angebot leitet.

Fazit: Welche Social Media Dienste tauchen bei Google auf?

Die Wahl Ihrer Social Media Plattform sollte in erster Linie von Ihrer Zielgruppe und Ihren Unternehmenszielen abhängen. Wo halten sich Ihre potenziellen Kunden auf? Wo kann der lebendigste Dialog entstehen? Achten Sie dabei darauf, nicht zu viele Kanäle zu bespielen, wenn die Ressourcen dafür nicht vorhanden sind, sondern konzentrieren Sie sich auf die Plattformen, die Sie bestmöglich nutzen können.

Doch wie Sie sehen, kann auch eine weitere Überlegung in die Wahl der Plattform einfließen: Welche Social Media Plattform performt bei Google gut? Ein Blick auf die Sichtbarkeits-Platzhirsche Instagram, Facebook und LinkedIn lohnt sich nicht nur im Hinblick auf den Dialog mit der Zielgruppe, sondern auch im Hinblick auf Reichweitensteigerung und Markenbildung über Google. Ob X.com wieder zu alter Form oder zumindest einem Teil der alten Sichtbarkeit auflaufen kann, bleibt abzuwarten. Snapchat ist bei Google tatsächlich unsichtbar, TikTok hingegen auch hier auf der Gewinnerstraße. Es lohnt sich, die Entwicklung der Plattformen und Googles Umgang mit ihnen weiter zu beobachten.

Wie in Social Media und auch in der SEO üblich: Es bleibt spannend!

Titelmotiv: Bild von Tumisu auf Pixabay

Astrid Kramer

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